Artenvielfalt der Bodendecker: Bruchkraut

Herniaria glabra am Rheinufer bei Bonn.
Foto: Michael Becker CC BY-SA 3.0
Herniaria glabra am Rheinufer bei Bonn. Foto: Michael Becker CC BY-SA 3.0

Bruchkraut (Herniaria). Die Pflanze gehört zu den Nelkengewächsen. Das sieht man ihr aber nicht an. Das Bruchkraut hat winzige Blüten die hellgrün sind und in Knäulen sitzen. Die Blütezeit ist von Juni bis August, wird aber kaum wahrgenommen. Der botanische Name ist von Bruch (lat. hernia) abgeleitet.

Bruchkraut kommt in Europa, Nordafrika und Asien vor. Dort gibt es viele verschiedene Arten. Bei uns kommt allerdings nur das Kahle Bruchkraut (Herniaria glabra) in Frage. Diese Art ist an Stellen mit durchlässigem Boden (also eigentlich in jedem Garten) sehr gut als Rasenersatz geeignet. „Ersatz“ ist eigentlich nicht die passende Bezeichnung.

Bruchkraut ist viel besser als Gras. Es muss vor allem nicht gemäht werden. Somit fallen unzählige Arbeitsstunden weg, die sonst für einen gepflegten Rasen notwendig sind. Strom oder Benzin sind nicht erforderlich. Die Bau- und Gartenmärkte wird es nicht freuen; die Anschaffung von Rasenmähern und -trimmern kann man sich sparen. Der „Bruchkrautrasen“ wird kaum 3 cm hoch ! Die Fläche wird nicht gedüngt und nicht bewässert. Auch Pflanzenschutzmaßnahmen entfallen. Mir ist jedenfalls kein Schädling auf Bruchkraut aufgefallen, während Rasenflächen zunehmend mit Rasenrost befallen werden. Allerdings wie überall: Wenn Unkrautsamen angeweht werden, muss das auch auf dem „Bruchkrautrasen“ ausgestochen werden.

Bruchkraut unterdrückt aber Beikräuter gut. Ich habe in meinem Garten eine große Fläche der grünen Sorte „Caespitosa“. Ein Paar Pflanzen der gelben Sorte sind nicht so gut und werden hier nicht beschrieben. Über das Internet soll es zwar Samen geben, aber ich halte mehr von Teilung (übrigens kann man Stecklinge auch gut mit Nachbarn teilen). Sie erinnern sich sicher, im eisigen Winter hatten Rasenflächen sehr gelitten und waren braun geworden. Der Herniaria-Fläche war diese Frostperiode überhaupt nicht anzusehen, sie war grün. Wer nicht gerade Fußball auf seiner Wiese spielen will, dem sei statt Gras Bruchkraut empfohlen.

Bruchkraut ist gut begehbar! Meine Enkel fanden diese Fläche, als sie noch klein waren, ebenfalls toll. Ich habe jedenfalls viel Freude an dieser Pflanze.

Viel Erfolg mit dem interessanten Bodendecker wünscht

Gartenfachberater Edgar Schmitt – KGV “Alt-Schönefeld”

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