Über den Gartenzaun gefragt: Lagerung von Obst und Gemüse im Winter

Bild von Couleur auf Pixabay
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Liebe Gartenfreunde,

in der letzten Ausgabe des „Leipziger Gartenfreundes“ im alten Jahr möchte ich einige Hinweise zur Lagerung von Obst und Gemüse geben.

Vorab noch Tipps für Restarbeiten im Garten. Nach dem ersten Frost erntet man Rosenkohl, Wirsing und Grünkohl. Kälteverträgliches Gemüse, z.B. Radicchio, Endivien, Feldsalat und Lauch kann laufend geerntet werden. Bei bevorstehenden starken Nachtfrösten deckt man das verbleibende Wintergemüse vorsorglich mit Vlies ab. Noch eingelagertes Gemüse regelmäßig überprüfen, Schimmliges sowie Faulendes ist sofort auszusortieren. Auch auf die regelmäßige Lüftung der Lagerräume achten.

Nun zum Hauptschwerpunkt der korrekten Lagerung von Obst und Gemüse: Voraussetzung ist, dass sich das Einzulagernde in einem einwandfreien gesunden Zustand befindet. Es dürfen keine Gewebeverletzungen zu sehen sein und auch keine einsetzende Fäulnis. Zur Vermeidung dieser sollte Obst und Gemüse trocken sowie in gereinigten Behältnissen eingelagert werden.

Die Einhaltung des optimalen Erntetermins hat Priorität. Erntet man das Obst und Gemüse zu früh, führt dies bei der Lagerung zu Einschrumpfungen. Ein zu später Termin bewirkt dagegen, dass das Geerntete im Depot weich und anfälliger für Lagerkrankheiten (Fruchtfäule) sowie Fäulnis wird.

Auch ist zu bedenken, dass unser Obst und Gemüse nach der Ernte an Qualitätsverlust leidet. Hauptsächlich sind es der Feuchtigkeitsverlust und der Abbau der Kohlehydrate. Dies können wir minimieren, indem wir wichtige Grundsätze der Lagerung beachten. Dazu zählen Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftzirkulation, um die Frische unserer Ernteergebnisse möglichst lange zu erhalten.

  • Temperatur: Sie ist bei 2 bis 4 °C einzupegeln. Temperaturen unter 0 °C führen unweigerlich zu Frostschäden, wobei Wurzelgemüse und Kohlarten Temperaturen bis -6 °C noch vertragen.
  • Luftfeuchtigkeit: Der Feuchtigkeitsverlust des Lagergutes ist umso geringer, je höher die umgebende Luftfeuchtigkeit ist. Ist sie aber zu hoch, steigt das Risiko von Schäden durch Fäulniserreger schnell an. Zu geringe Luftfeuchtigkeit regelt man dadurch, indem man einfach Wasserbehälter aufstellt. Durch die Verdunstung steigt erhöht sie sich wieder.
  • Luftzirkulation: Bei einer zu intensiven Zirkulation trocknet das Erntegut aus. Eine stete leichte Luftbewegung mindert jedoch das Risiko des Auftretens von Fruchtfäulen.

Eine Lagerung im Freien (z.B. Vertiefung im Freilandboden oder im Kellerschacht) ist für unser Obst und Gemüse wesentlich effektiver als in warmen Räumen. Das Lager sollte gegen ein Austrocknen mit Folie abgedeckt werden. Wie schon angemerkt, überstehen Kohlarten und Wurzelgemüse leichte Minusgrade. Achten Sie darauf, dass Sie ihr Obst und Gemüse nur im aufgetauten Zustand transportieren.

Lagern im feuchten Sand: Möhren, Lauch, Kopfkohl, Kohlrabi und Sellerie können in einer mit feuchtem Sand ausgekleideten Kiste, mit Stroh oder Laub abgedeckt, gelagert werden.

Lagerung im Hauskellerbereich: Diese Art der Lagerung ist nur in kühlen Kellern sinnvoll, die entfernt von Zentralheizungen liegen! Hierbei wird das Obst auf gut gereinigte Lattenroste ausgelegt oder in sauberen Kisten gestapelt. Wichtig ist eine laufende Kontrolle, um verdorbene Früchte aussortieren zu können. Die ideale Lagertemperatur für Kartoffeln, Tomaten, Gurken, Auberginen, Paprika und Kürbis liegen in etwa bei 15 °C.

Lagern Sie Kartoffeln nicht zusammen mit Birnen und Äpfeln. Beide Früchte sondern Ethylen ab und lassen die Kartoffeln schneller reifen und verderben. Bemerkt man bei den Kartoffeln grüne Stellen, schneidet man diese ab, denn sie enthalten das Gift Solanin. Das waren Tipps zur Lagerung von Obst und Gemüse.

Allgemeines: Sobald die Gartenarbeiten abgeschlossen sind, werden alle Arbeitsgeräte inklusive der für die Bodenbearbeitung eingehend gesäubert und eingeölt. Nicht vergessen, die Entleerung der Wassertonnen, denn der Frost hat eine unangenehme zerstörerische Wirkung.

Gefallene Blätter sind eine vorzügliche Wärmedecke für die Beete. Damit die Rasengräser nicht faulen, ist das Laub von den Rasenflächen zu entfernen. Lassen Sie ruhig ein wenig Schnittgut von Sträuchern und Bäumen in einer geschützten Ecke liegen. Damit finden Tiere, z.B. der Igel, Schutz, Wärme und einen Unterschlupf.

Immergrüne Gehölze, wie Rhododendron und Buchsbaum, sollten auch im Winter bei frostfreier Witterung bewässert werden. Wer sich in der kalten Jahreszeit etwas Frühling in die Stube holen möchte, kann sich Zweige von frühblühenden Gehölzen, z.B. Forsythie oder Kirsche, Anfang Dezember ins Wasser stellen und sie werden um die Weihnachtszeit blühen.

Liebe Gertenfreundinnen und Gartenfreunde, ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen ein angenehmes Weihnachtsfest, einen guten Jahresauftakt, Gesundheit sowie Schaffenskraft für 2020 und den oft zitierten „Grünen Daumen“.

Euer “Garten-Olaf”

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