Klimatologischer Jahresrückblick 2020 für Sachsen – im Freistaat wird es immer wärmer und trockener.

Die zunehmende Sonnenscheindauer im Frühjahr führt zu einem
vorgezogenen Vegetationsbeginn und entzieht den Pfl anzen, die dann
anfälliger für Spätfröste sind, die dringend benötigte Feuchtigkeit. Foto: Bild von jplenio auf Pixabay
Die zunehmende Sonnenscheindauer im Frühjahr führt zu einem vorgezogenen Vegetationsbeginn und entzieht den Pfl anzen, die dann anfälliger für Spätfröste sind, die dringend benötigte Feuchtigkeit. Foto: Bild von jplenio auf Pixabay

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) und das Landesamt für Umwelt Landwirtschaft und Geologie (LfULG) haben ihren klimatologischen Jahresrückblick 2020 für den Freistaat Sachsen vorgelegt. Unter dem gemeinsamen Thema „Wetter trifft Klima“ veröffentlichen die Fachleute eine Bilanz, mit der sich eine klimatische Entwicklung in Sachsen abzeichnet, die alles andere als erfreulich ist.

Der Trend zeigt eine eindeutige Richtung: Es wird immer wärmer und trockener. Das Jahr 2020 war deutschlandweit das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Auch im Freistaat war es mit +2,2 Kelvin im Jahresdurschnitt deutlich zu warm. Der Monat Mai war im vergangenen Jahr der einzige Monat, der mit -1,0 Kelvin als zu kühl galt. Besonders der Winter 19/20 wird vom DWD mit +4,3 Kelvin als extrem warm eingestuft. Dadurch setzte die Pflanzenentwicklung 19 Tage früher ein. Ein kalter Winter, der der Flora und Fauna die lebenswichtige Ruheperiode beschert, fiel somit aus. Der frühe Vegetationsbeginn begünstigte die Schadwirkung des frostigen Wetters im März und führte zu erheblichen Ertragsausfällen und Qualitätsminderungen bei Obstbäumen wie Äpfeln, Birnen und Kirschen.

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Diese Grafik zeigt, dass in ganz Sachsen Wasserknappheit
herrscht. Im Durchschnitt fehlen dem Freistaat 800 l/m² an Niederschlag, was ein Defizit von einer halben Jahresmenge bedeutet. Grafik: LfULG

Das Jahr 2020 setzt den gleichartigen Witterungsverlauf aus den Jahren 2018 und 2019 fort. Drei Jahre in Folge herrscht ein Niederschlagsdefizit. Besonders in Mittelsachsen ist das Defizit mittlerweile so massiv, dass seit 2018 etwa ein halber Jahresniederschlag an Wasser fehlt. kurzfristige Starkregenereignisse hingegen tragen nichts bis wenig zur Auffeuchtung der Böden oder Aufhöhung des Grundwassers bei. Die anhaltende Trockenheit führte bei Gemüse zu Ertragsausfällen, die oftmals nicht durch Bewässerung ausgeglichen werden konnten.

Aus der Klima-Projektionen der vergangenen zehn Jahre (2011-2020) zeichnet sich ab, dass die Änderungen der Lufttemperatur und der Sonnenstunden in Sachsen bereits das Niveau des Szenarios RCP2.6 (Klimaschutz-Ziel) erreicht haben, wie sie vom Weltklimarat IPCC eigentlich erst für das Jahr 2100 prognostiziert wurden.

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Die Beobachtungen aus den Datensätzen seit 1881 zeigen einen eindeutigen Trend: Die Lufttemperatur in Sachsen steigt in einem Maße, wie sie vom IPCC eigentlich erst für das Jahr 2100 prognostiziert wurde. Grafik: LfULG
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