Heimische Heilpflanzen: Wollmispel

Bild von fotter auf Pixabay
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Fasziniert hat mich im vergangenen Jahr im Botanischen Garten die Japanische Wollmispel (Eribotrya japonica). Die Pflanze sieht so attraktiv aus, dass ich sie etwas genauer vorstellen möchte. Im Garten ist auch die Mispel (Mispilus germanica) zu finden. Beide Bäume gehören zu den Rosengewächsen, doch zu unterschiedlichen Gattungen.

Die Japanische Wollmispel ist ein immergrüner Baum, der Wuchshöhen von 7 bis 10 m erreichen kann. Die großen, sattgrünen Laubblätter sind auf der Unterseite leicht behaart. Der Blattrand ist an der Basis glatt, weiter nach oben gesägt. Der Blütenstand ist endständig und rispig. Es werden viele zwittrige, duftende Blüten gebildet. Die Kelchblätter sind 2 bis 3 mm lang und an den reifen Früchten noch gut zu erkennen.

Als Blütezeit sind die Monate März bis Juni genannt, doch kann die Pflanze in unseren Breiten auch im Herbst blühen. Es werden Scheinfrüchte gebildet, die birnen- oder eiförmig sind. Das gelblich bis orangefarbige Fruchtfleisch wird durch eine dünne hellgelbe leicht behaarte Haut geschützt, die leicht abgezogen werden kann. Je nach Sorte ist das Fruchtfleisch fest oder weich, saftig und erfrischend und hat einen süßsauren Geschmack.

Reife Früchte zeigen kleine braune Flecken auf ihrer Schale. Unreif schmecken die Früchte sehr sauer. Sie enthalten bis zu 10 harte glatte Samen. Als Nisperos, Mispeln, Nespoli, Loquats oder „Nefles Taponais“ sind die Früchte zu kaufen. Sie können roh oder gekocht, mit oder ohne Schale verzehrt werden. Gedämpft sollen sie sehr aromatisch schmecken. Fruchtsalaten geben sie eine besondere Note, auch auf Kuchen, als Gelee oder Marmelade sollen sie köstlich sein.

Die Früchte enthalten viel Kalium, Carotinoide, Vitamin A und organische Säuren. Loquats haben harntreibende Wirkung, sollen hohen Cholesterinspiegel senken, das Immunsystem stärken und Magenleiden lindern. Die Früchte werden auch als „falsche Aprikosen“ bezeichnet. Zu Sirup verarbeitet, haben die Früchte Bedeutung als Kräuterarznei in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gegen Rachenentzündung, Husten und Heiserkeit.

In Japan und China werden die Früchte für kosmetische Zwecke verwendet. Als Mittel gegen Pigmentflecke, wie Sommersprossen und Altersflecken werden diese mehrere Monate in Reiswein gelegt und die betroffenen Stellen dann mit der Frucht bestrichen. Ein Sud aus Blättern soll bei Ekzemen im Kindesalter helfen.

Die Samen können getrocknet und gemahlen zum Würzen verwendet werden.

Beheimatet ist die Japanische Wollmispel in Zentralchina. Ende des 18. Jahrhunderts gelangte sie nach Europa und wurde als Zierpflanze genutzt. Das Holz ist sehr hart. Es wird vorwiegend zur Herstellung von Linealen verwendet.

Aus Samen sind neue Pflanzen gut zu kultivieren. Die Keimung kann lange dauern. Jungpflanzen sollten geschützt stehen und im Winter frostfrei gehalten werden. Ältere Pflanzen sind bedingt winterhart, sollen nicht austrocknen, sind recht pflegeleicht und sehr  genügsam. Ein Eigenanbau ist ohne Probleme möglich. Versuchen Sie es!

Dr. Hannelore Pohl

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