Heimische Heilpflanzen: Hafer

Bild von Hans Braxmeier auf Pixabay
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Hafer, der Kulturhafer Avena sativa, ist sicher in vielen Haushalten zu finden. Auch dürfte dieses einjährige Getreide allgemein bekannt sein. Hafer gehört zu den Süßgräsern, wird im Frühjahr in die Erde gebracht und im Sommer sind die Pflanzen erntereif. Genutzt werden vorwiegend die Körner, die Karyopsen. In Deutschland war der Hafer früher ein Hauptnahrungsmittel. Obwohl er überall angebaut werden kann, sind die Nachfrage und dadurch der Anbau stark zurückgegangen.

Allen bekannt sind ja Haferflocken. Diese und andere Verarbeitungen der Karyopsen werden u.a. bei Schwächezuständen, Erkrankungen und Beschwerden der Verdauungsorgane, bei nervöser und körperlicher Erschöpfung, als harntreibendes Mittel, bei Gicht und Rheuma, bei Diabetes mellitus und erhöhtem Cholesterinspiegel empfohlen. Wichtige Inhaltsstoffe in den Karyopsen sind Kohlenhydrate, vorwiegend Stärke, hochwertige Aminosäuren der Eiweiße, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Aus Haferkörnern (50 g und 1 l Wasser) kann ein Tee bereitet werden, der die Gesundheit stärkt, Kraft spendet und den Stoffwechsel ankurbelt. Auch stillenden Müttern tut der Tee zur Milchbildung gut.

Oft sind in der Volksmedizin Anwendungen von Grünem Hafer zu finden. Dahinter verbirgt sich die kurz vor der Vollblüte geerntete und schnell getrocknete noch grüne Haferpflanze. Tee daraus hilft bei Schlaflosigkeit, nervöser Erschöpfung, soll den Harnsäurespiegel im Blut senken und als Tonikum bei älteren Menschen positiv wirken. Die Wirkung ist nicht wissenschaftlich belegt, doch gegen eine Anwendung spricht nichts, da keine Nebenwirkungen und Risiken zu erwarten sind.

Haferstroh, die getrockneten und gedroschenen Laubblätter und Stängel zeigen ebenfalls therapeutische Wirkungen. Die Anwendung erfolgt hauptsächlich als Voll- oder Teilbad. Dazu werden etwa 100 g Droge mit 3 l Wasser 20 min. gekocht und dieser Absud dem Bad zugesetzt. Die Bäder unterstützen die Behandlung bei rheumatischen Beschwerden, Ischias und Hautkrankheiten.

Auch der Haferbrei wurde medizinisch in Form von Umschlägen gegen Koliken und Menstruationsbeschwerden genutzt und diente in der Kosmetik als Schönheitsmittel

Hildegard von Bingen pries die Haferspeise für einen heiteren Geist und einen reinen hellen Verstand.

Es ist möglich, dass sich die botanische Bezeichnung Avena- avi- von Schaf ableitet und somit als Schafgras bekannt ist. Hafer hat auch Bedeutung als Futter des Schafbockes. Nicht vergessen werden darf, dass Hafer den Pferden sehr gut schmeckt und auch gut bekommt.

Dr. Hannelore Pohl

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