Über den Gartenzaun gefragt: Gartentipps gegen Trockenheit im Klimawandel

Bild von Uschi Dugulin auf Pixabay

Hallo, hier ist wieder der Garten-Olaf.

Liebe Gartenfreundinnen und Gartenfreunde, auch unter den Kleingärtnern wird über die Veränderung der weltweiten klimatischen Verhältnisse debattiert und welche Auswirkung dies auf die kleingärtnerische Tätigkeit hat.

Nehmen wir nur die beiden Sommer 2018 und 2019, die noch in bester Erinnerung sind. Ich denke, wir werden uns in den kommenden Jahren auf zunehmende Trockenperioden und auf der anderen Seite auf heftige Starkregen einstellen müssen. Dies bedeutet zum einen, Pflanzen zu wählen, welche die zu erwartenden Verhältnisse vertragen und zum anderen ist der richtige Umgang mit dem Gießwasser wichtig.

Zu empfehlen sind standortangepasste Pflanzen aus dem regionalen Anbau, da sie lokale Klimaschwankungen und Extremwetterlagen einfach besser überstehen, in Form von Mischkulturen mit variablen Fruchtfolgen für eine bessere Widerstandsfähigkeit der Gewächse. Diese Symbiose bewirkt, dass sie sich gegenseitig im Wachstum fördern – der Wasserhaushalt wird dadurch besser reguliert. Schädlinge und Krankheiten werden entgegengewirkt, sowie das Bodenleben gestärkt, mit reichlichen und wichtigen Nährstoffen.Das Umgraben, am Ende der Vegetationsperiode (September, Oktober), treibt die Nährstoffe regelrecht aus dem Boden heraus. Wesentlich vorteilhafter ist die Gründüngung oder überwinternde Gemüsesorten. Einen in Tiefen gehenden Bodenfrost gab es in den Wintern der letzten Jahre so gut wie nicht. Somit ist der Hauptgrund des Umgrabens hinfällig. Für eine gute Struktur des Bodens sorgt eine optimale Pflege. Mit mehr Humus erhöht man die Wasserspeicherkapazität und die Gabe von Kalk sollte man ebenso nicht vergessen. Durch das Harken des Bodens wird eine Auflockerung erreicht, damit eine Vergrößerung der Oberfläche, eine höhere Offenporigkeit des Erdstoffes und eine gesteigerte Wasseraufnahmefähigkeit (Kapillarwirkung) erreicht wird. Auch das Mulchen mit Organischen Material (Grasschnitt, Erntereste) dankt Ihnen das wichtigste Gut des Kleingärtners.

Zu beachten wäre noch, dass man sichtbar feuchten Boden nicht betritt, da ansonsten diese Stellen verdichtet werden und infolgedessen die Wasseraufnahmemöglichkeit sinkt. Ratsam ist ebenso, das Niederschlagswasser in geeigneten Gefäßen zu sammeln, um Trockenzeiten besser überstehen zu können. Damit entlasten Sie auch ihren Geldbeutel (Reduzierung der Nutzung von Trinkwasser). Um Gewissheit zu haben, ob ihr Boden einen optimalen zustand aufweist, rate ich Ihnen, die Dienste des Stadtverband Leipzig der Kleingärtner in Anspruch zu nehmen. Seit Jahren werden Bodenproben angenommen (Erdstoffmenge ca. 300 g) und gegen ein vertretbares Entgelt hinsichtlich des Nährstoffgehaltes überprüft. Sie erhalten auch in schriftlicher Form Empfehlungen, welche Bestandteile dem Boden zuzuführen bzw. welche überdosiert sind. Kulturen, die im Sommer reifen, deren Wasserbedarf im Mai und Juni liegt, kommt man der Trockenperiode zuvor. Dazu zählen z.B. Puffbohnen, Erbsen sowie andere Frühgemüse. Beizeiten gesäte Kulturen mit Pfahlwurzeln, wie Wurzelpetersilie, Rote Beete und andere erreichen bis Juni eine Tiefe bis zu 1 m und versorgen sich lange Zeit selbst.

Für den Staudengarten verdienen Arten mit geringem Wasserbedarf im Sommer den Vorzug, u.a. Purpursonnenhut, Astern, Königskerzen, Mädchenauge, um einige zu nennen. Zu Spätfröste: Mutige Kleingärtner beginnen immer zeitiger im Jahr mit den ersten Aussaaten. Dies lohnt sich nur, wenn mit Vlies abgedeckt wird. Oft ist es sinnvoll, Vlies in den ersten Wochen doppelt zu legen. Im Obstbereich empfehle ich ihnen spät blühende Sorten und Arten. Stroh zur Blüte bei Erdbeeren nur auslegen, wenn keine Spätfröste drohen. Eine Strohschicht bremst die Wärmenachlieferung aus dem Boden und löst Frostschäden an Blüte oder jungen Früchten aus. Das war es für Heute, bis zum nächsten Mal.

Euer Garten-Olaf

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