Heimische Heilpflanzen: Stockrose

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Zu der Familie der Malvengewächse gehört die Gartenmalve, Stockmalve, Stockrose, Rosenpappel oder Bauerneibisch (Alcea rosea syn. Althaea rosea). Ihre Heimat sind wahrscheinlich die Mittelmeerländer.

Heute ist diese Art in vielen Gärten als Zierpflanze zu finden. Die Pflanzen sind meist zweijährig, können stattliche Höhen von zwei bis drei Meter erreichen und erfreuen uns mit bis zu 10 cm großen Blüten. Die Blütenfarbe erstreckt sich von creme über gelb, rosa, rot bis dunkelviolett. Die Blütenform variiert von ungefüllt bis gefüllt. Die Blütezeit ist allerdings erst im Spätsommer bis zum Herbst. Der Stängel ist steif und leicht behaart. Die Laubblätter sind ebenfalls behaart, fünf- bis siebenlappig und zeigen stark hervortretende Blattnerven. Leider ist die Pflanze sehr rostanfällig, das oft ein recht frühes Welken der Laubblätter zur Folge hat. Die Vermehrung erfolgt über Samen.

Die Malve gehörte in Südeuropa zu den ältesten Nutzpflanzen. Doch diente sie nicht nur als Arzneipflanze sondern wurde auch als Gemüse gegessen. Arzneilich war und ist vorwiegend die schwarz-rot blühende Art von Bedeutung. So ist auch die botanische Bezeichnung Althaea zu erklären, die auf das griechische Wort für „heilen“ zurückgeht. Alcea ist der alte römische Name für Stockrose.

Pflanzen, die für Heilzwecke Verwendung fanden und finden, werden angebaut. Verwildert sind Stockrosen an Bahndämmen, Flussufern und Schuttplätzen zu finden.

Als Droge dienen die voll erblühten ganzen Blüten – also die Blütenblätter einschließlich des Kelches. Diese werden gesammelt und bei mäßiger Wärme zügig getrocknet.

Pflanzenschleime, Gerb- und Bitterstoffe sowie Anthocyane sind die wichtigsten Inhaltsstoffe. So sind die Blüten der Stockrose Bestandteil von Teemischungen gegen Husten und Bronchitis. Durch die Schleim- und Gerbstoffe wirkt der Tee reizmildernd und entzündungshemmend. So hilft er auch bei Durchfällen und Magenbeschwerden. Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum leistet er als Gurgelmittel gute Dienste.

Zum Färben von Lebensmitteln, vor allem von Rotwein, Likören und Limonaden, können die Stockrosenblüten dann  allerdings ohne Kelche verwendet werden. Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Dr. Hannelore Pohl

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