Über den Gartenzaun gefragt: Rosen – Dickmaulrüssler und die Rosenblattwespe.

Hallo, hier ist wieder der „Garten-Olaf“.

Leider sind die wundervollen Rosen-Schöpfungen durch die Natur nicht nur durch pilzliche Angriffe bedroht, es sind auch tierische Schädlinge, welche unserer Rosen attackieren. Welche sind die bei uns am häufigsten vorkommenden Parasiten und wie kann man dagegen vorgehen, so fragen mich wiederholt die Kleingärtner.

Gleich zu Beginn: Ein zu 100% wirksames „Allheilmittel“ gegen sowohl pilzliche als auch tierische Schädlinge gibt es nicht! Hier hilft nur das Fördern von Nützlingen, z.B. durch das Aufstellen von Insektenhotels. Besonders wichtig ist, dass Schädlinge frühzeitig entdeckt werden, um eine Ausbreitung gleich im Keim zu ersticken. Kontrollieren Sie also regelmäßig, mindestens einmal pro Woche, ob sich bei Ihren Rosen „Untermieter“ zu schaffen machen.

Zurück zur Frage: Am häufigsten sind es die Rosenblattlaus, der Dickmaulrüssler und die Rosenblattwespe.

Das Schadbild der Rosenblattlaus: Die Blätter sind deformiert, gerollt und gekräuselt. An den Unterseiten der Blätter und an den Triebspitzen treten gelbe, grüne, schwarze oder graue, länglich-ovale Läuse auf. Sie bilden oft Kolonien. Im Sommer kommen auch geflügelte Tiere vor.

Befallene Pflanzenteile sind oft klebrig und auf den Blattoberseiten mit schwarzem Rußtau bedeckt. Oberseitig sind weiße Blattlaushüllen erkennbar, die durch Häutung der Insekten entstehen. Bei starkem Befall vergilben die Blätter und sterben ab. Auf ausgeschiedenem, sogenanntem Honigtau siedeln sich meist Pilzkrankheiten (Schwärzepilze / lat. Dematiaceae) an. Überwinterung als Ei an Gehölzen.

Gegenmaßnahmen: Wer auf Pflanzenschutzmittel (PSM) verzichten möchte, sollte auf den Einsatz von Nützlingen setzen, z.B. Marienkäfer, Florfliegen, Ohrwürmer und Gallmücken. Eine mäßige Stickstoffdüngung der Pflanze. Verwendung von schwach konzentrierter Schmierseifenlösung und nachfolgendem Abspülen kann helfen. Auch Bohnenkraut, Lavendel und andere stark aromatische Pflanzen können zwischen die Rosen gepflanzt, eine abschreckende Wirkung auf die Blattlaus haben.

Bekämpfung: „Spruzit AF Schädlingsfrei“. Bitte Beipackblatt durchlesen.          

Dickmaulrüssler: Der Gefurchte Dickmaulrüssler ist in zweifacher Hinsicht eine Gefahr für die Rosen. Erstens hinterlassen die erwachsenen Käfer Fraßspuren an den Blättern und zweitens schädigen die Larven im Boden die Wurzeln. Abends ist der Käfer unterwegs und auf den Blättern sichtbar.

Gegenmaßnahmen: Absammeln der Käfer. Tun wir es nicht, kann verminderter Wuchs der Rose auftreten sowie ein Absterben der gesamten Pflanze! Etwa ab April zeigen sich die erwachsenen Dickmaulrüssler besonders aktiv.

Eine weitere Methode ist, einen Blumentopf mit Holzwolle gefüllt unter den Rosenbusch zu stellen. Da sich der Käfer tagsüber in diesem versteckt, lässt er sich so leichter vernichten.

Im Juli werden die Larven des Gefurchten Dickmaulrüsslers zur größeren Gefahr, da sie bevorzugt die Rosenwurzeln verzehren. Um dies zu verhindern oder den Schaden zumindest gering zu halten, sollten Fadenwürmer zum Einsatz kommen.

Die größte Gefahr droht den Dickmaulrüssler durch heimische Vögel, Igel, Eidechsen und Spitzmäuse. Verschafft man diesen Tieren einen Unterschlupf, verringert sich garantiert die Anzahl an Käfern.

Als zusätzlicher Schutz und vorbeugende Maßnahme ist es ratsam, die Rosen mit Neemöl oder Neempresskuchen vor den Schädlingen zu schützen. Das Öl wird in geringer Menge dem Gießwasser zugesetzt, die Presskuchen in die Erde gedrückt. Die darin enthaltenen Stoffe wirken als natürliches Insektizid und werden über die Wurzeln in die Rose aufgenommen. Sie zeigen sich also von innen heraus effektiv und sollten schon im Frühjahr zum Einsatz kommen.

Das Schadbild der Rosenblattwespe: Schäden an den Rosenpflanzen werden auch durch die Larven der Rosenblattwespe hervorgerufen. In der Regel entstehen Schädigungen an den Blättern. Hier wird die Blattoberhaut abgefressen. Die darunterliegenden Blattteile vertrocknen und fallen aus. Es entstehen mehr oder weniger große Löcher. Es kann auch zum abfressen weicher Triebspitzen kommen, wodurch die Blüte der Rose gefährdet ist.

Es gibt verschiedene freifressende Blattwespenarten, bei denen ein oder zwei Generationen möglich sind. Je nach Art werden die Eier einzeln in die Blattstiele oder an die Blattunterseite abgelegt. Die Larven sind ca. 10 mm lang und meist grünlich gefärbt.

Gegenmaßnahme: Befallene Pflanzteile einschließlich der Schädlinge sind zu entfernen.

Bekämpfung: siehe oben.

Nachdenkenswert:

Warum sollten bei der Bekämpfung von Rosenschädlingen keine chemischen Mittel eingesetzt werden?

Der Griff zur Spraydose ist für viele nicht nur die einfachste Methode der Bekämpfung, sondern auch die einzige. Spätestens im Folgejahr erweist sich dieses Vorgehen jedoch als fataler Irrtum, denn es schadet mehr, als es Nutzen bringt!

Da die Insektizide oder Pestizide nicht nur die Schädlinge selbst, sondern oftmals auch die Nützlinge schädigen. Ergo: Es kehrt sich die „wohlgemeinte“ Absicht ins Gegenteil mit negativen Folgen um (u.a. Vergrößerung der Plagen).

Außerdem kann die chemische Belastung zur ungünstigen Beeinflussung der Bodenqualität führen.  

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde, ich kann nur dringend empfehlen, setzt biologische Mittel zur Bekämpfung der tierischen Schädlinge an Rosen und anderen Pflanzen ein. Die Pflanzen werden es Euch danken.

Euer „Garten-Olaf“

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