Aus der Vogelwelt: Möwen (3) – Sturmmöwe

Bild von Psubraty auf Pixabay
Bild von Psubraty auf Pixabay

Die Sturmmöwe (Larus canus) ist eine mittelgroße Möwe, ähnlich der Silbermöwe, jedoch kleiner als diese, aber größer als eine Lachmöwe. Kopf, Rumpf und Schwanz sind weiß, Rücken und Flügeloberseite hellgrau gefärbt. Auf den schwarzen Flügelspitzen setzen sich jeweils ein größerer weißer Fleck auf den beiden äußersten Handschwingen und weitere weiße Punkte auf den folgenden Schwingen kontrastreich ab. Füße und Schnabel sind gelblichgrün gefärbt. Der Schnabel hat (im Gegensatz zur Silbermöwe) keinen roten Fleck. Im Ruhekleid sind Oberkopf und Nacken graubraun gestrichelt.

Die Sturmmöwe ist Brutvogel im Norden Eurasiens (von Island bis zum Pazifik) und im Nordwesten Nordamerikas. In Europa ist die Art vor allem im Norden verbreitet. Sie brütet im Norden der Britischen Inseln, in weiten Bereichen der Nord- und Ostseeküsten, Fennoskandiens und Russlands. Kleinere Vorkommen gibt es auch auf Island und im südlichen Großbritannien. Seit etwa 1950 wird verstärkt das mitteleuropäische Binnenland besiedelt.

In Deutschland kommt die Art vor allem an der Nord- und Ostseeküste mit Schwerpunkt in Schleswig-Holstein vor. Im küstenfernen Binnenland Deutschlands gibt es nur lokale Vorkommensareale mit Schwerpunkten zwischen Dümmer und Weser, am Niederrhein sowie an den mitteldeutschen Tagebauseen um Bitterfeld und Leipzig.

Im Großstolpener See, südöstlich von Groitzsch, brüteten 30 Paare auf einer künstlich angelegten, etwa 500 m² großen Insel. Der Brutvogelbestand für Sachsen wird zwischen 150 bis 200 Paare angegeben.

Als Hauptnahrung dienen Regenwürmer, Ringelwürmer, Insekten, Fische, Kleinnager und Abfälle (z.B. auf Mülldeponien). Es wird aber auch pflanzliche Nahrung genutzt. Außerhalb der Brutperiode konzentrieren sich die Sturmmöwen an der Küste und im Küstenhinterland. Die Sturmmöwe ist ein Stand- und Strichvogel sowie ein Kurzstreckenzieher. Die Winterquartiere der mitteleuropäischen Unterart liegen vor allem am Nordatlantik, an der Nordsee und an der südlichen Ostsee. Die Sturmmöwe überwintert auch auf eisfreien großen Seen im Binnenland.

Klaus Rost 

Print Friendly, PDF & Email

Weitere interessante Beiträge

blank

Aus der Vogelwelt – Teich- und Sumpfrohrsänger

Der Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus ) im Volksmund auch Rohrspatz genannt, ist von den Rohrsängern am stärksten vertreten. Er ist ein in ganz Europa verbreiteter Zugvogel, der seine Heimat Ende September/Anfang…
blank

Rabenvögel in Leipzig

Den Winter verbringen wieder tausende Rabenvögel in Leipzig. Mit Geduld und Glück kann man spektakuläre Flugmanöver am Abendhimmel beobachten. Sie sind schwarz, groß, und über weite Entfernungen zu vernehmen. Die…
blank

Aus der Vogelwelt: Drosselrohrsänger

Stehende und langsam fließende Gewässer sind vielfach von einem Schilfgürtel umrahmt, dessen Breite durch den Tiefenabfall der Uferzone bestimmt wird. Nimmt die Tiefe nur allmählich zu, so kann sich die…
blank

Aus der Vogelwelt: Das Blässhuhn

Das Blässhuhn, auch Blesshuhn oder Bläßhuhn geschrieben (stammt vom Wort “Blesse”, gehört zur Familie der Rallen. Es hat mit den Hühnern überhaupt nichts gemein, egal welche Schreibweise gewählt wird, sondern…
blank

Aus der Vogelwelt: Der Fasan

Zur Vorstellung des ursprünglich aus Mittelasien stammenden Vogel gehört ein Blick in seine Geschichte. Der Jagdfasan (Phasianus colchicus,)oft auch nur kurz Fasan genannt, wurde schon vor 2000 Jahren eingeführt, und…