Heimische Heilpflanzen: Felsenbirne

Bild von Florin Birjoveanu auf Pixabay

Eine Zierde im Garten oder auf der Terrasse sind die Felsenbirnen (Amelanchier-Arten). Bei uns sind die aus Nordamerika stammenden Bäume oder Sträucher in Hausgärten, an Wegen oder Parkanlagen zu finden.

Die Felsenbirnen weisen einen schirmartigen Wuchs auf und bilden eine lockere Krone, so dass Unterpflanzungen möglich sind. Die Wuchshöhe ist je nach Herkunft unterschiedlich und kann 1 bis 4 m betragen. Ovale Blätter, deren Blattrand fein gezähnt ist, stehen wechselständig und sind gestielt. Die Blattunterseite ist weiß, filzig und behaart.

Mit einem reichen Blütenflor erfreuen uns die Pflanzen im April und Mai. Eine Blüte besteht aus 5 radiär angeordneten weißen Blütenblättern. Der Blütenstand ist eine Traube. Zwischen Juni und September entwickeln sich etwa 1 cm große dunkelviolette bis bläulich schwarze apfelförmige Früchte, die am oberen Ende zurückgekrümmte Kelchblätter aufweisen.

Die Früchte der Felsenbirne sehen aus wie Beeren, gehören aber zu den Apfelfrüchten und die Pflanzen somit zu den Kernobstgewächsen. Sie zählen zur Familie der Rosengewächse. Im Herbst färben sich die Laubblätter orange bis dunkelrot. So kann der Baum als „Mehr-Jahreszeiten-Gehölz“ bezeichnet werden, da er zu jeder Zeit ein Unikat darstellt.

Für Naturgärten gilt er als wichtige Bienen- und Vogelnahrung! Er ist genügsam, da er auf kargen, kalkreichen Böden mit steinigem und felsigem Untergrund gedeihen kann. Ein Befall mit dem Echten Mehltau ist möglich, doch beeinträchtigt dies die Vitalität der Bäume kaum.

Die reifen Wildfrüchte sind essbar und sehr aromatisch. Sie enthalten wenig Säure und schmecken nach einem Hauch Bittermandel und Marzipan. Dies ist bedingt durch die kleinen Samen in den Früchten, die wie auch die Blätter geringe Mengen cyanogener Glykoside (Blausäure abspaltende Glykoside) enthalten.

Der Verzehr von unreifen Früchten oder große Mengen Samen kann zu Magen-Darm- Beschwerden führen. An weiteren Inhaltsstoffen sind Flavonoide zu nennen, die die Gefäße geschmeidig und das Herz gesund erhalten, Mineralstoffe, wie Magnesium, Kalzium und Eisen, die den Schlaf unterstützen und eine normale Nervenfunktion und Muskeltätigkeit beeinflussen.

Die Früchte enthalten viele Pektine, die sättigen, ohne Kalorien zu liefern und somit die Verdauung und das Abnehmen unterstützen. Daneben wurden noch Gerbstoffe nachgewiesen, die bei Entzündungen, vor allem im Mund- und Rachenraum, helfen können.

Im Anbau sind unterschiedliche Herkunftsregionen der Felsenbirnen. Die Früchte aller Arten sind essbar. Doch die Wildfrüchte reifen sehr unterschiedlich. In Kanada werden in Plantagen die Erlenblättrige Felsenbirne oder Saskatoon (Amelanchier alnifolia) kultiviert. Etwa 60% der Früchte dieser Herkunft reifen gleichmäßig. So ist eine optimalere Ernte der Früchte möglich.

Sehr köstlich ist eine Verarbeitung der Früchte zu Marmelade, Konfitüre oder Likör. Getrocknet können sie wie Korinthen (auch als Korinthenbaum bezeichnet) verwendet werden. Wegen seines Marzipangeschmackes ist die Felsenbirne auch als Pralinenbaum bekannt.

Gärtner der Niederlande selektierten in den 1970-iger Jahren eine Hybride mit besonders großen Einzelblüten und gaben ihr den Namen „Ballerina“.

Schauen Sie sich die Felsenbirne an. Vielleicht finden Sie in Ihrem Hausgarten oder der Terrasse noch einen Platz für die anspruchslose, dekorative, vielseitig verwendbare und interessante Pflanze.

Dr. Hannelore Pohl

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