Mehrere Tausend Nachtfalter-Arten in Deutschland

Die Gammaeule; Foto: Merit Lenk

Naturkundemuseum Leipzig ruft Bürgerinnen und Bürger dazu auf, beim Bioblitz 2022 mitzumachen und ihre Naturbeobachtungen zu melden

Die Meldeplattform Observation.org und Projektpartner haben den Bioblitz 2022 gestartet, um naturkundlich Interessierte über das gesamte Jahr hinweg zum Erforschen der Pflanzen, Pilze und Tiere ihrer kreisfreien Stadt oder ihres Landkreises aufzurufen. Das Naturkundemuseum Leipzig lädt nun aktive Naturbeobachterinnen und –beobachter ein, besonders die Nachtfalter näher zu betrachten. Entdeckungen können fotografiert und per Smartphone über die App „ObsIdentify“ oder über die Webseite www.observation.org gemeldet werden.

„Der Sommer neigt sich dem Ende zu, die Tage werden merklich kürzer. Der September ist eine gute Zeit, um das Augenmerk auf eine Tiergruppe zu lenken, die sonst im Dunkeln verborgen bleibt: die Nachtfalter“, sagt Museumsdirektor Dr. Ronny Maik Leder. Es gibt in Deutschland mehrere Tausend Nachtfalter-Arten. Die Tagfalter stehlen den Nachtfaltern oft die Show, dabei sind die Nachtfalter ebenfalls sehr vielfältig und spannend.

Auch die Nachtfalter von Arten- und Lebensraumverlust betroffen

Das aktuelle Problem des Rückgangs der Biodiversität gefährdet auch die Nachtfalter. Oft sind die Arten auf bestimmte einheimische Pflanzen spezialisiert. Ein artenreiches Biotop ist also essenziell, um Futter für verschieden Falterarten zu bieten. Die Interaktion in einem Ökosystem ist komplex. Die Nachtfalter brauchen diverse Pflanzenarten und von den Faltern und anderen Insekten ernähren sich wiederum die Vögel. Dieser kleine Ausschnitt aus dem Nahrungsnetz zeigt, wie wichtig es ist, nicht nur einzelne Arten, sondern die Artenvielfalt an sich zu schützen. Um gezielte Schutzmaßnahmen ergreifen zu können, müssen die Bestände beobachtet werden.

Jeder einzelne kann beitragen

„Sie, die Citizen Scientists (Bürgerwissenschaftler/-innen), können wertvolle Daten für die Wissenschaft liefern“, sagt Armin Dahl, Schmetterlingsexperte von der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. „Die gesammelten Daten werden für die Forschung und den Naturschutz genutzt. Dazu kann man seine Beobachtungen ganz einfach bei Observation.org speichern oder die App ObsIdentify benutzen. Und alle Daten gehen automatisch in den Bioblitz 2022 ein.“

Durch die Beteiligung am Bioblitz 2022 können alle naturkundlich interessierten Laien zur Erforschung der biologischen Vielfalt allgemein und auch der Nachtfalter beitragen. Durch die automatische Foto-Bestimmungsfunktion der App kann jede/-r teilnehmen, auch ohne Artenkenntnis. Mithilfe der so erhobenen Daten sollen verschiedene wichtige Fragen wissenschaftlich fundiert beantwortet werden.

„Jeder Spazierganz durch die Natur oder im eigenen Garten bietet Gelegenheit, Daten zu sammeln, und natürlich auch, eindrückliche Erlebnisse in der Natur zu haben. Eine großflächige Bürgerbeteiligung bei der Erfassung von Artvorkommen kann für die Forschung und den Biodiversitätsschutz eine große Chance sein“, sagt Dr. Ronny Maik Leder abschließend.

Weitere Informationen zur Aktion unter www.bioblitze.lwl.org und https://observation.org/  Interessierte finden die Ergebnisse der Bioblitze 2022 unter https://observation.org/bioblitz/categories/d-landkreise-und-kreisfreie-stadte-2022.

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