Der Boden im Kleingarten: Bodenstruktur und Bodenarten

Bild von walkersalmanac auf Pixabay
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Bodenstruktur: Die Struktur des Bodens ist durch die räumliche Anordnung der festen Bodenbestandteile zueinander definiert. Diese sind voneinander getrennt durch Zwischenräume, die entweder mit Luft und oder Wasser gefüllt sind. Man unterscheidet sogenannte Einzelkorn- und Krümelstruktur. Bei Einzelkornstruktur liegen die Mineralbestandteile mehr oder weniger stark ineinander zusammengefügt vor. Je höher der Feinanteil, umso stärker die Neigung zur Verdichtung. Bei der Krümelstruktur dagegen ist der Lebensraum von mineralischen und organischen Substanzen zu Bodenkrümeln mit genügend Hohlräumen für Luft und Wasser durchsetzt.

Bodenarten: Die Bodenarten werden nach den Korngrößenverhältnissen eingeteilt in grobkörnige und feinkörnige Böden. Grobkörnige weisen eine große Porung auf, jedoch eine kleine innere Oberfläche. Dadurch sind die Nährstoffionenbindung und das Wasserspeichervermögen gering. Sie sind aber luftig, beweglich und wasserdurchlässig (z.B. Geröll und Sandböden). Feinkörnigen Böden dagegen besitzen eine minimale Porung, große innere Oberfläche und somit auch eine starke Nährstoffionen- und Wasserbindung. Sie sind gering oder nicht wasserdurchlässig (z.B. Ton Böden, Lehmböden).

Die Böden werden in drei Hauptkategorien unterteilt:

Sandboden hat eine grobe Körnung und ist leicht zu bearbeiten. Dieser hat eine geringe Wasserhaltekraft sowie eine geringe Nährstoffspeicherung. Der Vorteil des Sandbodens ist die gute Wärmespeicherung, aber sie kühlen auch schneller wieder aus (Sandwüsten). Verbessern kann man diesen Boden durch Anteile mit Lehm oder Humus.

Lehmboden hat eine mittlere bis feine Körnung. Er ist mittelschwer bis schwer. Diesen finden wir zumeist in unseren Kleingärten vor. Zum Teil ist diese Bodenart sehr schwer zu bearbeiten und weist eine zeitlich verlangsamte Erwärmung auf. Ein großer Vorteil ist die Wasserhaltekraft und eine gute Nährstoffspeicherung. Lehmböden kann man mit Kalk oder Humus verbessern.

Tonboden besitzt mehr als 50 % Tonanteile. Sie speichern daher sehr gut Wasser und Nährstoffe. Allerdings sind sie bei hoher Feuchtigkeit äußerst schlecht zu bearbeiten, weil sie recht wasserundurchlässig sind und schnell verschlämmen. Dabei wird die Oberfläche luftundurchlässig, was den Humusabbau behindert. Zunehmender Sand- und Kalkanteil verbessert ihre Eigenschaften.

Olaf Weidling – Gartenfachberater der Fachkommission des SLK

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