Heimische Heilpflanzen: Boretsch

Bild von s-ms_1989 auf Pixabay

Eine wunderschöne Blüte zum Dekorieren von Speisen weist der Boretsch (Borago officinalis) auf. Die Blüten präsentieren sich in einem reinen Blau, das die Maler oft wählten, um den Mantel der Mutter Maria zu malen. Wesentlich grober und rau sind dagegen die Laubblätter der einjährigen Pflanze. Boretsch gehört zur Familie der Rauhblatt- (Boretsch) Gewächse. Die Pflanze bildet recht große schwarzbraune Samen, die bis zu acht Jahren keimfähig bleiben können. Frost verträgt die Pflanze nicht, doch durch seine gute Vermehrung ist sie im Garten jährlich wieder zu finden.

Die Heimat von Boretsch sind offensichtlich die Mittelmeerländer. Seit dem Mittelalter ist Boretsch jedoch schon in den Klostergärten zu finden.

Unter verschiedenen, doch treffenden Namen ist die Pflanze bei uns bekannt,  u.a. Gurkenkraut, Blauhimmelsstern, Liebäuglein, Herzblume oder Wohlgemutsblume. Alle Namen deuten auf bestimmte Verwendungen oder Eigenschaften hin.

Verwendung finden Blüten, in denen Schleimstoffe und bis zu 17% Kaliumsalze enthalten  sind, Blätter, in denen Schleimstoffe, Gerbstoffe, Kieselsäure und Pyrrolizidinalkaloide nachgewiesen wurden und Samen, die in ihrem fetten Öl Gammalinolensäure besitzen.

Die Inhaltsstoffe der Blüten und Blätter wirken abführend, schweißtreibend, herzstärkend, beruhigend und entzündungshemmend. Traditionell wurde Boretsch bei Melancholie und Herzschwäche angewendet. Auch bei Stoffwechselbeschwerden und äußerlich bei schlecht heilenden Wunden kam er zum Einsatz. Vorsicht ist wegen der Pyrrolizidinalkaloide geboten. Wird Boretsch nicht in Übermengen verzehrt, treten keine gesundheitlichen Schäden auf.

Als Dekoration auf Salaten, Drinks, Quark- oder Käsespezialitäten sind die Blüten ein „Augenschmaus“. Die jungen rauen Blätter schmecken nach Gurke und verfeinern Salate und Drinks.

Durch Boretsch im Garten werden Bienen angelockt. Neben Erdbeerpflanzen angebaut, soll sich eine gegenseitige Wachstumsförderung einstellen. Mit Boretsch soll es auch möglich sein, die Tomatenschwärmerraupe zu vertreiben.

Die Römer liebten Boretsch und so nannte ihn Plinus Euphrosinum, weil er Glück, Freude und Mut bringen sollte. Ego borage gaudia semper ago- ich Boretsch, bringe immer Freude. Geben sie dem Boretsch in Ihrem Garten eine Chance.

Dr. Hannelore Pohl

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