Spatzenrückgang setzt sich fort
Bei der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“ haben vom 8. bis 10. Mai 2.996 Menschen in Sachsen in 2.021 Gärten insgesamt 65.349 Vögel gezählt. Häufigste Art blieb der Haussperling, gefolgt von Star, Kohlmeise, Amsel, Blaumeise und Mauersegler. Bei Hausund Feldsperling setzt sich der negative Trend der vergangenen Jahre fort.
Der Haussperling lag 2026 in Sachsen um 10 Prozent unter dem Vorjahreswert, der Feldsperling um 12 Prozent. Dass der Haussperling dennoch weiter auf Rang eins steht, ist kein Zeichen der Entwarnung, denn Spatzen treten oft in Gruppen auf und bleiben deshalb in Zählungen lange auffällig, auch wenn ihre Bestände sinken. Gerade der langjährige Rückgang zeigt, dass selbst einst allgegenwärtige Vogelarten in unseren Siedlungen unter Druck geraten.
Das trifft auch auf bodenbrütende Arten der Agrarlandschaft wie Kiebitz und den diesjährigen Vogel des Jahres, das Rebhuhn, zu. In ganz Sachsen wurde nur ein Kiebitz gesichtet – das Rebhuhn überhaupt nicht. Ursache ist der Verlust an Hecken, Feuchtgebieten, Wiesen und Insekten. Sie sind Opfer der intensiven Landwirtschaft, die ihrerseits unter dem Druck des Flächenfraßes durch Versiegelung leidet.
„Die Ergebnisse sind ein Warnsignal für den Zustand unserer Dörfer, Städte und der Landschaft. Wir müssen für mehr Nistplätze an Gebäuden sorgen, Hecken schützen, Flächen entsiegeln und Landwirtschaft vielfältiger machen, damit Vögel ihre Brut aufziehen, Nahrung finden und sich vor Feinden schützen können“, sagt Maria Vlaic, Vorsitzende des NABU Sachsen.
Positive Nachrichten kommen dagegen von den Finken: Nachdem in einzelnen Regionen deutliche Rückgänge bei Buchfink, Gimpel und Stieglitz festgestellt worden waren, hatte es Befürchtungen gegeben, dass auch andernorts Bestände einbrechen könnten. Die Meldungen aus Sachsen zeigen jedoch erfreulicherweise keinen flächendeckendenRückgang. Auch die Amsel konnte sich nach den starken Einbrüchen infolge des Usutuvirus in diesem Jahr stabilisieren.
Die „Stunde der Gartenvögel“ ist eines der größten Citizen-Science-Projekte Deutschlands und fand in diesem Jahr zum 22. Mal statt. Organisiert wird es vom NABU und seinem bayrischen Partnerverband LBV. Deutschlandweit haben sich 55.001 Menschen an der Zählung beteiligt und 1.079.875 Vögel gezählt. Der Haussperling führt auch deutschlandweit die Liste der am meisten beobachteten Vögel an, gefolgt von Kohlmeise, Amsel und Star.
Auf dieser Seite können die regionalen Beobachtungsergebnisse abgerufen werden:
https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-dergartenvoegel/ergebnisse/15767.html?formchange=1&jahr=2026&bundesland=Sachsen&v ogelart=&ort=
Für Rückfragen:
René Sievert, NABU Sachsen • Mobil: 0177-7788011 • E-Mail: sievert@NABU-Sachsen.de
Robert Beske, Pressestelle NABU Sachsen Mobil: 0176 12333-147E-Mail: beske@NABU-Sachsen.de






