Pflanzenraritäten: Spinnenpflanze

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Spinnenpflanzen (Cleome spinosa) gehören zu den Kapernstrauchgewächsen und stammen aus Südamerika. Sie wachsen aufrecht und bilden in langen Trauben bis zum Frostbeginn ohne Unterbrechung neue Blüten aus. Die aus jeder Einzelblüte weit hervorstehenden Staubfäden ähneln langen Spinnenbeinen, daher auch der Name. Die gesamte Oberfläche der Pflanze hat kleine Dornen und ist etwas klebrig. Die Blätter sind handförmig geteilt.

Die Blütenfarben sind violett, rot, rosa und weiß. Blütezeit ist von Juli bis zum Frostbeginn. Die in unseren Breiten einjährige Pflanze erreicht eine Höhe von 90 bis 150 cm und benötigt einen sonnigen, nährstoffreichen, mittelschweren Boden.

Foto – Rainer Proksch: Spinnenpflanze

Ein üppiger Blütenflor entwickelt sich bei ausreichender Bewässerung in Trockenperioden und gezielten Nährstoffzugaben in der Vegetationsperiode. Die Aussaat erfolgt von März bis Mai in 9 bis 12 cm Töpfe mit Anzuchterde. Die Samen werden nur samendick mit Erde übersiebt, da es sich um einen Lichtkeimer handelt. Die Samen leicht mit Wasser besprühen und mit einer Glasplatte oder Klarsichtfolie abdecken. Bei mindestens 20°C keimen sie in 2 bis 3 Wochen.

Für die Weiterkultur wird die Temperatur auf 15°C abgesenkt. Kräftige Jungpflanzen entwickeln sich nur, wenn sie hell und luftig stehen. Erst wenn keine Fröste mehr zu befürchten sind, wird nach dem Abhärten im Abstand von 40 cm x 40 cm in guten Gartenboden ausgepflanzt. Wegen der festen Verwurzelung müssen Spinnenpflanzen in der Regel nicht gestutzt werden.

Sie stehen gern in Einzelstellung oder kleinen Gruppen bis max. 5 Stück. Besonders schön wirken sie in Gruppen mit unterschiedlichen Farben. Weißblühende Pflanzen erkennt man in der Regel an den helleren Blättern der Sämlinge.
“Senorita Rosalita” & “Senorita Blanca”; 50 bis 60 cm hoch; sind Züchtungen aus vegetativer Vermehrung, die weder Dornen noch klebrige Blätter haben. Diese gibt es nur als Pflanzen zu kaufen. Sie sind aufgrund des kompakten Wuchses besonders für Kübel geeignet.

Als Schädlinge sind nur Blattläuse und der Dickmaulrüssler bekannt. Blattläuse können mit einem kräftigen Wasserstrahl abgespült werden. Die Spinnenblume gehört zu den giftigen Pflanzen. Vor allem die Samen enthalten Senfölglycoside und alkaloidähnliche Substanzen. Der Verzehr kann zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Dies ist zu beachten, wenn noch kleinere Kinder zum Haushalt gehören.

Weitere empfehlenswerte Sorten:

  • “Helen Campbell“, reinweiß, 90-150 cm
  • “Violett Queen”, tiefviolett, 90-150 cm
  • “Fesche Fanny” , hellviolett, 60 cm ohne Dornen
  • ,,Kirschkönigin”, karminrot, 100 cm

Rainer Proksch – Gartenfachberater der Fachkommission des Stadtverbandes

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