Heimische Heilpflanzen: Cashewnuss

Bild von nicik220 auf Pixabay
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Die Weihnachtstage sind vergangen. So langsam beginnt wieder die Normalität und der Alltag. Auch die Nascherei wird zurückgeschraubt. Zu den Naschereien vorwiegend auch in der Weihnachtszeit gehören die Nüsse. Nüsse, die bei uns heimisch sind und Nüsse, die importiert werden müssen. Eine Delikatesse unter den Nüssen ist die Cashewnuss (Anacardium occidentale).

Beheimatet ist sie in Westindien, im tropischen Amerika und wird in allen tropischen Gebieten, besonders in Afrika und Indien kultiviert. Sie wächst an dem schnellwüchsigen, trocken resistenten, immergrünen Cashewbaum. Dieser gehört zu den Sumachgewächsen, zu denen auch die Mangobäume, Pfeffer- und Pistazienbäume und auch der bei uns zu findende Essigbaum zählen. Die Wuchshöhe der Cashewbäume beträgt 10- 12 m. Sie haben eine ausladende, stark beastete Krone. Mit Pfahlwurzeln, die 1-2 m tief gehen und einem reichen Wurzelsystem findet der Baum Halt und Nahrung. Er ist als Wind- und Erosionsschutz für die sandigen trockenen Böden geeignet. Der Stamm enthält ein Gummi- das Cashew- oder Acajou-Gummi.

Interessant sind die Früchte mit den Kernen. Zu meinen Besuchen in Gambia faszinierte mich der Baum. Auffällig sind die roten oder gelben Cashewäpfel, an denen die eigentliche Frucht baumelt. Diese ist grünlich oder bräunlich gefärbt und sieht aus wie ein kleiner Boxhandschuh. Die Frucht wird auch Elefantenlaus genannt. In jeder Frucht steckt ein Samen, der als Cashewkern oder -nuss bezeichnet wird. Der Samen ist von einer Schale umgeben, die ein giftiges Cashewschalenöl (CNSL -Cashew untschell liquid) enthält. Wenn die Cashewäpfel ausgereift sind, fallen sie vom Baum. Diese, mit den angehängten Cashewkernen werden aufgelesen. Die Früchte werden abgetrennt und danach entweder an der Luft oder in Trocknungsgeräten getrocknet.  Es schließt sich eine Röstung an, da die Schale mit dem Cashweschalenöl abgetrennt werden muss. Botanisch ist die Cashewnuss deswegen keine Nuss, sonder eine Steinfrucht.

Die Cashewäpfel, etwa 5- 10 cm lange birnen- oder paprikaförmige verdickte Fruchtstiele sind Scheinfrüchte und nicht fortpflanzungsfähig. Sie verströmen einen starken fruchtigen- süßlichen Duft, sind geschmacksintensiv, säuerlich und enthalten viel Vitamin C, daneben noch Betacarotin, Anthocyan und Stärke. Der Cashewapfel ist druckempfindlich und leicht verderblich. Er wird sofort nach der Ernte zu Kaschu- Saft, Marmelade, Konfitüre, Chutneys oder alkoholischen Getränken verarbeitet. Das Getränk „Cajuina“ ist sehr beliebt und findet Verwendung bei medizinischen oder rituellen Zwecken. Die Cashewäpfel stärken das Immunsystem, wirken antioxidativ, harntreibend und sind ein natürliches Abführmittel.

Die eigentlichen Cashewkerne enthalten viele Vitamine, vor allem die Vitamine B, E und K, daneben Mineralstoffe, wie Magnesium, Kalium, Kupfer, Phosphor, Eisen und Zink. Die Kerne sind hervorragende Energielieferanten und eine gute Eiweißquelle. Cashewkerne sind gute Laune Nüsse, da sie viel L- Tryptophan enthalten, das die Stimmung hebt sowie beruhigend und gewichtsreduzierend wirkt. Cashewkerne machen nicht dick, auch senken sie den Cholesterinspiegel und schützen das Herz.

Die Nüsse kommen geröstet und gesalzen, karamellisiert oder pur in den Handel.

Der Preis der Nüsse ist hoch. Doch Ernte und Verarbeitung sind mit einem extremen Aufwand verbunden. Wichtig ist auf die Qualität zu achten, die von mehreren Faktoren, wie Erntezeitpunkt, Trocknungstemperatur, Röstung und Vergütung der Arbeiter abhängt.    Jede einzelne Nuss ist zu schätzen, wenn wir uns bewusst machen, wie viel Arbeit es kostet, die Nüsse in schmackhafter Form zu produzieren.

Der gesamte Cashewbaum ist interessant, da auch die Rinde, der Stamm, die Blätter und die giftigen Cashewschalen medizinisch Verwendung finden.

Dr. Hannelore Pohl

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