Pflanzenraritäten: Oleander

Bild von Franz W. auf Pixabay
Bild von Franz W. auf Pixabay

Oleander gehört zu den Hundsgiftgewächsen. Er hat duftende weiße, rosa oder rote Blüten. Er wird im Sommerhalbjahr im Garten auf der Terrasse oder dem Balkon kultiviert. 

Oleander ist in vielen warmen Ländern der Welt ein häufig gepflanzter Hecken-strauch Bei uns auf Terrasse und Balkon weckt er die schönsten Urlaubs-erinnerungen. Oleander stammt aus subtropischen Gebieten, aus einer Zone, die von Marokko über Indien bis nach China reicht. In diesen Gegenden wachsen die Sträucher in Flussbetten und Senken, wie in unseren Wäldern die Weiden.

Bereits im alten Rom zierten rosa Oleander die Straßen, Plätze und Innenhöfe.

Nach vielen Jahrhunderten der Züchtung, gibt es mehr als 400 Sorten, wobei die stark gefüllten Blüten oft am stärksten duften. Auf dem Balkon oder der Terrasse braucht der Oleander einen möglichst warmen und vollsonnigen Platz. In schattigen Lagen lässt seine Blühwilligkeit beträchtlich nach. Immer wieder wird auch übersehen, dass die Sträucher sehr durstig sind. “Den Kopf im Feuer, die Füße im Wasser” so könnte das Lebensmotto eines Oleanders lauten. Man sollte ihn also ausgiebig und regelmäßig gießen mit möglichst kalkhaltigem Wasser, kein Regenwasser. Einmal in der Woche düngt man die Kübelpflanzen, denn Oleander sind Starkzehrer, die ohne Pflanzenfutter leicht gelbe Blätter bekommen.

Im Frühling können die Oleanderpflanzen aus ihrem Winterquartier ausgeräumt werden. Der ideale Zeitpunkt ist eine Regenphase, denn dabei wird auch gleich der Staub von den Blättern entfernt, der sich dort in den Monaten der Winterruhe angesammelt hat. Man unterscheidet zwischen zwei Überwinterungstypen. Kalt, also bei unter zehn Grad, überwinterte Pflanzen können oft schon Anfang bis Mitte April wieder ins Freie. Bei ihnen ist die im Herbst erlangte Winterhärte erhalten geblieben und leichter Nachtfrost, der im Frühjahr durchaus noch vorkommen kann, macht ihnen nicht viel aus. Oleander, der wärmer überwintert wurde, beginnt jedoch oft schon im Winterquartier mit dem Wachstum. Die frischen Austriebe sind stark frostgefährdet und man räumt die Pflanze am besten erst nach den Eisheiligen ins Freie, damit der Frost den Triebspitzen nicht schaden kann.

Bei beiden Überwinterungstypen empfiehlt es sich, die Oleanderpflanzen nach dem Ausräumen zunächst an einem schattigen Platz langsam wieder an das Leben im Freien und vor allem Lichtverhältnisse zu gewöhnen. Es kann sonst passieren, dass die Pflanzen zu Schaden kommen. Um den Strauch wüchsig und auch blühwillig zu erhalten, sollte man ihn zurückschneiden. Als Faustregel gilt dabei, jedes Jahr im Frühling in Viertel aller Triebe bis auf 10 cm lange Stummel kappen.

Die Sommermonate sind der ideale Zeitpunkt, um Stecklinge vom Oleander zu schneiden. Junge Triebspitzen ohne Knospe oder Blüte sind dafür am besten geeignet. Sie werden mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere nach dem zweiten oder dritten Blattansatz abgetrennt und die unteren Blätter entfernt. Entweder kommen die Stängel in Stecklingserde oder in ein Gefäß mit Wasser. An einem hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung bildet er nach einigen Wochen Wurzeln. Ist der Steckling gut bewurzelt, kann er eingetopft werden. Oleander sind sehr giftig. Fliegen machen einen Bogen um die Sträucher und früher wurden Blüten zwischen Buchseiten gelegt, um Papierschädlinge zu vertreiben. Oleander enthält in allen Pflanzenteilen herzwirksame Glykoside und Alkaloide. Innerlich aufgenommen kann es zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen kommen. Der Verzehr von Pflanzenteilen ist zwar unüblich, aber bei Kindern schon vorgekommen.

Oleander sind bei guter Pflege recht widerstandsfähig. Als Schädlinge treten Blattläuse, Schildläuse, Spinnmilben, Woll- und Schmierläuse auf. Seltener gibt es Anzeichen für den ansteckenden Oleanderkrebs. Tritt sehr starker Befall von den genannten Schädlingen auf sollte man den Oleander mit einem Präparat gegen saugende Insekten einsprühen. Insbesondere auf die Blattunterseiten achten, hier befinden sich die meisten Schädlinge.

Rainer Proksch

Gartenfachberater der Fachkommission des SLK

Weitere interessante Beiträge

blank

Pflanzenraritäten: Spargelsalat

Spargelsalat wird im Volksmund auch Gartenlattich oder chinesische Keule genannt Ursprünglich stammt das Gemüse aus Südeuropa und Asien. Es ist in China als eine sehr alte Kulturpflanze bekannt und dem…
blank

Pflanzenraritäten: Yucca, Palmlilie

Die Fädige Palmlilie Y. filamentosa gehört zu den Palmlilien innerhalb der Familie der Spargelgewächse. Es sind schöne Gehölze aus subtropischen Gebieten, von denen die stammlosen, winterharten Arten wie Stauden verwendet…
blank

Pflanzenraritäten: Passionsblume

Es gibt mehr als 500 Arten der Passionsblume Eine Vielzahl stammt aus Südamerika, Mittel-, bis südliches Nordamerika. Ungefähr 25 Arten stammen aus Australien (P. aurantia, P. herbertiana und P. cinnabarina),…
blank

Pflanzenraritäten: Diptam

Der rote Diptam und seine schöne weiße Form (Diptam albiflorus) erzwingen sich in Stein – und Naturgärten rechte Plätze und halten sich dort Jahrelang. Sonnig bis prall sonnig stehend, ist…
blank

Pflanzenraritäten: Blaue Binsenlilie

Die Blaue Binsenlilie ist eine Art aus der Gattung Sisyrinchium, die etwas mehr als 200 Arten umfasst und zur Familie der Schwertliliengewächse gehört. Die Blaue Binsenlilie wurde erstmals 1768 vom englischem…
blank

Pflanzenraritäten: Strelitzie / Paradiesvogelblume

Wir reisen gern in tropische Länder und erfreuen uns an der üppigen Natur. Viele seltene Blumen und Gemüsepflanzen sieht man dort gedeihen. Umso mehr freut es uns dann, wenn es gelingt, diese Pflanzen auch in unserer Heimat zu kultivieren.…