Heimische Heilpflanzen: Hasel

Bild von Myriam Zilles auf Pixabay
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Eine der ersten Frühjahrsblüher im Jahr und eine gute Bienenweide ist die Hasel, auch bekannt unter Haselnuss, Augustnuss, Frau Hasel, Hasselbusch, Märzennudel oder Gemeine Hasel (Corylus avellana). Die Haselnuss gehört zu den Birkengewächsen, ist ein vielstämmiger, sommergrüner Strauch, der etwa 5 m hoch wird. Die Hasel ist in ganz Europa verbreitet, bis an die Schwarzmeerküste, nach Schweden und Norwegen. Das Höchstalter der Hasel beträgt 80 bis 100 Jahre.

Der Haselstrauch bildet keine Borke aus. Das Abschlussgewebe ist eine glatte, glänzende, graubraune Rinde. Forstwirtschaftlich hat die Hasel keine Bedeutung. Das Holz, das mäßig hart und zäh ist, wird u.a. zu Wünschelruten verarbeitet.

Die Hasel ist monözisch, d.h. männliche und weibliche Blüten befinden sich auf einer Pflanze. Die weiblichen Blüten sind recht unscheinbar. Als Kätzchen sind die männlichen Blüten bekannt. Nur diese werden von den Bienen angeflogen, da die weiblichen Blüten keinen Nektar bilden und nicht duften. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Es besteht ein überreichliches Pollenangebot, sollen sich doch in einem Kätzchen bis zu 2 Millionen Pollenkörner befinden!

Als Frucht wird eine Nuss gebildet. Haselnüsse enthalten wertvolle Inhaltsstoffe. Sie haben einen Fettgehalt von etwa 63%, wobei ungefähr 45% ein- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind. Weiterhin sind sie reich an Vitamin B – vor allem an Vitamin B1, B2, B3, B6 und B9 – an Kalium, Kalzium, Magnesium sowie den Spurenelement Zink und Kupfer.

Schon den Römern, Germanen und Kelten dienten die Nüsse als hochwertiges Nahrungsmittel. Allerdings beschäftigte sich zu dieser Zeit niemand mit den Inhaltsstoffen. Alle positiven Beobachtungen und Erfahrungen wurden weitergegeben, die sich durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigten. Die DEG empfiehlt den häufigen Verzehr von Nüssen jedoch in Maßen. Die Haselnüsse sind Nervennahrung, wirken adstringierend, blutreinigend, blutstillend, fiebersenkend, gefäßverengend, blutdruckerhöhend und schlankheitsfördernd.

Süßigkeiten, wie Nugatcreme, Krokant, Konfekt, Kuchen, Plätzchen, Eis und Liköre sind ohne Haselnüsse undenkbar. Doch auch in der deftigen Küche – wie zu Salaten, Panaden und Aufstrichen – sind die Nüsse eine wohlschmeckende Zutat. Außerdem wird das wertvolle Speiseöl in der Diätetik, der Kosmetik und Seifenherstellung sowie als Brenn- und Maschinenöl genutzt.

Weniger bekannt ist sicher, dass auch die Blätter in Teemischungen bei Krampfadern, Venenentzündungen, Geschwüren und Hämorrhagien empfohlen werden. Ebenfalls die Rinde, die neben ätherischem Öl Gerbstoffe und Harze enthält, lindert Beschwerden bei Krampfadern und Venenentzündungen.

Haselnüsse, die im Handel erworben werden, stammen vorwiegend aus den Mittelmeerländern und gehören zu der Lambertsnuss (Corylus maxima).

Die Hasel hat seit jeher symbolische Bedeutung. Sie ist Symbol der Lebens- und Liebesfruchtbarkeit, der Unsterblichkeit, des Frühlings- und glückhaftem Beginns. Sie hat eine positive Ausstrahlung und sendet eine klare Botschaft an den Beschenkten. „Ich will dir nur Gutes tun und dich und dein Haus schützen“. Für alle Pflanzenliebhaber ist die Hasel deshalb ein passendes Geschenk, bei dem nichts falsch gemacht werden kann.

Dr. Hannelore Pohl

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