Artenvielfalt der Bodendecker: Ziest

Bild von laslia auf Pixabay

Der Ziest (Stachys) gehört zur Familie der Lippenblütler. Weltweit gibt es über 300 Arten. In unseren Gärten findet man von dieser Pflanzengattung nur die eine Art, die aber unter verschiedenen Namen gehandelt wird; S. olympica, byzantinia, germanica oder lanata.

Es handelt sich dabei um einen Bodendecker, der häufig auch in Grünanlagen, Gartenschauen und Bauerngärten anzutreffen ist. Der griechische Pflanzenname wurde von stachys = Ähre abgeleitet. Die für uns brauchbare Art ist wohl im Kaukasus, in Österreich und auf dem Balkan beheimatet.

Der Ziest, auch Esels- oder Hasenohr genannt, ist wohl deshalb so verbreitet, weil er äußerst pflegeleicht ist und keine Beikräuter aufkommen lässt. Er bildet einen wolligen, völlig geschlossenen „Rasen“. Aus niederliegenden, wurzelnden Stängeln wachsen große, dicke rosettig stehende Blätter, die länglich-elliptisch und dicht silbrig-wollig behaart sind. Kleine rote bis lilafarbene Blüten sind in lockeren, großen Ähren angeordnet.

Die Sorte „Silver Carpet“ blüht von Juni bis August. Nach dem Verblühen sollte man die Blüten („der Ordnung halber“) entfernen. Die verbreitete Staude bekommt schnell „Junge“ und ist sicher von einem Gartennachbar oder auch im Gartenhandel zu erhalten. Die Teilung der Pflanzen ist jederzeit möglich.

Wer größere Gartenflächen bedecken oder seinem Steingarten etwas Neues zugeben möchte, ist mit dieser schnell wachsenden Pflanze gut beraten. Andererseits muss man aufpassen, dass der Ziest im Steingarten nicht edlere Pflanzen überwuchert. Ziest erdrückt gerne Nachbarpflanzen, wenn man ihn lässt. 

Der ungemein genügsame wollige Ziest eignet sich auch für Böschungen, Einfassungen und Gräber, die nicht oft versorgt werden können. Eigentlich muss Stachys gar nicht versorgt werden, aber im Sommer 2018 war man gut beraten, diese Pflanzen gelegentlich auch zu gießen. Sonne liebt Ziest allerdings sehr, seine Blätter leuchten dann silbrig-weiß. Im Schatten „vergrünen“ die Blätter etwas oder bekommen gar faule Stellen.

Viel Erfolg mit dem Bodendecker wünscht

Gartenfachberater Edgar Schmitt – KGV “Alt Schönefeld“

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