Heimische Heilpflanzen: Echte Seidenpflanze

Bild von Anrita1705 auf Pixabay
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In Amerika heimisch, doch auch bei uns anzutreffen ist die Echte Seidenpflanze (Asclepias syriaca), die zu den Seidenpflanzengewächsen gehört und winterfest ist. Der Betrachter ist von den schönen, doch eigenartigen Blütenständen fasziniert. Die schweren, nach Honig duftenden altrosa Blüten sind reich an Nektar und daher interessant für die Bienen.  Auch die etwa 10 cm langen papageienförmigen Früchte sind sehr attraktiv. Sie eignen sich gut zu Dekorationszwecken.

An den Samen befinden sich lange, silberweiße Seidenhaare, die zur Füllung von Kissen dienten. Offenbar geht der Name Seidenpflanze auf diese Verwendung zurück. Unterirdische kurze Ausläufer sorgen für die Vermehrung und Verbreitung der Pflanze. Die Echte Seidenpflanze enthält einen Milchsaft, der leicht giftig ist.

Interessant ist, dass die grünen Sprosse, Stängel, Blätter, die Knospen, unreife Früchte und Wurzeln von verschiedenen indigenen Gruppen Nordamerikas gekocht und gegessen wurden. Pflanzenanbieter weisen auch heute noch auf den Verzehr der Pflanze hin. In den Wurzeln der Echten Seidenpflanze wurden Cardenolide (herzwirksame Glykoside), Bitterstoffe, Phytosterole (Verbindungen, die auf Cholesterin wirken)  und Kautschuk (im Milchsaft) nachgewiesen.

In der Volksmedizin werden die Wurzeln bei Lungenentzündung genutzt. In der Homöopathie findet die frische Wurzel Verwendung bei Oedemen, Herzkrankheiten und Menstruationsblutungen.

Dioskurides prägte den Gattungsnamen Asclepias, der vermutlich auf den Gott Asclepios zurückgeht. Asclepios, Sohn von Apollon und der tessalischen Fürstentocher Koronis wurde von dem heilkundigen Kentauren Cheiron erzogen und in der Kräuterkunde ausgebildet. Er soll die Medizin, Chirurgie und Kräuterkunde beherrscht haben. Die Heilbehandlung im Asclepius- Kult bestand oft darin, dass der Kranke im meist außerhalb der Stadt gelegenen Tempel des Asclepios schlief. Im Traum erschien ihm dann der Arzt und gab dem Patienten Diäten oder andere Kuren auf.

Asclepios wird meist als ein bärtiger, ernster Mann abgebildet, der mit Lorbeer verziert ist und sich auf einen Stab stützt. Dieser Stab, der von einer Schlange (Natter) umschlungen wird, der sogenannte Asclepiosstab, wurde zum Symbol der Heilkunde im medizinischen und pharmazeutischen Bereich.

Verschiedene Arten der Seidenpflanze können im Botanischen Garten betrachtet werden.

Dr. Hannelore Pohl

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