Pflanzenraritäten: Stachelmohn

Der Stachelmohn ist eine subtropische Pflanze und stammt aus dem karibischen Raum. Sie kann in unserem gemäßigten Klima als einjährige Zierpflanze gehalten werden. Die runden gelben Blüten und die auffällig geformten Blätter mit Stacheln machen diese Pflanze zu einem Blickfang im sommerlichen Blumenbeet. Die Blätter haben eine gewisse Ähnlichkeit mit denen der Mariendistel.


Schon bei den Azteken war der mexikanische Stachelmohn eine vielgenutzte Heilpflanze, insbesondere bei Infektionen. Die Wurzel und der enthaltene Milchsaft wurden für verschiedenste medizinische Zwecke verwendet. Sie haben mild narkotische, schmerzlindernde und lokal betäubende Wirkung. Die Blätter können getrocknet verräuchert werden, ein Aufguss wirkt als Tee effektiv gegen Malaria. Die Pflanze gilt auch als wirksames Aphrodisiakum. Die reichlich produzierten Samen sind wie bei anderen Mohnarten sehr ölhaltig. Im Gegensatz zum angebauten Mohn sind diese Samen ungenießbar. Sie werden nur für industrielle Nutzung verwendet, beispielsweise zur Herstellung von Seife.

In ihrer Heimat wächst der Stachelmohn als ein- bis zweijährige, oder auch ausdauernde krautige Pflanze; manche Arten sind Halbsträucher. Die Pflanzenteile enthalten einen weißen, gelben bis orangefarbenen, bitteren Milchsaft. Die Pflanze steht auf einer Pfahlwurzel. Sowohl der Stängel als auch die Laubblätter können bereift sein. Die meist aufrechten Stängel sind regelmäßig verzweigt. Die Laubblätter sind wechselständig am Stängel verteilt. Die Blattränder sind gezähnt und jeder Blattzahn endet in einer Stachelspitze. Die Blüten stehen einzeln und endständig.

Der robuste und pflegeleichte mexikanische Stachelmohn benötigt einen vollsonnigen, warmen Standort. Dort wächst er auch sehr üppig und kann Höhen von 60-80 cm erreichen. Um die Wirkung der Pflanzen zu erhöhen pflanzt man sie in kleine Gruppen. Die Aussaat erfolgt Anfang Mai an Ort und Stelle. Geht viel Saatgut auf wird vereinzelt. Wer einmal Stachelmohn im Garten hatte braucht kein neues Saatgut zu kaufen. Die Bestäubung der Pflanze erfolgt durch Insekten. Die Samenkapseln sind im Herbst reichlich gefüllt. Zusätzlich habe ich festgestellt, dass die Samen sehr gut im Boden überwintern und spätestens Mitte Mai an vielen Stellen auflaufen.
Im Herbst werden die Pflanzen vom Beet abgeräumt. Es empfiehlt sich Schutzhand-schuhe zutragen, wegen der vielen Stacheln. Schädlinge sind wegen diesen Stacheln kaum bekannt. Hoher Mehltaubefall im Garten kann auch Auswirkungen auf diese Pflanze haben.
Stachelmohn kann man Solitär oder in Gruppe (max. 3) auch im Topf kultivieren, auf der Terrasse, dem Balkon oder im Wohnraum.

Rainer Proksch
Gartenfachberater der Fachkommission des SLK

Weitere interessante Beiträge

blank

Pflanzenraritäten: Passionsblume

Es gibt mehr als 500 Arten der Passionsblume Eine Vielzahl stammt aus Südamerika, Mittel-, bis südliches Nordamerika. Ungefähr 25 Arten stammen aus Australien (P. aurantia, P. herbertiana und P. cinnabarina),…
blank

Pflanzenraritäten: Diptam

Der rote Diptam und seine schöne weiße Form (Diptam albiflorus) erzwingen sich in Stein – und Naturgärten rechte Plätze und halten sich dort Jahrelang. Sonnig bis prall sonnig stehend, ist…
blank

Pflanzenraritäten: Blaue Binsenlilie

Die Blaue Binsenlilie ist eine Art aus der Gattung Sisyrinchium, die etwas mehr als 200 Arten umfasst und zur Familie der Schwertliliengewächse gehört. Die Blaue Binsenlilie wurde erstmals 1768 vom englischem…
blank

Pflanzenraritäten: Strelitzie / Paradiesvogelblume

Wir reisen gern in tropische Länder und erfreuen uns an der üppigen Natur. Viele seltene Blumen und Gemüsepflanzen sieht man dort gedeihen. Umso mehr freut es uns dann, wenn es gelingt, diese Pflanzen auch in unserer Heimat zu kultivieren.…
blank

Pflanzenraritäten: Süßkartoffel / Batate

Die Süßkartoffel (Ipomoea batatas) ist eine sehr alte Kulturpflanze und gehört zu den Windengewächsen. Sie wird in den Tropen und Subtropen der verschiedenen Erdteile, vor allem in Südamerika angebaut. Sie stammt aus Mittelamerika…
blank

Pflanzenraritäten: Artischocke

Schon die alten Ägypter im 8. Jahrhundert v.u.Z. und später auch die Griechen und Römer verzehrten mit Vorliebe die verdickten Blütenkörbe verschiedener Distelarten sowie auch Artischocken (Cynara cardunculus, Syn. Cynara scolymus). Die Artischocken waren…