Aus der Vogelwelt: Der Fasan

Bild von Hans Benn auf Pixabay
Bild von Hans Benn auf Pixabay

Zur Vorstellung des ursprünglich aus Mittelasien stammenden Vogel gehört ein Blick in seine Geschichte. Der Jagdfasan (Phasianus colchicus,)oft auch nur kurz Fasan genannt, wurde schon vor 2000 Jahren eingeführt, und zwar zunächst nach Griechenland.

Nachdem er bereits von Griechen und Römern zu kulinarischen Zwecken gehalten, wurde er hauptsächlich als Jagdvogel in Mitteleuropa eingeführt. Von dort kam er über Italien nach Deutschland und wird um 1250 in der Gegend von Kolmar schon als gemeiner Vogel genannt. Urkunden um 1350 deuten auf das Vorkommen des Fasans in Hessen und Bayern hin. 1460 wurde die erste Fasanerie in Deutschland bei Ingolstadt angelegt. Um 1500 wurden in Sachsen 200 Fasane ausgesetzt, die sich gut entwickelt zu haben scheinen, da sie bald als Jagdwild genannt wurden. 1626 schließlich wurden von Wallenstein Fasane in Mecklenburg eingeführt. Allmählich breitete sich der Fasan über ganz Mitteleuropa aus. Vor rund 150 Jahren wurden nach und nach weitere Rassen des Jagdfasans in Mitteleuropa, teilweise auf dem Umweg über England, aus Mittel- und Ostasien eingeführt. Zunächst wurde der mongolische Ringfasan (Phasianus colchicus torquatus) und der ringlose Kupferfasan (Syrmaticus soemmerringii) bei uns eingebürgert, bald folgte eine größere Anzahl weiterer Rassen, die sich laufend miteinander kreuzten, sodass unsere heutigen Bestände an Fasanen alles andere als reinblü-tig sind, was auch oft in ihrer äußeren Erscheinung zu erkennen ist. Da er seit über 700 Jahren in Deutschland ansässig ist wird er zu unserer heimischen Vogelwelt gezählt.

Auch heute werden noch Fasane in Fasanerien extra für die Jagd gezüchtet. Der Fasan zählt zu den Standvögeln. Durch ihren langen Schwanz sind Fasanenhahn und –henne jederzeit hinreichend gekennzeichnet. Der Hahn ist kupferfarbig, Kopf und Hals sind dunkelgrün mit metallischem Glanz. Im einzelnen variiert das Gefieder stark, da – wie oben schon hingewiesen – die wenigsten bei uns vorkommenden Fasane noch reinrassig sind. Durch Kreuzungen mit dem Ringfasan tritt bei manchen Fasanenhähnen ein weißer Halsring mehr oder weniger deutlich in Erscheinung. Auffallend sind die leuchtend roten Hautlappen um das Auge, den sogenannten „Rosen“, bei den Hähnen, die während der Balz innerhalb weniger Sekunden weiter anschwellen. Die Henne trägt ein mehr bodenfarbiges Gefieder. Die Jungen gleichen weitgehend der Henne, sind jedoch kurzschwänziger. Die Körperlänge beträgt beim Hahn ca. 90 cm bei einem Gewicht von ca. 1,9 kg. Die Henne ist wesentlich kleiner und leichter (ca. 62 cm und 1,5 kg).

Der Fasan ist als klassischer Kulturfolger anzusehen. Er liebt weite, von Hecken und Feld-gehölzen unterbrochene und wintermilde Agrarlandschaften mit Schilfdeckung an möglichst fließenden Gewässern. Er hält sich jedoch auch in angrenzenden lichten Wäldern auf. In den Feldfluren benötigt er allerdings Gehölze und Hecken, die ihm ausreichend Deckung bieten.

Der Fasan lebt in „Keinehigkeit“. Ein dominanter Hahn besitzt meistens 5 bis 6 Hennen.

Er tätigt eine Jahresbrut in der Zeit von Mai bis Juni. Die Hennen legen 10 bis 16 einfarbig olivbraun oder olivgrau glänzende Eier in einer flachen Mulde am Boden die mit Pflanzen ausgekleidet wird. Die Nester sind versteckt im tiefen Gras, zwischen Brennnesseln oder im Unterholz. Wenn das Fasanennest durch Fuchs, Marder oder zu frühes mähen zerstört wird gibt es ein Nachgelege.

Ist die Fasanenhenne mit dem Eierlegen fertig, beginnt die Bebrütung die ca. 25 Tage dauert. Die jungen Fasanen-Küken schlüpfen alle an einem Tag und zählen zu den Nestflüchtern. Fasanenküken bekommt man sehr selten zu sehen, da die Henne sehr vorsichtig im offenen Gelände ist.

Fasane leben vorrangig von pflanzlicher Nahrung. Die Bandbreite reicht dabei von Sämereien bis hin zu Eicheln und Beeren. Aber auch Rhizome und grüne Pflanzenteile verschmäht der Fasan nicht. Diese zerkleinert er, wie alle Hühnervögel, mit Hilfe aufgenommener Steinchen in seinem muskulösen Magen. Vor allem die Jungtiere fressen in den ersten Lebenswochen kleine Wirbellose wie Regenwürmer, Nackt- oder Gehäuse-schnecken und Insekten.

Der Fasan ist unter § 2 des Bundesjagdgesetzes (BJagdG) gelistet und darf gemäß Bun-desjagdzeiten-Verordnung vom 16. Oktober bis 15. Januar bejagt werden. Alle anderen Hühnervogelarten sind in Sachsen ganzjährig geschont!

Wenn sich auch freilebende Populationen des Fasans recht gut in der Kulturlandschaft halten, sind doch meist Hegemaßnahmen und Aussetzungen erforderlich, um den Be–stand auf Dauer aufrecht zu erhalten. Deshalb werden in Fasanerien, in großen Ausmaßen und unter künstlichen Bedingungen Eier und Jungvögel produziert oder mit teils erheblichem Aufwand Fasaneneier von Hühnern oder Puten ausgebrütet und die Jungvögel in möglichst natürlicher Umgebung aufgezogen und ausgewildert.

Der Fasan wird als delikates Wildgeflügel geschätzt, das zur Jagdsaison auf Märkten aber auch ganzjährig in manchen Fleischereien und Feinkostgeschäften sowie tiefgefroren in Supermärkten angeboten wird. Nicht selten stammen die Vögel dann aus Intensivtierhaltungen.

Klaus Rost

Weitere interessante Beiträge

blank

Aus der Vogelwelt: Das Blässhuhn

Das Blässhuhn, auch Blesshuhn oder Bläßhuhn geschrieben (stammt vom Wort “Blesse”, gehört zur Familie der Rallen. Es hat mit den Hühnern überhaupt nichts gemein, egal welche Schreibweise gewählt wird, sondern…
blank

Aus der Vogelwelt: Ammern (5) Grau-, Zaunammer

Die Grauammer (Emberitza calandra) ist die größte Ammer Europas. Der ehemals häufige Singvogel wird leider zunehmend von der intensivierten Landwirtschaft bedroht. Wie das Wort Calandra andeutet („Lerche“ auf Griechisch), ähnelt…
blank

Aus der Vogelwelt: Ammern (4) Ortolan, Grauortolan

Der Ortolan (Emberiza hortulana), wird auch als Gartenammer bezeichnet, ist, oder besser war wie wir später erfahren, eine charakteristische Art der offenen Landschaft. Lebensraum sind die reich gegliederten Agrarlandschaften im…
blank

Aus der Vogelwelt: Ammern (2) Rohr-, Fichtenammer,

Die knapp sperlingsgroße Rohrammer (Emberiza schoeniclus) kann mit keiner anderen unserer einheimischen Ammern verwechselt werden. Rohrammer-Männchen haben einen schwarzen Kopf und eine schwarze Kehle, dazwischen liegt ein weißes Nacken-band, das…