Naturnah gärtnern: Apfelwickler bekämpfen

Bild von gabi janssen auf Pixabay
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Einen wurmstichigen Apfel hat jeder schon einmal in der Hand gehabt. In den meisten Fällen handelt es sich um die Folge eines Befalls mit Apfelwicklern (Cydia pomonella). Der Apfelwickler ist ein Nachtfalter aus der Familie der Wickler. Die Raupen des mittlerweile weltweit verbreiteten Schmetterlings werden gerade in Kleingärten zu Schädlingen. Abhängig von Witterungsbedingungen entwickeln sich bis zu zwei Generationen pro Jahr. Die erste Generation an Apfelwicklern fliegt im Mai und Juni. Rund 30 bis 60 Eier legt ein weiblicher Falter auf den Blättern der Obstbäume ab.

Schäden durch Obstmaden

Nach wenigen Tagen schlüpfen die Larven und bohren sich in die jungen Früchte. Obstmaden ernähren sich in den folgenden drei bis vier Wochen sowohl vom Fruchtfleisch als auch von den Samen und zerstören damit das Kerngehäuse. Durch diese massiven Schäden setzt Fäulnis ein, die das Obst am Ende ungenießbar macht.

Am Ende ihrer Entwicklung verlässt die Obstmade den Apfel und versteckt sich zur Verpuppung entweder im Boden oder direkt am Stamm des befallenen Baumes. Aus diesen Puppen schlüpft im August und September die zweite Generation der Falter, deren Larven wiederum die mittlerweile älteren Früchte befallen.

Den Winter überleben die Larven der Apfelwickler problemlos in einem Kokon, den sie sich im Boden, an trockenen Orten direkt am Baum oder an umliegenden Holzbauten wie Rankgerüsten, Gartenlauben und anderen Holzkonstruktionen spinnen.

Mittel gegen Apfelwickler

Mit Nematoden werden die Larven des Apfelwicklers biologisch bekämpft – ohne Risiko für Menschen, Haustiere und Pflanzen. Es werden auch gute Erfolge erzielt im Einsatz gegen Pflaumen- und Birnenwickler. Das Produkt zur biologischen Schädlingsbekämpfung enthält neben den Nematoden auch ein biologisches Netzmittel. Die Behandlung des Stammes erfolgt nach der Ernte im Herbst oder im Frühjahr bis Ende April. Mit der Anwendung gegen die überwinternden Larven vermindert man erfolgreich die erste Population des Schädlings im Frühjahr. Dadurch wird die massive Eiablage auf den jungen Früchten verhindert und somit auch der unerwünschte Larvenfraß.

Anwendungstipps für gegen Apfelwickler

Zwischen September und März ist der richtige Ausbringungszeitraum im Obstanbau. Denn die feuchte Jahreszeit bietet optimale Bedingungen für den erfolgreichen Einsatz der Nematoden.

Vor der Ausbringung den Beutelinhalt wie auf der Packung beschrieben in Wasser auflösen und gut aufrühren, damit die Nematoden nicht wieder absinken. Anschließend die benötigte Menge Spritzbrühe in ein Sprühgerät füllen und die betroffenen Obstpflanzen sorgfältig einsprühen. Dabei sollten der Stamm und besonders die Veredelungsknoten rundum gut benetzt sein. Bei alten Bäumen tropfnass sprühen und die Leitäste mitbehandeln. Alternativ eignet sich bei kleineren Bäumen zur Ausbringung auch ein Kleisterpinsel.

Da die Larven der Apfelwickler als Winterquartier trockene Orte am Stamm, aber auch in hölzernen Bauten (Sandkisten, Schuppenwände) in der Nähe aufsuchen, sollten auch solche Stellen sowie der Boden um den Stamm herum mit Nematoden behandelt werden.

Es ist wichtig, dass die Flächen nach der Ausbringung nicht gleich wieder abtrocknen, daher das Mittel am besten spätnachmittags, abends oder im Regen ausbringen. Die Temperaturen müssen nach der Behandlung für einige Stunden mindestens 10 °C betragen.

Erik Behrens
Gartenfachberater der Gartenfachkommission des SLK und zertifizierter Pflanzendoktor / LSK

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