Heimische Heilpflanzen: Zwiebel

Bild von stanbalik auf Pixabay
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Jährlich wird durch eine Jury des Naturheilvereins (NHV) Theophrastus eine Heilpflanze gekürt. 2015 fiel die Wahl auf die Zwiebel (Allium cepa). Die Zwiebel gehört zur Familie der Amaryllisgewächse und der Gattung Lauch (Allium). Es soll über 400 verschiedene  Zwiebelsorten geben. Durch Nutzung in der Küche sind uns einige Arten vertraut, wie die Rote, Küchen-, Gemüse- und Lauchzwiebel (alle A. cepa), die Schalotte (A. ascalonicum), die Perlzwiebel (A. porrum, var. sectivum) oder die Winterheckzwiebel (A. fistulosum).

Der amerikanische Heilpflanzenspezialist J. A. Duke ist der Ansicht, dass man „mit einer präzise abgestimmtem Ernährung die Symptome vieler Krankheiten reduzieren oder sogar ihr Auftreten verhindern kann“. Die Zwiebel in unseren Speiseplan einzubauen ist da gut und sinnvoll.

Schon im alten Ägypten und in der Antike gehörte die Zwiebel zu den wichtigsten Lebensmitteln. Zwiebel und Knoblauch waren Hauptbestandteile der Nahrung der Sklaven. Die Heilkraft der Zwiebel und der Lauchgewächse war bekannt und wurde genutzt. Nachzulesen im AT, 4. Mose, 11,5  – Wir gedenken der Fische, die wir in Ägypten umsonst aßen, und der Kürbisse, der Melonen, des Lauchs, der Zwiebeln und des Knoblauchs.

Heute verbraucht jeder Deutsche jährlich etwa 7 kg Zwiebeln. In der Küche werden sie kulinarisch genutzt, als Gewürz oder Gemüse, roh, gekocht, gedünstet oder gebraten.

Doch auch als Heilpflanze hat sie große Bedeutung. Interessant sind die Inhaltsstoffe. Zu nennen sind Lauchöle, wie Alliin, Allicin und Thiopropanalsulfoxid – das beim Schneiden die Tränen auslöst – Vitamine, Flavonoide, verschiedene Zucker und Mineralstoffe.

Zwiebeln werden innerlich und äußerlich angewendet. So wirken sie durch Aufnahme in der Nahrung entzündungshemmend, schleimlösend, entwässernd, blutreinigend, stärken den Stoffwechsel und verbessern die Herz- und Nierentätigkeit. Die Senföle, die schwefelhaltigen Verbindungen, sind schleimlösend, stärken die Darmflora und verbessern die Fließeigenschaften des Blutes. Die Flavonoide, vorwiegend das Quercitin hindert nach Tumorstudien die Ausbreitung der Krebszellen. Daneben kann Zwiebel als Tee getrunken werden. Zwiebelsirup oder alkoholische Auszüge hat sicher schon mancher hergestellt. Auch ein Frischpresssaft aus der Zwiebel ist empfehlenswert.

Eine äußere Anwendung ist vorwiegend als Wickel, Säckchen, Socke oder Salbe bekannt. So leiten kalte Wickel Körperwärme ab und kühlen heiße Entzündungsherde. Es gilt dann zu probieren, ob auf den schmerzenden Stellen Wärme oder Kälte besser wirken.  Zwiebelwickel werden gern genutzt bei Ohrenentzündungen (Wickel auf das betroffene Ohr legen), Kopfschmerzen (Wickel in den Nacken), Erkältungen (Wickel an den Hals oder die Fußsohle), Husten und Bronchitis (Zwiebel als Brustwickel anwenden), Blasenentzündung (warme Wickel auf den Unterbauch auflegen) oder bei entzündeten Gelenken bzw. bei verspannter Muskulatur. Bei Insektenstichen, Nagelverletzungen, Frostbeulen oder Warzen wird durch Einreiben mit Zwiebel die Durchblutung gefördert und die Schwellung, der Schmerz oder die Entzündung gelindert.

Neben der Zwiebel sind natürlich auch die anderen Lauchgewächse, wie Knoblauch, Porree, Bärlauch oder Schnittlauch Heil-, Hilfs- sowie Nahrungsmittel und zugleich Genussmittel.

Dr. Hannelore Pohl

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