Artenvielfalt der Bodendecker: Gundermann

Der Gundermann (Glechoma) gehört zur Familie der Lippenblütler und ist überall in Europa zu Hause. Diese Pflanzengattung umfasst nur eine Art, die auch als efeuartiger Gundermann bezeichnet wird. Gundermann findet man in der freien Natur an Zäunen, auf Wiesen und unter lichten Gehölzen. Er breitet sich durch lange Ausläufer, die immer wieder Wurzeln bilden aus (daher auch ein weiterer Name „Gundelrebe“). Dadurch kann sich ein fester, niedriger und geschlossener „Rasen“ bilden.

Der Gundermann hat Stängel, die dicht mit sattgrünen, herznierenförmigen oder kreisrunden und kurzgestielten Blättern besetzt sind. Die ganze Pflanze ist mit kurzen Haaren besetzt. Je 2 bis 3 wechselständige violette Blüten haben eine sehr breite Unterlippe und borstige Deckblätter, die etwas nach Melisse riechen. Diese sitzen an vier- bis sechsblütigen Stielen, die von März bis Mai blühen. Im Sommer folgt eine Nachblüte.

Die Blätter und Blüten sind essbar und enthalten viele Wirkstoffe. Diese sind stoffwechselanregend, schleimlösend, harntreibend und wundheilend.

Der anspruchslose Gundermann gehört zu den besten (!) Rasen- und Fugenpflanzen. Er liebt Schatten oder Halbschatten, bei starker Sonne und großer Trockenheit verliert die Pflanze viele Blätter. Gundermann kann auch gut in einem Topf auf dem Balkon gehalten werden. Im Steingarten kann der Gundermann angepflanzt werden, wenn genügend Platz vorhanden ist. In jedem Fall muss die Pflanze im Zaum gehalten werden. Wenn auf dem Gundermann herum getreten wird, schadet das der Pflanze und Fläche nicht.

Gundermann lässt sich leicht durch Teilung vermehren. Nützlinge besuchen gern die süßen Blüten. Leider wird diese  unverwüstliche Pflanze nicht genügend beachtet und verwendet.

In Gartenmärkten wird eine sehr schöne weißbunte Sorte angeboten, die leider harte Winter nicht überstehen kann. Die Glechoma hederacea ist seit 1596 (!) in gärtnerischer Kultur. Bei den Germanen war Gundermann Bestandteil einer Kultspeise. In ländlichen Regionen wird er als Gründonnerstagsuppe gegessen. In unserem „Umwelt- und Informationsgarten“ testen wir auf einem Beet die Begehbarkeit der mit Gundermann bepflanzten Fläche.      

Viel Erfolg mit dem interessanten Bodendecker wünscht

Gartenfachberater Edgar Schmitt – KGV “Alt Schönefeld“ 

Nachtrag:In den vergangenen Jahren habe ich im „Leipziger Gartenfreund“ auch Serien über Nutzpflanzen verfasst. Oft habe ich dabei  Tipps zu deren Verwendung bzw. Rezepte beigefügt. Offensichtlich werden meine Rezeptvorschläge vermisst. Die jetzige Serie Bodendecker bietet kaum Raum für Vorschläge zum Verzehr der meist winzigen Pflänzchen. Trotzdem mal hier wieder ein Rezept zum Backen einer Torte ohne Backofen mit Gundermann.

Süßes Gundermännchen: Boden: 200 g Mürbeteigkekse, 100 g Butter. Belag: 200 g Vanillejoghurt und Frischkäse, 6 EL Zitronensaft und Zucker, 50 g Gundermannblätter, 200 g Sahne steifgeschlagen; 6 Blatt Gelatine, aufgelöst und in 100 ml Milch verrührt. Kekse zerkrümeln, mit Butter verkneten und in eine Form drücken. Belagzutaten verrühren. Sahne und Gelatine zugeben, auf den Keksboden streichen. Im Kühlschrank fest werden lassen.

Im Sommer ideal, die Küche bleibt kalt. Guten Appetit, Ihr Edgar Schmitt

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