Wie mit Wasser umgehen – richtig gießen

Das Motto “Viel hilft viel” gilt beim Gießen nicht, im Gegenteil. Flasches Gießen kann unnötige Kosten verursachen und den Pflanzen sogar Schaden zufügen. Richtiges Gießen ist angesagt, doch dabei müssen einige simple Regeln beachtet werden, um die Pflanzen optimal zu versorgen und nicht mehr Wasser als unbedingt erforderlich zu verbrauchen.

Zuerst muss die Grundlage zum Einsparen von Wasser durch Mulchen (leichtes Abdecken der Beete mit Pflanzenmaterialien) geschaffen werden. Verschiedene Mulchmaterialien können hierfür verwendet werde, z.B.:  (Button “Weiterlesen”)

  • Rasenschnitt
  • halbverrottetes Holzhäckselgut
  • Schafwolle

Besonderes Augenmerk verdient die Schafwolle. Diese enthält primäre Nährstoffe, die infolge biochemischer Prozesse durch die Mikroorganismen für die Pflanze in aufzunehmende Nährstoffe umgewandelt werden.

Der Boden unterhalb einer Mulchdecke bleibt locker und heizt sich in den Sommermonaten nicht so schnell auf. Sie dient als gute Verdunstungssperre des Bodens. Gießwasser dringt schnell ein, verdunstet aber sehr langsam. Außerem verhindert eine Mulchschicht eine Verschlämmung (Verdichtung) des Bodens durch den Regen und das Gießen. Ganz nebenbei trägt die Mulchschicht außerdem dazu bei, den Unkräutern das Leben schwer zu machen. Jeden Tag ein bisschen gießen, davon rate ich ab!

Optimal für Ihre Pflanzen ist es, wenn Sie Ihre Beete alle paar Tage ausgiebig gießen. Auf diese Weise bilden die Pflanzen tiefreichende Wurzeln und überstehen Trockenzeiten besser. Nach und nach können so die Gießintervalle vergrößert werden und Sie sparen dadurch Wasser und Zeit.

Gießen Sie stets am frühen Morgen oder abends. Besser ist es morgens, denn zu diesem Zeitpunkt ist der Boden kühler als abends. Auf einem „aufgeheizten“ Untergrund verdunstet Wasser wesentlich schneller als auf einem kühleren.

Verschiedene Pflanzen, wie Rosen, Gurken, Kopfsalat oder Tomaten dürfen nach Möglichkeit nicht mit Gießwasser direkt in Berührung kommen. Stattdessen gießen Sie vorsichtig mit einem Schlauch und ganz geringem Druck von der Seite. Die Gießwassertemperatur sollte mit der Bodentemperatur in etwa übereinstimmen.

In den heißen Sommermonaten kann es passieren, dass Ihr Regenwasser im Fass oder IBC-Behälter anfängt unangenehm zu riechen. Man sagt auch dazu, das Wasser sei umgekippt. Durch das Belüften des Wassers werden anaerobe Bakterien vernichtet und die Mikroorganismen, welche die Wasserqualität erhalten, gefördert. Für diese Zwecke gibt es im Handel Sauerstoffpumpen und Sprudelsteine.

Grüner Algenbewuchs in den weißen IBC-Behältern sehen nicht ansehnlich aus – ist jedoch harmlos, denn diese Algen produzieren Sauerstoff und wenn das Wasser auf die Beete kommt, ist es wertvoller Dünger.

Jörg Pieper – Gartenfachberater der Fachkommission des SLK 

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