Richtige Behandlung von Saatgut führt zum Erfolg: Substrat und Aussaattiefe

Bild von Hans Braxmeier auf Pixabay

Für das erfolgreiche Keimen ist ein gutes Substrat die Voraussetzung. Am besten eignet sich tief gelockerte sowie feinkrümelige Erde mit niedrigem Nährstoffgehalt. Je weniger die jungen Sämlinge mit Nährstoffen “verwöhnt” werden, desto kräftiger entwickelt sich das Wurzelwerk. Die Aussaaterde kann man kaufen oder alternativ kostensparend auch selbst herstellen.

Man nehme: ein Drittel fein gesiebten Kompost, ein Drittel Sand und ein Drittel gesiebter Gartenerde. Diese Mischung ist ideal zur Aussaat. Sehr schwere, lehmige Erde mit geringem Humusanteil eignet sich weder in der Saatschale noch im Freiland für die Aussaat. Die jungen Sämlinge können sie kaum durchdringen. Wenn man nichts anderes vorrätig hat muss die Erde vorher gut gelockert und mit reichlich Humus verbessert werden. Bei selbst aufbereiteter Erde aus dem Kleingarten ist zu beachten, dass sich ein PH-Wert zwischen 6 und 7 für alle Anzuchtkulturen als günstig erweist.

Die richtige Aussaattiefe spielt eine wesentliche Rolle für eine erfolgreiche Keimung. Dabei gilt die Faustregel: Je feiner das Saatgut, desto flacher muss es ausgesät werden. Wenn z. B. die kleinen Möhren- oder Mohnsamen mehrere Zentimeter tief in die Erde kommen, reichen die in den Samenkörnern eingelagerten Reservestoffe meistens nicht aus, dass sich der Keim bis an die Oberfläche kämpfen kann. Im Umkehrschluss landen sehr flach ausgesäte größere Samen im Schnabel unserer Gartenvögel. Wie schon im Artikel „Keimproben“ erwähnt, muss man sich vor der Aussaat unbedingt darüber informieren, ob das Saatgut zu den Lichtkeimern oder zu den Dunkelkeimern gehört.

Einer der häufigsten Saatgutkiller ist Wassermangel. Wenn das Saatbeet nicht gleichmäßig feucht gehalten wird, können die Samen nicht quellen und treiben in der Folge auch nicht aus. Häufig führt es nur zu einer verzögerten Keimung, im ungünstigsten Fall kann sogar die gesamte Anzucht vernichtet werden. Besonders empfindlich sind die Samen während der Keimphase. Haben sie bereits ausgetrieben und können dann aufgrund von Wassermangel nicht weiterwachsen, sterben sie unweigerlich ab.

Wenn Samen stark verzögert auflaufen oder nur lückenhaft keimen, kann dies auch am zu kalten Boden liegen. Mit der Freilandaussaat im Frühjahr sollte man, je nach Gemüse- oder Blumenart, lieber ein bis zwei Wochen länger warten. Oft überholen die in den wärmeren Boden ausgesäten Jungpflanzen die vermeintlichen Frühstarter sogar noch im Wachstum. Zu früh aufgegangenes Saatgut wird häufig auch noch von Wildkräutern (Unkraut) überwuchert, weil diese bei niedrigen Temperaturen schneller wachsen.

Rainer Proksch
Gartenfachberater der Fachkommission des SLK

Weitere interessante Beiträge

blank

Naturnah gärtnern: Engerlinge im Gartenboden II

Engerlinge haben einen schlechten Ruf, der nicht in jedem Fall gerechtfertigt ist. Denn tatsächlich können sie von Nutzen sein. Verbreiten sie sich im Garten rasant, müssen aber passende Mittel und…
blank

Naturnah gärtnern: Engerlinge im Gartenboden

Liebe Gartenfreunde, in  dieser Gartensaison wurden sehr häufig Anfragen zu Engerlingen ( Käferlarven ) im Gartenboden gestellt. Anlass auf das Thema einzugehen. Bei Engerlingen handelt es sich um die Larven…
blank

Naturnah gärtnern: Richtig Gießen

die Wetterprognosen sagen auch für das Gartenjahr 2020 trockenes und heißes Sommerwetter voraus. Das heißt für uns Kleingärtner „umdenken“ beim Wasserverbrauch. Das Motto “Viel hilft viel” gilt beim Gießen nicht,…
blank

Naturnah gärtnern: Der Waschbär im Kleingarten

Der Waschbär ist weiter auf dem Vormarsch und entwickelt sich zu einer echten Plage. Immer häufiger trifft man die maskierten Eindringlinge auch in heimischen Gärten, auf Terrassen und Balkonen. Er verwüstet Blumenbeete, räumt Mülltonnen…