Pflanzenraritäten: Yucca, Palmlilie

Bild von Manfred Richter auf Pixabay
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Die Fädige Palmlilie Y. filamentosa gehört zu den Palmlilien innerhalb der Familie der Spargelgewächse. Es sind schöne Gehölze aus subtropischen Gebieten, von denen die stammlosen, winterharten Arten wie Stauden verwendet werden. Sie bilden Rosetten aus langen, ledrigen, winterharten Blättern und haben ansehnliche Blütenrispen mit rahmweißen, glockigen Blüten. Einen Kronkelch mit 6 fleischigen Blütenblättern, 6 Staubblättern und einen dicken Griffel mit 6 Narben. Blütezeit ist Ende Juni bis Juli. Der verzweigte Blütenstand erreicht unter guten Bedingungen eine Höhe von bis zu 3 m. Yucca filamentosa, die verbreitetste Gartenart stammt aus der Kurzgrasprärie von Florida bis Mississippi, hat schwertförmige, lange, blaubereifte und dichtrosettig gestellte Blätter mit stechenden Spitzen und weißlichen Fäden an den Blatträndern. Die Blüten sind groß, schalenförmig, elfenbeinweiß, sehr zahlreich und schön und blühen lange.

Zuchtsorten vom deutschen Staudenzüchter Karl Foerster sind u.a. Herkulessäule, Schellenbaum, Schneefichte, Schneetanne und Glockenriese. Alle genannten Sorten sind winterhart (bis minus 25°) und brauchen nur in exponierten Lagen einen Winterschutz durch Abdeckung mit Reisig. Die Wurzeln sind selten tiefer als 75 cm im Boden, können sich aber oberflächlich bis 4 m nach allen Seiten ausbreiten. Das harte Laub hemmt die Verdunstung, der sukkulente Erdstamm speichert genügend Wasser, so dass sie Dürrezeiten überstehen kann. Verfärbte Blätter sind ein typisches Zeichen für Staunässe.

Im Kleingarten verlangen sie viel Sonne und einen eher kalkhaltigen nährstoffreichen Boden. Der pH-Wert sollte zwischen 5,5 und 7,5 liegen. Yuccas sind auffällige Schaupflanzen für die Solitärstellung in Rasenflächen zwischen anderen Steppenpflanzen. Sie haben dicke, knollige Rhizome, die sich teilen lassen. Beim Vermehren teilt oder zerschneidet man sie in 3 bis 5 cm lange Stücke und legt sie flach in den Boden. Beim Anwachsen darf kein Frost in den Boden kommen. Nach dem Verpflanzen braucht die Yucca mehrere Jahre bis sie wieder blüht. Deshalb sollte man sie lange an einem Standort ruhen lassen. Eine Samenvermehrung ist in unseren Regionen ausgeschlossen. Die Bestäubung erfolgt durch die Yuccamotte, die bei uns fehlt. Dadurch wird kein Samenansatz erfolgen. Die Blütenrispen werden geschnitten, wenn sich die Hälfte der Blütenrispen geöffnet hat. Es ist ein stattlicher, lang ausdauernder Vasenschmuck. Der Platzbedarf richtet sich nach dem Alter des Bestandes und kann bis ca. 2 m².

Krankheiten und Schädlinge sind nicht bekannt. Nur Staunässe und starker Frost über mehrere Tage kann die Pflanze schädigen. Wenn im Garten ein hoher Bestand an Lilien ist, kann das Lilienhähnchen auch die Yucca befallen.   

Rainer Proksch,
Gartenfachberater der Fachkommission des SLK

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