Artenvielfalt der Bodendecker: Fette Henne

fat-hen-737409_1280(1)

Fette Henne (Sedum). Der botanische Name bedeutet: sedere = sitzen. Auch diese Pflanze gehört, wie viele Bodendecker, zu den Dickblattgewächsen (Crassulaceae). Allerdings ist Sedum mit 420 Arten (!) die umfangreichste Gattung dieser Familie. Dazu kommen noch zahllose Sorten.

Als sitzend wird man wohl die Eigenschaft vieler Sedum-Arten bezeichnet haben, weil sie so genügsam sind und auf Steinen aufsitzend wachsen können. Die Gattung Sedum ist auf der ganzen nördlichen Erdkugel verbreitet. Arten von Erdteilen und Ländern, in denen es kaum Frost gibt, finden sich bei uns als Zimmerpflanzen in Gartenmärkten.

Die vielen Arten können natürlich hier nicht alle genannt werden. Die Beschreibungen würden ein ganzes Buch füllen. Bei google.de Sedumarten finden Sie schon mal sehr viele Bilder dieser Gattung.

Die Pflanzen sind für uns Gartenfreunde so interessant, weil sie fleischige Blätter haben, die Trockenperioden gut überstehen und sogar, wie Hauswurz, auf einem Dach wachsen können. Auch diese Pflanzen sind aus Steingärten, Trockenmauern, Gräbern, kleinen Einfassungen, Einpflanzungen, Fugenbepflanzungen zwischen Trittsteinen usw. bekannt.

Die meisten Sedum-Arten lieben einen vollsonnigen Standort und trockene magere Böden. Alle „Fette-Henne-Arten“ kann man problemlos teilen. So kann man sie auch vermehren und an interessierte Gartenfreunde verschenken. Die Vermehrung erfolgt am Besten im Frühjahr oder Sommer. Dichte Polster bedecken den Boden so, dass dort kaum Unkraut wachsen kann.

Schädlinge habe ich an meinem Sedum noch nie gefunden. Düngung, Gießen, Pflanzenschutz und Bodenbearbeitung ist nicht erforderlich. Auch ein Grund, mit diesen Pflanzen geeignete Standorte zu schmücken.

Verwendung: In Deutschland ist wohl die Art S. acre am verbreitetsten. Der sogenannte Mauerpfeffer blüht gelb. Weil er Alkaloide, Flavonoide, Gerbstoffe und Schleimstoffe enthält, ist er als eine uralte Arzneipflanze bekannt. Vor allem können damit Schwellungen und Entzündungen behandelt werden.   

Viel Erfolg mit dem interessanten Bodendecker wünscht 

Gartenfachberater Edgar Schmitt – KGV “Alt Schönefeld“

Weitere interessante Beiträge

blank

Artenvielfalt der Bodendecker: Bodendecker-Thymian

Der Thymian (Thymus) gehört zur Familie der Lippenblütler. Im „Leipziger Gartenfreund“; Ausgabe März 2017 – Seite 21, finden die Sammler unserer Verbandszeitschrift bereits einen Beitrag zum Thema Thymian. Allerdings ging es…
blank

Artenvielfalt der Bodendecker: Ziest

Der Ziest (Stachys) gehört zur Familie der Lippenblütler. Weltweit gibt es über 300 Arten. In unseren Gärten findet man von dieser Pflanzengattung nur die eine Art, die aber unter verschiedenen Namen gehandelt…
blank

Artenvielfalt der Bodendecker: Haselwurz

Die Haselwurz (Asarum) gehört zur Familie der Osterluzeigewächse.  In der Literatur findet man über 30 weitere verschiedene deutsche Namen, wie Hexenrauch, Leberkraut oder Teufelsklaue. Dazu kommen noch viele regionale und…
blank

Artenvielfalt der Bodendecker: Günsel

Der Günsel (Ajuga) gehört zur Familie der Lippenblütler. Die für unsere Kleingärten in Frage kommenden Arten sind in Europa bis zum Kaukasus beheimatet. Die 65 bekannten Arten von Günsel kommen…
blank

Artenvielfalt der Bodendecker: Gundermann

Der Gundermann (Glechoma) gehört zur Familie der Lippenblütler und ist überall in Europa zu Hause. Diese Pflanzengattung umfasst nur eine Art, die auch als efeuartiger Gundermann bezeichnet wird. Gundermann findet man…