Heimische Heilpflanzen: Nonibaum

Bild von Najib Zamri auf Pixabay
Bild von Najib Zamri auf Pixabay

Nach längerem Anlauf konnte ich in diesem Jahr in Gambia den Botanischen Garten in Banjul besuchen. Interessiert haben mich natürlich vor allem die arzneilich verwendeten Pflanzen. So machte mich mein gambischer Führer u.a. auf einen Baum, den Nonibaum (Morinda citrifolia) aufmerksam. Dieser Baum gehört zu den Rötegewächsen und ist auch als Indische Maulbeere bekannt.

Vermutlich ist Morinda citrifolia in Australien (Queensland) heimisch. Zu finden ist der Baum aber auch in Polynesien, Südostasien, Mittelamerika, Westindien und natürlich in Gambia.

Der Nonibaum soll die zweitwichtigste Pflanze in Hawaii sein. Als Inhaltsstoffe werden dort vor allem Anthrochinone genannt, die als Laxans wirken. In Polynesien ist der Nonibaum eine traditionelle Heilpflanze mit einem breiten Anwendungsspektrum.

Der Nonibaum ist ein immergrüner Baum in tropischen Gebieten. Er liebt feucht-heißes Klima und verträgt keine Kälte. Die Laubblätter stehen gegenständig, sind mittelgroß bis groß und oft ledrig. Die Blüten sind einfache oder zusammengesetzte oft doldige Blütenstände. Die Blüten duften und sind oft zwittrig. Die Kronblätter sind weiß, cremefarben, gelb oder purpur. Die Frucht ist eine Steinfrucht.

Interessant sind vor allem die Früchte, die als Nonifrüchte auch bei uns bekannt sind. Die Nonifrucht ist ein Fruchtverband, der aus Steinfrüchten besteht und etwa Hühnerei groß ist. Geruch und Geschmack sollen ähnlich wie der von Handkäse mit einer leichten Schärfe sein und werden teilweise als unangenehm empfunden.

In Asien werden die jungen Früchte roh gegessen, sind jedoch wenig schmackhaft und werden in Chutneys- und Currygerichten verarbeitet. In den vergangenen Jahren hat die Nonifrucht an Bedeutung gewonnen. An Inhaltsstoffen wurden Aminosäuren, Anthrochinon, Glykoside, phenolische Bestandteile und ein relativ hoher Gehalt an Ascorbinsäure (Vitamin C) nachgewiesen.

So werden Noni-Produkte, vorwiegend Säfte,  als neuartige Lebensmittel, als Novell Food, Funktional Food oder Gesundheitskost vertrieben. Der Hersteller derartiger Produkte muss nachweisen, dass von diesen Lebensmitteln keine  gesundheitlichen Schäden für den Verbraucher ausgehen. Dies gilt für alle Lebensmittel und Lebensmittelzutaten, die in Europa vor dem 15. Mai 1997 nicht in nennenswertem Umfang für den menschlichen Verzehr verwendet wurden. Eine Aussage über den gesundheitlichen Wert des Produktes ist dadurch allerdings nicht gegeben. Auch ist eine Werbung mit gesundheitsbezogenen Aussagen zur Heilung und Linderung von Krankheiten wegen nicht nachgewiesener Wirksamkeit verboten. Über eine positive Wirkung der Noni-Produkte gehen die Meinungen sehr auseinander.

In der Literatur war zu finden, dass die Früchte als Laxans, gegen hohen Blutdruck und Eingeweidewürmer angewendet werden. Auch sollen sie bei Diabetes, Leber- und Milzerkrankungen, Nierenleiden und Halsschmerzen helfen. Seit 2008 sind auch die Blätter des Nonibaumes als Novell Food zugelassen. Sie kommen bei Fieber, zur Wundbehandlung, als Adstringans und bei gynäkologischen Leiden zum Einsatz.

Bedeutung hat die Pflanze auch als Färbemittel. So wird aus der Rinde ein roter Farbstoff und aus der Wurzel ein gelber Farbstoff gewonnen. Aus den reifen Früchten können Insektizide hergestellt werden. Eine interessante und nützliche Pflanze ist dieser Nonibaum auf jeden Fall.

Dr. Hannelore Pohl

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