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	<title>Klaus Rost &#8211; Stadtverband Leipzig der Kleingärtner e.V.</title>
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	<title>Klaus Rost &#8211; Stadtverband Leipzig der Kleingärtner e.V.</title>
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		<title>Aus der Vogelwelt &#8211; Teich- und Sumpfrohrsänger</title>
		<link>https://www.stadtverband-leipzig.de/aus-der-vogelwelt-teich-und-sumpfrohrsaenger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Apr 2021 12:34:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Vogelwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Rost]]></category>
		<category><![CDATA[sumpfrohrsänger]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus ) im Volksmund auch Rohrspatz genannt, ist von den Rohrsängern am stärksten vertreten. Er ist ein in ganz Europa verbreiteter Zugvogel, der seine Heimat Ende September/Anfang Oktober verlässt und im tropischen Afrika überwintert. In der zweiten Aprilhälfte oder Anfang Mai kehrt er zu seinen Niststätten im Röhricht der Teiche und Seen [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Der<strong> Teichrohrsänger</strong> <em>(Acrocephalus scirpaceus ) </em>im Volksmund auch Rohrspatz genannt, ist von den Rohrsängern am stärksten vertreten. Er ist ein in ganz Europa verbreiteter Zugvogel, der seine Heimat Ende September/Anfang Oktober verlässt und im tropischen Afrika überwintert. In der zweiten Aprilhälfte oder Anfang Mai kehrt er zu seinen Niststätten im Röhricht der Teiche und Seen oder an sumpfigen Stellen mit starkem Schilfbestand zurück. Sein Bestand in Deutschland wird auf 110.000 bis 180.000 Brutpaare geschätzt und für Sachsen werden bis 10.000 Brutpaare angegeben. Der Teichrohrsänger ist etwa so groß wie eine Meise und wiegt rund 15 g. Er hat den typischen spitzen Kopf eines Insektenfressers mit einem langen, schmalen Schnabel. Seine Körperfärbung tarnt ihn gut zwischen alten Schilfhalmen: Auf der Oberseite ist er einfarbig braun, während die Unterseite bräunlich weiß ist. Seine Kehle besitzt eine weißliche Färbung und seine Beine sind dunkel. Der kurze, recht undeutliche helle Überaugenstreif endet meist unmittelbar am Auge. Während die braune Oberseite meist zusätzlich etwas olivgrau eingefärbt ist, sind die Flanken und Unterschwanzdeckfedern beigebraun getönt. Im Bürzelbereich ist die Färbung hellrostbraun. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem Teichrohrsänger reicht manchmal ein sehr kleiner Schilfrohrbestand an den Ufern von Seen, Teichen, Tümpeln und Flussarmen, an dem er sein typisches Beutelnest flechten kann. Das Weibchen baut allein und wird vom Männchen nur begleitet. Aufgrund der senkrechten Strukturen in der Vegetation, in der der Teichrohrsänger lebt und brütet, baut er sein Nest nicht in der bei Singvögeln sonst üblichen Art und Weise. Zuerst konstruiert das Weibchen eine Plattform auslosen, um die Schilfstängel gedrehten Halmen. Dann legt sie mit elastischerem Material Schleifen um die Trägerhalme, deren Enden in die Nestwand gesteckt werden. Aus Schilfrispen, Grashalmen und selbst klebrigen, jedoch elastischen und reißfesten Spinnweben entsteht eine äußerst widerstandsfähige Konstruktion, die starkem Wind standhält. Das Nest liegt in hochwassersicherer Höhe über dem Boden, meist in 60 – 100 cm über dem Wasserspiegel. Damit die Eier oder Jungvögel nicht aus dem Nest fallen, ist der sogenannte „Napf“ des Nestes tiefer als bei anderen Arten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tiefe des Napfes beträgt etwa 6 cm, was der 3,5-fachen Eigröße entspricht. Die Teichrohrsänger beginnen erst zu bauen, wenn das Rohr schon herangewachsen ist. Nach fünf Tagen ist der Bau fertig. Das Gelege besteht aus 3 bis 5 schmutzig weißen oder bläulich-weißen Eiern mit olivbraunen und aschgrauen Flecken dicht besetzt. Die Brut- und Nestlings-dauer verläuft wie bei den anderen Rohrsängerarten. Die Nahrungsgrundlage des Teichrohr-sängers ist vielfältig. Vor allem erbeutet er kleinere Insekten, Schnecken und Spinnen. Als sehr gewandter Insektenjäger fängt er seine Beute entweder in der Luft mithilfe eines kurzen Sprunges von seiner Warte aus, im Flatterflug oder beim Klettern im Halmen Wald. Der Kuckuck missbraucht den Teichrohrsänger als eine von mehreren Vogelarten als Wirt für die Aufzucht seiner Jungen. Ein Kuckucksweibchen ist lebenslang auf eine Wirtsvogelart geprägt. Es legt immerhin 10 – 20 Eier in einer Brutsaison, jeweils nur eines pro Wirtsnest. Ist das Kuckucksweibchen dabei unvorsichtig, verlassen die Teichrohrsänger aufgrund ihrer sehr hohen Störungsempfindlichkeit sofort das Nest. Nur wenn das Kuckucksweibchen ihr Ei unbemerkt in das Nest legen kann, hat auch der junge Kuckuck eine Überlebenschance.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Deutschland, das stellenweise die westliche Grenze des geschlossenen Brutareals vom <strong>Sumpf-rohrsänger </strong><em>(Acrocephalus palustris) </em>bildet, ist er weit verbreitet, nur im äußersten Südwesten ist seine Verbreitung lückenhaft. Sein Bestand für Deutschland wird mit bis zu 850.000 Brutpaare aus- gewiesen. Mit 8.000 – 16.000 Brutpaaren häufigste Rohrsängerart in Sachsen. Er ist Brutvogel nahezu im gesamten Gebiet mit Schwerpunkten in den Flussauen (insbesondere Elbe, Mulde, Weiße Elster, Pleiße), nur lückige Vorkommen und geringe Dichte in höheren Berglagen sowie in Heide-wäldern und Bergbaugebieten des Tieflands. Nur dreizehn Zentimeter lang ist der Sumpf-rohrsänger und damit kleiner als ein Sperling. Mit seiner Tarnfärbung ist der kleine Singvogel nur sehr schwer durch Gras oder Gebüsch zu erkennen. Seine Oberseite ist graubraun, die Unterseite elfenbeinfarben und die Kehle weißlich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Färbung des Bürzels ist olivbraun. Auffällig sind der spitze Schnabel und die oft leicht aufgestellten Federn des Kopfes, die dem Sumpfrohrsänger ein freches Aussehen verleihen. Von seiner Zwillingsart, dem Teichrohrsänger, ist der Sumpfrohrsän-ger leider nur sehr schlecht zu unterscheiden. Auch bei diesem Rohrsänger gleichen sich Männchen und Weibchen und das Brutkleid dem Ruhekleid. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal ist der Gesang. Das Lied des Sumpfrohrsängers gehört zu den schönsten unserer heimischen Sing-vögel. Zudem ist er ein begabter Spötter: Vogelkenner mit feinem Ohr haben bis zu 20 verschiedene Vogelrufe aus seinem Gesang herausgehört. Beide Arten besiedeln dasselbe Gebiet, Kreuzungen kommen jedoch nicht vor.Zudem bewohnt er fast nie das reine Röhricht, sondern bevorzugt das von Nesseln, Brombeerranken und anderen Kräutern durchwucherte Weidengebüsch am Rand der Flüsse, Teiche und Sumpfgebiete. Häufig trifft man ihn auch an übig bewachsenen Bach- und Grabenufern und schließlich weitab von Gewässer und Feuchtigkeit als Bewohner von Getreidefeldern, Erbsen-, Raps- und Rübsenschlägen, und so ist er eigentlich ein „Kulturfolger“ und Charaktervogel der Feldmark und wird darum stets treffend auch als „Getreiderohrsänger“ bezeichnet. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Nahrung besteht in erster Linie aus Insekten und deren Larven, Spinnen und Schnecken, die von den Kräutern gesammelt werden, seltener vom Boden. Neben der Gefährdung des Langstreckenziehers auf dem Zuge und im Winterquartier führen im Brutgebiet vor allem Veränderungen der Landnutzung zu Lebensraumeinschränkungen. Wichtige Vor-sorge- bzw. Schutzmaßnahmen sind die Erhaltung und Verbreiterung von uferbegleitenden Hochstaudenfluren sowie analoger Strukturen im Agrarraum und Siedlungsrandbereich bei gleichzeitiger Unterbindung eines zu starken Gehölzaufwuchses.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klaus Rost</p>
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		<title>Aus der Vogelwelt: Drosselrohrsänger</title>
		<link>https://www.stadtverband-leipzig.de/aus-der-vogelwelt-drosselrohrsaenger/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jan 2021 08:35:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Vogelwelt]]></category>
		<category><![CDATA[drosselrohrsänger]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Rost]]></category>
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					<description><![CDATA[Stehende und langsam fließende Gewässer sind vielfach von einem Schilfgürtel umrahmt, dessen Breite durch den Tiefenabfall der Uferzone bestimmt wird. Nimmt die Tiefe nur allmählich zu, so kann sich die Schilfzone Hunderte von Metern weit in den See erstrecken. Ein Schilfhalm ist lang, dünn und unverzweigt. Unten steht er im Wasser. Hier ist kein Platz, [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Stehende und langsam fließende Gewässer sind vielfach von einem Schilfgürtel umrahmt, dessen Breite durch den Tiefenabfall der Uferzone bestimmt wird. Nimmt die Tiefe nur allmählich zu, so kann sich die Schilfzone Hunderte von Metern weit in den See erstrecken. Ein Schilfhalm ist lang, dünn und unverzweigt. Unten steht er im Wasser. Hier ist kein Platz, auf dem ein normaler Baum- oder Bodenvogel sitzen oder gar ein Nest bauen kann. Wer hier leben will, muss „Spezialist“ sein. Im freien Luftraum kann ein Vogel ungehindert umherfliegen. Auch zwischen dem Zweigwerk der Bäume sind genügend Lücken vorhanden um einem geschickten Flieger das Durchkommen zu ermöglichen. Im Schilfgestrüpp stehen dicht bei dicht senkrechte „Stangen“ deren Abstand stets geringer als die Spannweite mittelgroßer oder gar großer Vögel ist, während ihre Festigkeit ein Niederbrechen oder Umbiegen verhindert. In diesen Lebensraum möchte ich Sie heute mitnehmen, da auch hier eine reichhaltige Vogelwelt ihr zuhause hat. Es sind fast alles still und verborgen lebende Kletterer und Schlüpfer, die in der schwankenden Halmwildnis über dem Wasser ein sehr schwer zu beobachtendes Leben führen. Zu hören sind sie dagegen, besonders zur Balzzeit im Frühjahr, schon eher. Es sind die <strong>ROHRSÄNGER</strong> von denen sich 12 Arten in Europa als Brutvogel aufhalten und in drei Gruppen untergliedern:</p>



<ol class="wp-block-list" type="1"><li>Gestreifte Rohrsänger, zu ihnen gehören die in Deutschland brütenden Seggen- und Schilfrohrsänger.</li><li>Kleine, ungestreifte Rohrsänger mit dem Sumpf- und Teichrohrsänger.</li><li>Große, ungestreifte Rohrsänger zu denen der Drosselrohrsänger gehört.</li></ol>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschlechter sind nach den Gefiedermerkmalen nicht zu unterscheiden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rohrsänger tragen ihren wissenschaftlichen Namen <em>Acrocephalus</em> (bedeutet Spitzkopf) zu Recht, denn der feine spitze Schnabel geht allmählich in den Kopf über, ohne eine abgesetzte Stirn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da es im Schilfwald aber keine Äste gibt, sondern nur steil aufstrebende Halme, verstehen alle</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rohrbewohner, vor allem aber die Rohrsänger, mit übereinander den Halm umgreifenden</p>



<p class="wp-block-paragraph">Füßen steil aufrecht zu sitzen und in dieser Haltung ausgezeichnet, halb rutschend, halb hüpfend, daran auf- und abwärts zu klettern, wobei sie den spitzen Kopf schräg nach oben halten und sich ihr Körper fast spiralig um den Stängel schmiegt. Sie gleiten gewandt durch das Schilf und verbergen sich weder in Bodennähe noch laufen sie auf dem Boden. Als Zugvögel kommen sie fast alle erst, wenn das junge Rohr schon ein Stück emporgewachsen ist, also kaum vor Anfang Mai, aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurück und verschwinden im September/Oktober wieder.&nbsp; Rohrsänger eignen sich auch sehr oft als Wirtsvögel für den Kuckuck. Kehrt der Kuckuck im Mai aus dem Winterquartier zurück, haben u.a. die in den Feuchtgebieten lebenden Teichrohr- und Sumpfrohrsänger ihre Reviere bezogen und bereiten sich auf ihre Bruten vor. Denn sie bringen eine Voraussetzung mit: Sie ernähren ihre eigenen Jungen mit Insekten und können auch einen Jungkuckuck mit der für ihn geeigneten Nahrung versorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der <strong>Drosselrohrsänger</strong> (Acrocephalus arundinaceus) ist der größte mitteleuropäische, Rohrsänger, er erreicht etwa die Größe eines Stars (etwa 20 cm). Die Oberseite ist einfarbig braun, die Unterseite gelblichweiß und die Kehle weißlich. Er hat einen undeutlichen rahmfarbenen Überaugenstreif. Farblich ist der Drosselrohrsänger dem kleineren Teichrohrsänger sehr ähnlich. Er hat ein großes Verbreitungsgebiet und lebt in ganz Europa mit Ausnahme der Britischen Inseln und Skandinaviens. Als Zugvogel verlässt er im August/September seine Heimat und überwintert in Äquatorial- und Südafrika. Anfang Mai kehrt er wieder zu seinen Niststätten zurück. Er ist überall zahlenmäßig stark vertreten, und seine Anwesenheit verrät schon von weitem der charakteristische Gesang des Männchens, der eigentlich kein richtiger Gesang, sondern ein raues, scharfes Schreien ist. Kein anderer Vogel kann den Drosselrohrsänger übertönen. Wohl wegen seines lautstarken Gesanges mit den oft wiederholten Strophen wird er vielfach kurz als Rohrdrossel oder Rohrspatz bezeichnet, lautmalerisch auch oft als „karrekiet“ oder „Karle Kliet“. Jeder, der den unermüdlichen Schwätzer gehört hat, versteht das treffende Wort: “Er schimpft wie ein Rohrspatz“. Der Drosselrohrsänger besiedelt die Röhrichte stehender Gewässer. Von größeren Schilfflächen werden die wasserseitigen Bereiche bevorzugt, die landseitigen, stärker verlandeten Bereiche hingegen weitgehend gemieden. In Sachsen handelt es sich dabei vor allem um Fischteiche, aber auch um Stauseen und Gewässer in ehemaligen Kies- und Tongruben sowie ehemaligen Braunkohletagebauen in denen 1.200 bis 2.400 Brutpaare siedeln. Sein Nest ist ein, vom Weibchen gebauter, sehr kunstvoller Bau. Es wird meistens 30 – 140 cm über dem Wasserspiegel gebaut. Da die Drosselrohrsänger ihre Nester in einer Zeit bauen, in der das Rohr noch wächst, vergrößert sich der Abstand der Nester vom Wasserspiegel mit dem Wachstum des Rohres. Die Halme, an denen es aufgehängt ist, scheinen durch das Nest zu wachsen. Es wird aus Grasblättern geflochten und mit Schilffasern und den trockenen Blütenständen des Schilfs ausgepolstert. Die verwendeten Schilfhalme werden aus dem Wasser herausgefischt oder vorher in das Wasser eingetaucht, um das Baumaterial biegsam zu machen. Das Nest ist ca. 12 bis 20 cm lang. Die Nestränder sind leicht nach innen gezogen, damit die Brut nicht ins Wasser fallen kann. Ein Gelege umfasst 4 – 6 Eier, die bläulichweiß, bläulichgrün oder grünlichweiß mit violettgrauen Unterflecken, olivbraunen und schwarzgrauen Oberflecken, die gelegentlich am stupfen Pol gehäuft auftreten, gefärbt sind. Gebrütet wird von beiden Partnern 13 – 15 Tage. Beide Eltern füttern die Jungvögel rund 12 Tage im Nest und dann noch eine Zeitlang außerhalb, da die Jungen das Nest verlassen, bevor sie flügge sind. Der Drosselrohrsänger ernährt sich ausschließlich von kleinen Wirbellosen, vor allem von Insekten und deren Larven, Spinnen und kleinen Weichtieren, die er an Wasser- und Sumpfpflanzen findet sowie Amphibien und Beeren. Der älteste beringte Drosselrohrsänger trug den Ring neun Jahre und einen Monat. &nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klaus Rost</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Aus der Vogelwelt: Das Blässhuhn</title>
		<link>https://www.stadtverband-leipzig.de/aus-der-vogelwelt-das-blaesshuhn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Oct 2020 07:31:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Vogelwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Blässhuhn]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Rost]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Blässhuhn, auch Blesshuhn oder Bläßhuhn geschrieben (stammt vom Wort &#8222;Blesse&#8220;, gehört zur Familie der Rallen. Es hat mit den Hühnern überhaupt nichts gemein, egal welche Schreibweise gewählt wird, sondern ist ein Gewässerbe-wohner. Das Blesshuhn ist ein knapp entengroßer, hoch im Wasser liegender, schwarzer Schwimmvogel mit leuchtend weißem Stirnschild und roten Augen, welcher kaum mit [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Blässhuhn, auch Blesshuhn oder Bläßhuhn geschrieben (stammt vom Wort &#8222;Blesse&#8220;, gehört zur Familie der Rallen. Es hat mit den Hühnern überhaupt nichts gemein, egal welche Schreibweise gewählt wird, sondern ist ein Gewässerbe-wohner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <strong>Blesshuhn</strong> ist ein knapp entengroßer, hoch im Wasser liegender, schwarzer Schwimmvogel mit leuchtend weißem Stirnschild und roten Augen, welcher kaum mit einem anderen Wasservogel verwechselt werden dürfte. Meistens schwimmen sie ruhig, aber immer mit Kopfnicken und ohne Hast auf dem Wasser. Wenn sie tauchen, springen sie hoch und gehen kopfüber ins Wasser. Sie sind keine guten Flieger und starten, wenn Feinde kommen, die immer nur gegen den Wind angreifen. Um zu fliehen, müssen sie lange übers Wasser laufen, bis sie abheben. Am Flügelhinterrand ist im Flug ein schmales helles Band mehr oder weniger deutlich erkennbar. Die Geschlechter sind im Freiland an einem geringfügigen Größenunterschied nur dann zu erkennen, wenn Männchen und Weibchen nebeneinander verglichen werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Gewicht der Männchen beträgt bis zu 600 Gramm. Die Weibchen werden bis zu 800 Gramm schwer. Blässhühner sind gute Schwimmer. An ihren kräftigen grünen Beinen befinden sich Schwimmlappen zwischen den Zehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Blesshuhn braucht fließende oder stehende Gewässer mit Schilfgürtel oder Uferböschungen. Da die Größe des Gewässers eine untergeordnete Rolle spielt, findet man das Blesshuhn bisweilen auch an kleinen Waldtümpeln oder an Überschwemm-ungsflächen in Bruchwäldern. Es nimmt auch künstliche Gewässer wie Baggerseen oder Talsperren an. Wichtig ist nur, dass es ausreichend Wasserpflanzen gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Blesshühner leben im Winter an nicht zugefrorenen Gewässern auf engem Raum zusammen, werden nach ihrer Rückkehr zu den Nistplätzen aber ungesellig. Die einzelnen Paare, sondern sich ab, werden unverträglich und verteidigen stark ihr Nest-revier. Das Nest wird von beiden Partnern am Rand des Pflanzenwuchses direkt auf dem Wasser angelegt. Es ist ein großer Bau aus Wasserpflanzen, trockenen Zweigen und Blättern. Oft trägt das Männchen einen Großteil des Materials herbei, das vom Weibchen verbaut wird. Die Zeit, in der ein Nest fertig gestellt wird, variiert zwischen</p>



<p class="wp-block-paragraph">1 und über 20 Tagen. Auch während der gesamten Brutzeit wird noch am Nest weitergebaut. Es kann sogar passieren, dass Eier mit eingebaut werden. Das Männchen baut noch weitere, sogenannte Ruhenester. In die sich der nicht brütende Vogel nachts zurück zieht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Ablage des ersten oder zweiten Eies beginnt das Brüten, bei dem sich die beiden Partner 21–24 Tage auf den 5-12 Eiern ablösen. Beide pflegen auch gemeinsam die Jungen. So führt das Männchen die Küken aus, während das Weibchen noch auf den restlichen Eiern oder schon auf dem nächsten Gelege sitzt. Die Jungen der ersten Brut helfen dann oft bei der Pflege und Fütterung der nächsten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die glanzlosen oder schwach glänzenden Eier sind auf beigenem bis hellgrauem Grund fein rotbraun bis schwarz gepunktet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Junge Blässhühner sind Nestflüchter, die bereits nach kurzer Zeit schwimmen können, die aber meist noch 2–4 Tage im Brutnest gehudert und gefüttert werden und noch etwa eine Woche dort schlafen. 4–5 Wochen werden die Jungen von den Eltern im Familienverband geführt und gefüttert. Mit acht Wochen sind die Jungen flügge und selbstständig, bleiben aber oft noch lange im Revier. Die Küken sind mit ihrem kaum befiederten rot und blau gefärbten Kopf und dem gelbbraunen „Stehkragen“ hübsch hässlich bunt gefärbt, im Jugendkleid ist die Oberseite braunschwarz, Kopf und Brust grauweiß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Zeit von April bis August werden zwei Bruten durchgeführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blässhühner sind Allesfresser. Als Nahrung dienen Algen, Pflanzenreste, Gras, Blütenblätter von Seerosen, Insekten und deren Larven, Schnecken, Muscheln, kleine Fische außerdem Abfälle und Entenfutter. Frische und faulende Pflanzenteile spielen eine erhebliche Rolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während des Sommers fressen Blesshühner auch Schilf, das einen hohen Gehalt an Rohproteinen und Kohlenhydraten aufweist. Bei reiner Ernährung von Blättern und Trieben von Schilf benötigen Blässhühner täglich knapp die Menge ihres Körpergewichtes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sie im Schilf umherschwimmen machen klare <em>„köw“,</em> rauhe <em>„kröw“</em> oder durchdringende <em>„pix“</em> Rufe auf sie aufmerksam.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Blesshühner haben auch Feinde z. B. Menschen, Fuchs, Steinmarder, Marderhund, Krähen, Großmöwen und Seeadler.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Lebenserwartung ist nicht sehr hoch. Von den Jungvögeln sterben im 1. Lebensjahr zwischen 75 und 87 Prozent, von den zweijährigen Vögeln erleben 48 bis 72 Prozent nicht das nächste Lebensjahr. Das älteste beringte Exemplar, das bislang gefunden wurde, ist ein in Dänemark aufgefundenes Blesshuhn, das 20 Jahre und sieben Monate alt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Klaus Rost</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Aus der Vogelwelt: Der Fasan</title>
		<link>https://www.stadtverband-leipzig.de/aus-der-vogelwelt-der-fasan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2020 09:30:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Vogelwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Rost]]></category>
		<category><![CDATA[Vögel]]></category>
		<category><![CDATA[Vogelschutzlehrstätte]]></category>
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					<description><![CDATA[Zur Vorstellung des ursprünglich aus Mittelasien stammenden Vogel gehört ein Blick in seine Geschichte. Der Jagdfasan (Phasianus colchicus,)oft auch nur kurz Fasan genannt, wurde schon vor 2000 Jahren eingeführt, und zwar zunächst nach Griechenland. Nachdem er bereits von Griechen und Römern zu kulinarischen Zwecken gehalten, wurde er hauptsächlich als Jagdvogel in Mitteleuropa eingeführt. Von dort [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Zur Vorstellung des ursprünglich aus Mittelasien stammenden Vogel gehört ein Blick in seine Geschichte. Der <strong>Jagdfasan</strong> <em>(Phasianus colchicus,)</em>oft auch nur kurz Fasan genannt, wurde schon vor 2000 Jahren eingeführt, und zwar zunächst nach Griechenland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem er bereits von Griechen und Römern zu kulinarischen Zwecken gehalten, wurde er hauptsächlich als Jagdvogel in Mitteleuropa eingeführt. Von dort kam er über Italien nach Deutschland und wird um 1250 in der Gegend von Kolmar schon als gemeiner Vogel genannt. Urkunden um 1350 deuten auf das Vorkommen des Fasans in Hessen und Bayern hin. 1460 wurde die erste Fasanerie in Deutschland bei Ingolstadt angelegt. Um 1500 wurden in Sachsen 200 Fasane ausgesetzt, die sich gut entwickelt zu haben scheinen, da sie bald als Jagdwild genannt wurden. 1626 schließlich wurden von Wallenstein Fasane in Mecklenburg eingeführt. Allmählich breitete sich der Fasan über ganz Mitteleuropa aus. Vor rund 150 Jahren wurden nach und nach weitere Rassen des Jagdfasans in Mitteleuropa, teilweise auf dem Umweg über England, aus Mittel- und Ostasien eingeführt. Zunächst wurde der mongolische Ringfasan (Phasianus colchicus torquatus) und der ringlose Kupferfasan <em>(Syrmaticus soemmerringii</em>) bei uns eingebürgert, bald folgte eine größere Anzahl weiterer Rassen, die sich laufend miteinander kreuzten, sodass unsere heutigen Bestände an Fasanen alles andere als reinblü-tig sind, was auch oft in ihrer äußeren Erscheinung zu erkennen ist. Da er seit über 700 Jahren in Deutschland ansässig ist wird er zu unserer heimischen Vogelwelt gezählt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch heute werden noch Fasane in Fasanerien extra für die Jagd gezüchtet. Der Fasan zählt zu den Standvögeln. Durch ihren langen Schwanz sind Fasanenhahn und –henne jederzeit hinreichend gekennzeichnet. Der Hahn ist kupferfarbig, Kopf und Hals sind dunkelgrün mit metallischem Glanz. Im einzelnen variiert das Gefieder stark, da – wie oben schon hingewiesen – die wenigsten bei uns vorkommenden Fasane noch reinrassig sind. Durch Kreuzungen mit dem Ringfasan tritt bei manchen Fasanenhähnen ein weißer Halsring mehr oder weniger deutlich in Erscheinung. Auffallend sind die leuchtend roten Hautlappen um das Auge, den sogenannten „Rosen“, bei den Hähnen, die während der Balz innerhalb weniger Sekunden weiter anschwellen. Die Henne trägt ein mehr bodenfarbiges Gefieder. Die Jungen gleichen weitgehend der Henne, sind jedoch kurzschwänziger. Die Körperlänge beträgt beim Hahn ca. 90 cm bei einem Gewicht von ca. 1,9 kg. Die Henne ist wesentlich kleiner und leichter (ca. 62 cm und 1,5 kg).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fasan ist als klassischer Kulturfolger anzusehen. Er liebt weite, von Hecken und Feld-gehölzen unterbrochene und wintermilde Agrarlandschaften mit Schilfdeckung an möglichst fließenden Gewässern. Er hält sich jedoch auch in angrenzenden lichten Wäldern auf. In den Feldfluren benötigt er allerdings Gehölze und Hecken, die ihm ausreichend Deckung bieten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fasan lebt in „Keinehigkeit“. Ein dominanter Hahn besitzt meistens 5 bis 6 Hennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er tätigt eine Jahresbrut in der Zeit von Mai bis Juni. Die Hennen legen 10 bis 16 einfarbig olivbraun oder olivgrau glänzende Eier in einer flachen Mulde am Boden die mit Pflanzen ausgekleidet wird. Die Nester sind versteckt im tiefen Gras, zwischen Brennnesseln oder im Unterholz. Wenn das Fasanennest durch Fuchs, Marder oder zu frühes mähen zerstört wird gibt es ein Nachgelege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ist die Fasanenhenne mit dem Eierlegen fertig, beginnt die Bebrütung die ca. 25 Tage dauert. Die jungen Fasanen-Küken schlüpfen alle an einem Tag und zählen zu den Nestflüchtern. Fasanenküken bekommt man sehr selten zu sehen, da die Henne sehr vorsichtig im offenen Gelände ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fasane leben vorrangig von pflanzlicher Nahrung. Die Bandbreite reicht dabei von Sämereien bis hin zu Eicheln und Beeren. Aber auch Rhizome und grüne Pflanzenteile verschmäht der Fasan nicht. Diese zerkleinert er, wie alle Hühnervögel, mit Hilfe aufgenommener Steinchen in seinem muskulösen Magen. Vor allem die Jungtiere fressen in den ersten Lebenswochen kleine Wirbellose wie Regenwürmer, Nackt- oder Gehäuse-schnecken und Insekten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fasan ist unter § 2 des Bundesjagdgesetzes (BJagdG) gelistet und darf gemäß Bun-desjagdzeiten-Verordnung vom <strong>16. Oktober bis 15. Januar</strong> bejagt werden. Alle anderen Hühnervogelarten sind in Sachsen ganzjährig geschont!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sich auch freilebende Populationen des Fasans recht gut in der Kulturlandschaft halten, sind doch meist Hegemaßnahmen und Aussetzungen erforderlich, um den Be&#8211;stand auf Dauer aufrecht zu erhalten. Deshalb werden in Fasanerien, in großen Ausmaßen und unter künstlichen Bedingungen Eier und Jungvögel produziert oder mit teils erheblichem Aufwand Fasaneneier von Hühnern oder Puten ausgebrütet und die Jungvögel in möglichst natürlicher Umgebung aufgezogen und ausgewildert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fasan wird als delikates Wildgeflügel geschätzt, das zur Jagdsaison auf Märkten aber auch ganzjährig in manchen Fleischereien und Feinkostgeschäften sowie tiefgefroren in Supermärkten angeboten wird. Nicht selten stammen die Vögel dann aus Intensivtierhaltungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klaus Rost</p>
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		<title>Aus der Vogelwelt: Ammern (6) Schnee-, Fichten-, Kappen- und Türkenammer</title>
		<link>https://www.stadtverband-leipzig.de/aus-der-vogelwelt-ammern-6-schnee-fichten-kappen-und-tuerkenammer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jul 2020 10:07:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Vogelwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Rost]]></category>
		<category><![CDATA[Vögel]]></category>
		<category><![CDATA[Vogelschutzlehrstätte]]></category>
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					<description><![CDATA[Wenn es stürmt und schneit, erscheinen besonders an der Küste Trupps von Singvögeln, die hier im Sommer niemals zu beobachten sind. Es handelt sich um arktische Winter-gäste, die das Wattenmeer zur Überwinterung nutzen. Als nördlichster Brutvogel der Welt kommt die Schneeammer (Plectrophenax nivalis) hervorragend mit winterlichem Wetter zurecht. Kein anderer Landvogel brütet so weit nördlich [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Wenn es stürmt und schneit, erscheinen besonders an der Küste Trupps von Singvögeln, die hier im Sommer niemals zu beobachten sind. Es handelt sich um arktische Winter-gäste, die das Wattenmeer zur Überwinterung nutzen. Als nördlichster Brutvogel der Welt kommt die Schneeammer (Plectrophenax nivalis) hervorragend mit winterlichem Wetter zurecht. Kein anderer Landvogel brütet so weit nördlich wie die Schneeammer. In vielen arktischen Gebieten sind Schneeammern die häufigsten Vögel. In Europa ist sie Brutvogel in Spitzbergen, Schottland, Jan Mayen, Bäreninseln und in den Gebirgen Nor-wegens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober verlassen sie ihre hocharktischen Brutgebiete und verteilen sich auf die Win-terquartiere. Hierbei sind sie sehr flexibel und können den einen Winter in Nordamerika, den nächsten vielleicht in Nordfriesland oder Frankreich zubringen. Im März geht es dann wieder heimwärts gen Norden. Wird in manchen Frühjahren in bis zu tausendköp-figen unruhigen Schwärmen auf den Feldern Südfinnlands um den Monatswechsel März-April herum beobachtet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erkennungsmerkmale für die Schneeammer sind in allen Kleidern die großen weißen Flecken an der Flügelbasis und die weiße Bauchseite. Der Rücken des Männchens im Sommerkleid, die Flügelspitzen und die mittleren Schwanzfedern sind schwarz, ansons-ten jedoch ist das Kleid reinweiß. Auf dem Kopf des Weibchens ist Grau, auf dem Rücken Braun und der Flügelfleck ist kleiner. Der Vorderhals der Schneeammer und der Kopf sind im Winterkleid rostbraun gefärbt. Sie zählt mit einer Länge 17–19 cm und mit einem Ge-wicht von 29–40 g zu den größeren kräftigeren Ammern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Brutzeit besiedelt sie karge Landschaften und bewohnt selbst die Lava- und Stein-wüsten in Island sowie die vom Gletschereis umschlossenen, weitgehend vegetationslo-sen Gipfel Spitzbergens, Islands und Grönlands.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den arktischen Brutgebieten ist eine enge Nachbarschaft zum Menschen nicht sel-ten. Die Nester können hier in Autowracks, alten Ölfässern und Ähnlichem zu finden sein. In der Arktis brütet sie in Felshöhlen, wo das versteckte Nest aus Moos, Flechten und Torf gebaut und warm mit Federn ausgepolstert wird. Kältehart und als Strecken-flieger leistungsfähig wird sie öfter als jede andere Vogelart über dem Inlandeisschild Grönlands angetroffen. Auch Forschungsstationen nahe des Nordpols erhalten ab und zu Schneeammerbesuch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schneestürme übersteht sie vergraben im Schnee, wo sie mehrere Tage aushar-ren kann.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Name soll teils von ihrer weißen Farbe, teils von ihrem Aufenthalt auf den höchsten Gebirgen herrühren. Mitunter wird sie auch als Berg- oder Eisammer bezeichnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Fichtenammer (Emberiza leucocephalos) brütet zwischen dem Ural und der Pazi-fikküste. Sie ist die Zwillingsart der Goldammer. Die Nordgrenze bildet der Polarkreis, die Südgrenze die Mandschurei und Mongolei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wo beide Arten zusammentreffen, kommt es regelmäßig zur Hybridisierung. In Europa erscheint die Fichtenammer selten im Herbst und Winter und tritt dann oft in Goldam-mertrupps auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie ist wie die Goldammer etwa 15–18 cm lang und besitzt die typische Gestalt einer Ammer. Auch ihre Zeichnung entspricht weitgehend der Goldammer, man beachte je-doch, dass Weibchen und Jungvögel einen weißlichen Bauch, eine gräuliche Gesichts-zeichnung und eine mehr kastanienbraune Färbung an den Schultern haben. Auch die Bauchstricheln sind mehr kastanienbraun. Die Unterscheidung des Männchens im Prachtkleid ist einfach, da es eine typische kastanienbraun-weiße Kopfzeichnung, ge-genüber einer fast leuchtend gelben wie bei der Goldammer, hat. Auch zeigt sich bei der Fichtenammer ein schmaler weißer Augenring, bei Goldammern ist dieser meist gelblich oder beige.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Zugvogel liegen die Überwinterungsgebiete in Mittel- und Südostasien, lokal auch im Irak und Iran sowie in Israel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine große, recht massige und großschnäblige Ammer, deren Verbreitungsgebiet Hauptsächlich im Bereich von Italien bis ans Kaspische Meer liegt. Nach Norden in Rumänien bis an die Donaumündung. Deren Schwerpunkt jedoch in Kleinasien liegt, ist die Kappenammer (Emberiza melanocephala). Die Kappenammer ist eine der weni-gen europäischen Vogelarten, deren Winterquartier in Indien liegt.&nbsp; Einzelne Tiere ver-fliegen sich gelegentlich nach Mitteleuropa.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Männchen ist im Prachtkleid unverkennbar mit schwarzer Kappe auf dem Kopf, die bis unter das Auge reicht, daher der Name Kappenammer. In älterer Literatur wird sie auch Schwarzkappiger oder schwarztopsiger Ammer oder schwarzkappige Merle be-zeichnet. Auffallend ist die leuchtend kanariengelbe Färbung der Kehle und Unterseite ohne dunkles Brustband. Die Oberseite ist hell kastanienbraun mit zimtfarbenem Bürzel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schwanz ist ohne Weiß.&nbsp; Das Weibchen ist kontrastärmer gefärbt und es fehlt die schwarze Kappe. Im einheitlich isabellfarbenem zeichnungslosen Kopf treten die be-tonten dunklen Augen besonders hervor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kappenammer bewohnt Buschsteppen, Felder mit Buschreihen, sonnige, spärlich be-wachsene Berghänge sowie Gärten, Obstbaumkulturen, Weingärten und Oliven-Haine. Beim Brutgeschäft ist das Weibchen auf sich allein gestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bei allen anderen Ammern besteht auch die Nahrung der Kappenammer aus In-sekten, Spinnen und viel Pflanzenteilen. Im Winter überwiegt pflanzliche Kost. Als Zug-vögel ziehen sie zwischen August und September nach Nordwestindien. Erst im April oder Mai erscheinen sie wieder in ihrem Brutgebiet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein recht kleines Verbreitungsgebiet hat die Türkenammer (Emberiza cineracea.)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kleine Populationen brüten jeweils auf Lesbos und Chios, Skyros, Samos, Ikaria und viel-leicht auch auf Korfu. Auf diesen Inseln existiert eine Population von 50 bis 100 Paaren. Weitere Populationen der westlichen Unterart brüten in der westlichen Türkei. Die Mehr-zahl der Türkenammern brüten jedoch in der südöstlichen Türkei und im südlichen Iran. Daher ist auch deren Name abgeleitet. Christian Ludwig Brehm hat diese Art bereits im Jahr 1855 beschrieben.&nbsp; Es ist eine recht große, langschwänzige&nbsp; und schlanke Ammer mit fahlem Gefieder. Sehr ähnlich wie junge Kappenammern. Das Männchen hat einen gräulich gelben Kopf und gelber Kehle. Das Weibchen ist graubraun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Türkenammer überwintert in der südlichen Türkei sowie rund um das Rote Meer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die westliche Türkenammer-Unterart kommt auch in Europa vor, jedoch nur als Som-mergast auf wenigen Inseln in der Ägäis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klaus Rost</p>
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		<title>Aus der Vogelwelt: Ammern (5) Grau-, Zaunammer</title>
		<link>https://www.stadtverband-leipzig.de/aus-der-vogelwelt-ammern-5-grau-zaunammer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jul 2020 10:02:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Vogelwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Rost]]></category>
		<category><![CDATA[Vögel]]></category>
		<category><![CDATA[Vogelschutzlehrstätte]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Grauammer (Emberitza calandra) ist die größte Ammer Europas. Der ehemals häufige Singvogel wird leider zunehmend von der intensivierten Landwirtschaft bedroht. Wie das Wort Calandra andeutet („Lerche“ auf Griechisch), ähnelt diese Ammer der Feldlerche, aber sie unterscheidet sich von dieser durch ihren großen, kegelförmigen Schnabel und dem Fehlen einer Haube. Wie viele Ammern hat die [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Die <strong>Grauammer</strong> (Emberitza calandra) ist die größte Ammer Europas. Der ehemals häufige Singvogel wird leider zunehmend von der intensivierten Landwirtschaft bedroht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie das Wort Calandra andeutet („Lerche“ auf Griechisch), ähnelt diese Ammer der Feldlerche, aber sie unterscheidet sich von dieser durch ihren großen, kegelförmigen Schnabel und dem Fehlen einer Haube. Wie viele Ammern hat die Grauammer einen plumpen Körper. Anders als die verwandte Goldammer hat sie jedoch eine eher un-scheinbare bräunliche Färbung. Rücken, Bürzel und Kopf sind mittelbraun mit schwarz-brauner Strichelung, während der Bauch hellbeige mit dunklen Strichen ist. Den großen Kopf zieren ein hellbeiger Überaugenstreif, ein gelblicher Schnabel und tiefschwarze Augen. Dieses fast durchgängig braune Gefieder findet sich sowohl beim Männchen als auch beim Weibchen. Mit ihren 18 cm und einer Flügelspannweite von ca. 30 cm ist sie ein recht großer Singvogel. Sie ist wesentlich größer als unser heimischer Spatz. Grauammer Männchen und Weibchen sehen im Gefieder gleich aus. Man unterschei-det Männchen und Weibchen nur durch Größe und Gewicht. Das Weibchen ist größer und schwerer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grauammer besiedelt offene Landschaften, wie z.B. extensive Grünländer, Feldrai-ne, Straßen- und Wegränder, Böschungen und Brachen mit einzelnen Gehölzen, höhe-ren Stauden, Freileitungen oder Koppelpfählen als Singwarte. Anscheinend sagen ihr jedoch feuchte Wiesen, Klee- und Luzernefelder in Flussnähe am meisten zu. Das Weib-chen legt das Nest in einer kleinen Bodenvertiefung an, in einer Wiese, im Klee in der Luzerne, auf Feldrainen und in Gräben, manchmal auch im Gebüsch und zwischen Stauden. Es liegt bis zu 30 cm hoch über dem Boden und ist aus Halmen, Blättern und Wurzeln gebaut und mit Wolle, feineren Pflanzenteilen, Haaren, Rosshaaren und ein-zelnen Federn gepolstert. Die Grauammer brütet von Ende April bis Juli zweimal. Ihr Gelege enthält gewöhnlich 4 &#8211; 5 Eier. Die Eier tragen auf graurötlichem, grauweißem oder schmutzig fleischfarbenen Grund rötlichgraue Schalenunter- und rotbraune Schalenoberflecken. Außerdem enthält ihre Zeichnung für die Grauammer typische, haarfeine wurmartigen Gebilde. Das Weibchen setzt sich auf das Nest, noch bevor das Gelege vollständig ist. Es wird vom Männchen weder abgelöst noch gefüttert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gebrütet wird 12 – 14 Tage. Ungefähr einmal die Stunde verlässt das Weibchen die Eier, um Nahrung zu suchen. Die Jungen werden fast ausschließlich vom Weibchen gefüttert und bleiben ungefähr 9 – 12 Tage in Nest. Bevor sie in die Umgebung auseinanderflie-gen. Dass sich die Männchen bis auf wenige Ausnahmen weder am Nestbau noch am Brut-geschäft und am Füttern beteiligen, hängt offensichtlich damit zusammen, dass die Männchen in Vielehe leben. Wieweit diese Erscheinung jedoch bei den Grauam-mern verbreitet ist, ob es vereinzelt oder allgemein verbreitet auftritt, ist bisher noch nicht geklärt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Samen von allerlei Wildpflanzen sowie Getreide sind Ernährungsgrundlage der Grauam-mer. Daneben fressen sie im Frühjahr und Sommer auch vielerlei Insekten wie Käfer und Heuschrecken, ferner Spinnen. Junge Grauammern werden hauptsächlich animalisch mit Schmetterlingen, Heuschrecken, Käfern und Spinnen gefüttert, sie erhalten aber auch Samen von Wildkräutern. Außerhalb der Brutzeit sind Grauammern vorwiegend auf Stoppel-feldern, Äckern, in nicht gemähtem Grasland, auf Salzwiesen und Spülge-lände anzutreffen, Stoppeläcker und Brachland haben dabei &#8211; auch für andere Feld-vögel &#8211; eine besonders große Bedeutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund seines eher unscheinbaren Gefieders bliebe dieser Vogel leicht unbemerkt, wenn die Männchen nicht die Angewohnheit hätten, sich gut sichtbar auf der Spitze von Sträuchern oder auf Freileitungskabeln niederzulassen, die ihnen als Singwarte dienen. Wenn eine Grauammer singt, dann klingt das ungefähr so, als wenn man einen Schlüsselbund schüttelt: eine Reihe tickender Laute, die in einem klirrenden Knirschen enden. Diese kurze Strophe trägt sie aber häufig und mit Inbrunst vor.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Sachsen kommt der Brutvogel im Gegensatz zu früher nur noch lückenhaft im Tief- und Hügelland vor. Begünstigt sind die wärmeren Regionen Nordwestsachsens, das Riesa-Torgauer Elbtal, die Gohrischheide sowie die nordöstliche und östliche Oberlau-sitz. Höhen über 200 m ü. NN werden kaum besiedelt.<br>Der sächsische Bestand beläuft sich auf 1.200 bis 2.400 Brutpaare, sodass die Grauam-mer auf der <strong>Vorwarnliste zur Roten Liste</strong> zu finden ist. Die Gründe für den Rückgang dieser Vogelart liegen auf der Hand: Die Intensivierung der Landwirtschaft mit der damit verbun-denen Entwässerung feuchter Wiesen und dem Verlust extensiv genutzter Flä-chen und Landschaften. Zudem wurde durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln die Nahrungs-grundlage der Grauammern erheblich vermindert. Immer noch werden zu früh die Wiesen und Grabenböschungen gemäht, dadurch wird die erste Brut von der Grauammer und anderen Vogelarten zerstört.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Grauammer ist Jahresvogel und auch im Winter in Deutschland anzutreffen. Die ältesten wieder gefundenen Ringvögel waren 10 Jahre und 5 Monate bzw. 9 Jahre und 10 Monate alt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Verbreitungsgebiet der Wärme liebenden <strong>Zaunammer</strong> <em>(Emberitza cirlus)</em> berührt Deutschland nur im äußersten Südwesten, wo sie noch in den milden Gegenden des oberen Rheingrabens und im Bodenseegebiet vorkommt. Im Mittelmeerraum ist sie relativ häufig und vertritt dort gebietsweise ihre sehr nahe verwandte Goldammer, ist aber etwas kleiner, gedrungener und kurzschwänziger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Aussehen ähnelt sie der Goldammer, aber Kinn und Kehle sind schwarz, der Bürzel ist oliv-braun. Markantes Merkmal der Männchen ist der schwarze Augenstreif, der vom Schnabelansatz bis in den Nacken reicht. Oben und unten ist der schwarze Streifen gelblich eingefasst. Weibchen erinnern stark an Goldammerweibchen, jedoch stets mit unauf-fällig bräunlichgrauem, nicht rostbraunem Bürzel. Manchmal sind die Ober-schwanzdecken auch leicht rostbraun überflogen. Bei beiden Geschlechtern ist das Gefieder ober- wie unterseits mit einer bräunlichen Strichelung versehen. Der kräftige Schnabel weist eine gräuliche Färbung auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den Süden Europas und Nordafrika. In Süd-deutschland gibt es kleine Bestände in wärmeexponierten Lagen. Zaunammern bevor-zugen offene, buschreiche Landschaften. Ihre Nahrung besteht aus kleineren Samen und Insekten. Die Zaunammer ist ein Standvogel – im Herbst und Winter streift sie in kleinen Gesellschaften im weiteren Brutgebiet umher. Im April finden sich die Paare wieder an ihren Brutplätzen ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die GeIegegröße beträgt bei Erstbruten in der Regel 4 Eier, seltener nur 3. späte Gelege haben häufiger nur noch 3 oder 2 Eier. Die Brutdauer liegt bei 12 und 13 Tagen, die Nestlingszeit beträgt 10 – 14 Tage. Die Jungen sind erst im Alter von 15 Tagen in der La-ge, über größere Strecken gut zu fliegen, im Alter von 18 Tagen beginnen die Jungen selbständig nach Nahrung zu picken, sie werden aber noch im Alter von 20 Tagen re-gelmäßig gefüttert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zaunammer ist Standvogel und gelegentlicher Teilzieher. Ein großer Teil der Popula-tion harrt den ganzen Winter über in seinen Revieren aus. In der Roten Liste ist sie als <strong>stark gefährdet</strong> ausgewiesen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Brutbestand in Deutschland wird auf 220 -250 Brutpaare geschätzt, wobei davon allein 200 Brutpaare für Reinland-Pfalz angegeben werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bestandsgefährdungen entstehen hauptsächlich durch den Verlust und Veränderung des Lebensraums durch Verringerung der Strukturvielfalt, Ausräumung von Rebgelände, Entfernung von Hecken, Ausdehnung von Siedlungen, sowie Gebietsweise der Rück-gang von Stoppelbrachen im Winter als Nahrungsgrundlage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der älteste Ringvogel erreichte ein Alter von 8 Jahren, während das durchschnittliche Alter mit 3, 3 Jahren angegeben wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klaus Rost</p>
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		<item>
		<title>Aus der Vogelwelt: Ammern (4) Ortolan, Grauortolan</title>
		<link>https://www.stadtverband-leipzig.de/aus-der-vogelwelt-ammern-4-ortolan-grauortolan/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2020 13:48:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Vogelwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Rost]]></category>
		<category><![CDATA[Vögel]]></category>
		<category><![CDATA[Vogelschutzlehrstätte]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Ortolan (Emberiza hortulana), wird auch als Gartenammer bezeichnet, ist, oder besser war wie wir später erfahren, eine charakteristische Art der offenen Landschaft. Lebensraum sind die reich gegliederten Agrarlandschaften im wärmebegünstigten Flach- und Hügelland mit leichten und trockenen Böden. Voraussetzung ist, dass Sing-warten (zum Beispiel Waldränder, Feldgehölze, Feldwege mit Baumreihen) in ausreichender Zahl vorhanden sind. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Der Ortolan (Emberiza hortulana), wird auch als Gartenammer bezeichnet, ist, oder besser war wie wir später erfahren, eine charakteristische Art der offenen Landschaft. Lebensraum sind die reich gegliederten Agrarlandschaften im wärmebegünstigten Flach- und Hügelland mit leichten und trockenen Böden. Voraussetzung ist, dass Sing-warten (zum Beispiel Waldränder, Feldgehölze, Feldwege mit Baumreihen) in ausreichender Zahl vorhanden sind. Der Ortolan ist eine auffällige Erscheinung und kann kaum mit einer anderen Ammernart verwechselt werden. Der Kopf, Hals und Kropf sind beim Männchen zur Brutzeit graugrün, ein Augenring, der Bartstreif und die Kehle sind gelb. Die Oberseite ist braun mit schwarzen Längsflecken, die Unterseite, Brust und Bauch sind zimtbraun. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schwanzaußenfedern sind weiß. Das Weibchen ist im Brut- und Ruhekleid insgesamt trüber gefärbt. Die Kehle weist dunkle Längsflecken auf. Im Winter ist das Rückengefieder des Männchens grauer, der Kopf mehr grünlich-grau gestreift. Der Ortolan ist ein ausgesprochener Zugvogel. Er überwintert im subtropischen Afrika nördlich der Sahelzone im Bereich südlich von Marokko und in Äthiopien. Nach fünf Monaten Aufenthalt kehrt er im April oder Mai ins Brutgebiet zurück. Der Ortolan bewohnt als Sommergast große Teile des europäischen Kontinents. Eine Ausnahme bilden einige Teile Spaniens, das westliche Frankreich, Dänemark, die meisten Gebiete Norwegens sowie Island und Großbritannien. In Norddeutschland bildet der Landkreis Lüchow-Dannenberg einen Schwerpunkt mit knapp 900 Revieren (Stand 1999). In Süddeutschland hat er am Maindreieck (Unterfranken) seine letzten Reviere mit einem Bestand von ca. 300 singenden Männchen (Stand 2003). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ortolan musste nach 1960 einen bedeutenden Bestandesrückgang hinnehmen, so dass die Art heute nach der Roten Liste Sachsens als gefährdet eingeschätzt wird. Der Rückgang ist vor allem der Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung mit großflächigem Biozideinsatz und der Beseitigung von Kleinstrukturen wie Feldhecken und Feldwege geschuldet. Insgesamt werden für Sachsen noch 400 bis 700 Brutpaare angegeben. In den 50er bis Mitte der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts war er auch in der Leipziger Gegend eine auffällige Erscheinung der Ackerlandschaft. Ein Straßen- und Wegevogel, der besonders an den mit Obstbäumen bestandenen Feldwegen und an den Waldrändern siedelte. Dann fast vollständiges verschwand bis auf gelegentliches Auftreten im südwestlichen Rand Leipzigs. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der gegenwärtige Verbreitungsschwerpunkt des Ortolans ist das Ober-lausitzer Gebiet und die östliche Oberlausitz. Weitere Vorkommensschwerpunkte sind das Sächsische-Niederlausitzer Heideland (vor allem die Düben-Dahlener Heide), das Nordsächsische Platten- und Hügelland, die Großenhainer Pflege und einzelne Vorkommen im Leipziger Land. In den Gebirgslagen und in Südwestsachsen (Direktionsbezirk Chemnitz) fehlt die Art vollständig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ortolan baut sein Nest am Boden, vorwiegend in Getreidefeldern (vor allem Wintergetreide) und Feldfutterschlägen, bisweilen auch an Straßen- und Grabenböschungen, die sich am Rande landwirtschaftlicher Nutzflächen befinden. Die Brutzeit erstreckt sich von Mai bis Juni. Während dieser Zeit werden zwei Bruten getätigt. Das Gelege besteht aus 4 bis 5 weißlichen Eiern mit spärlichen dunklen Flecken und Schnörkeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der schwermütig klingende Gesang wird, wie bei allen Ammerarten, von einem erhöhten Platz vorgetragen und klingt wie „dü dü dü &#8211; düh“, wobei die letzte Silbe &#8211; im Gegensatz zur Goldammer- herabgezogen wird. Gerüchte besagen, dass dieser Vogel mit seinem Gesang Ludwig van Beethoven zur Fünften Symphonie inspiriert hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Langstreckenzieher verbringt er den Winter In der Sahelzone sowie im Gebirge und den Hochländern West- und Südafrikas südlich der Sahelzone.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Ortolan wird in Deutschland für viel Geld geschützt, in Frankreich für teures Geld serviert. Hauptgefährdungsfaktoren ist die illegale Vogeljagd. Denn obwohl die Art europaweit rapide abnimmt, werden im Südwesten Frankreichs pro Jahr immer noch Zehntausende Ortolane auf dem Zug ins Winterquartier lebend gefangen. Die Tiere werden dann gemästet, in Alkohol ertränkt und enden schließlich in den Mägen von Gourmets, die bis zu 500 Euro für ein Ortolan-Menü bezahlen. (Das Lebendgewicht eines Ortolans liegt zwischen 20,8 und 27,8 Gramm.) In den „Beiträgen zur Vogelkunde“ aus dem Jahr 1822 beschreibt Christian Ludwig Brehm die Gartenammer als “Fettammer“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grauortolan (Emberiza caesia) oder auch als Rostammer bezeichnet liebt steinige Abhänge mit vereinzelten Büschen und Bäumen sowie Halbwüsten. Er ist ein Zugvogel, in Südosteuropa ist er Sommergast. Er brütet in ganz Griechenland, in den mittelmeer-nahen Gebieten in der Türkei und Zypern und in den östlichen Mittelmeer-Küstenstreifen in Vorderasien. Er überwintert im Sudan in Afrika. Selten wird er auch im mediterranen Raum Westeuropas gesichtet, manchmal verirren sich auch einzelne Tiere bis nach Helgoland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grauortolan ähnelt stark dem Ortolan (Emberiza hortulana). Er hat jedoch einen unverkennbaren leuchtend blaugrauen Kopf. Die Kehle und der Bartstreif sind zimtbraun (nicht gelb wie beim Ortolan), der Schnabel ist rötlich-pink. Das Weibchen ist matter und stärker gestreift als das Männchen und kann von Ortolan-Weibchen durch die zimt-braune Kehle und Bartstreif unterschieden werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer Länge von 16 cm und einem Gewicht von etwa 20 g hat der Grauortolan etwa die Größe unseres Haussperlings.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mai 2016 war in einem Internet Blog zu lesen: Auf Sylt wurde Anfang des Monats ein Grauortholan (Emberiza caesia)) gesichtet. Er hielt sich wenige Tage in Rantum, nahe des Rantumbeckens auf Wiesen rund um die alten Kasernenbauten auf. (29.Mai 2016). Wo doch die “Rostammer” zu dieser Jahreszeit im östlichen Mittelmeerraum brüten. Was den Singvogel vom Weg zwischen Winterquartier in Ostafrika und Brutgebiet so hoch nach Norden verschlug ist unbekannt. Es war angeblich der erste Nachweis in Deutschland seit 136 Jahren. Die Sichtung lockte “Ornies” aus dem ganzen Bundesgebiet nach Sylt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klaus Rost</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Aus der Vogelwelt: Ammern (3) Wald-, Sporn-, Zwergammer</title>
		<link>https://www.stadtverband-leipzig.de/aus-der-vogelwelt-ammern-3-wald-sporn-zwergammer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2020 13:44:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Vogelwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Rost]]></category>
		<category><![CDATA[Vögel]]></category>
		<category><![CDATA[Vogelschutzlehrstätte]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Waldammer (Emberiza rustica) ist eine Nordöstliche Art deren Brutgebiet der dich-ten, sumpfigen dunklen Taiga, dessen Verbreitung vom Südrand der Taiga bis an die Grenze hochstämmiger Waldinseln in der Waldtundra reicht, wobei die Art jedoch nicht die geschlossenen Hochwälder, sondern offenere&#160; Standorte wie Nasswiesen, Über-schwemmungsflächen, Ufergehölze und schüttere Moorkiefernwälder sowie Pioniersta-dien nach Waldbrand oder Kahlschlag [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die <strong>Waldammer </strong><em>(Emberiza rustica) </em>ist eine Nordöstliche Art deren Brutgebiet der dich-ten, sumpfigen dunklen Taiga, dessen Verbreitung vom Südrand der Taiga bis an die Grenze hochstämmiger Waldinseln in der Waldtundra reicht, wobei die Art jedoch nicht die geschlossenen Hochwälder, sondern offenere&nbsp; Standorte wie Nasswiesen, Über-schwemmungsflächen, Ufergehölze und schüttere Moorkiefernwälder sowie Pioniersta-dien nach Waldbrand oder Kahlschlag und andere Störstellen besiedelt. Die Waldam-mer teilt ihre bevorzugten Lebensräume in Skandinavien oft mit dem Biber. Zieht im Herbst in südöstliche Richtung, um zwischen Zentralasien und Japan zu überwintern. Daher gelingen bei uns in Deutschland trotz der relativ nahen Brutgebiete nur wenige Nachweise. Sie ist ein Nacht- und Tagzieher. Der Herbstzug liegt im August–Oktober, der Frühjahrszug April–Mai.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Waldammer ist mit einer Länge 13–14,5 cm und einem Gewicht von 16,5–23 g eine eher kleine Ammer. Das Männchen ist ein schön gefärbter Vogel, der einen weißen Nackenfleck und Überaugenstreif auf dem sonst schwarzen Kopf trägt. Die Kehle ist weiß und auf der Brust befindet sich ein rotbraunes Querband. Auch die Schultern und der Bürzel sind rotbraun. Die Bauchseite ist weiß. Das Weibchen ist nicht so kontrastreich, die schwarzen Töne sind oft weitgehend durch braune ersetzt. Ein gutes Feldkennzei-chen stellen die verlängerten Scheitelfedern dar, die schon in der normalen lockeren Haltung den Hinterkopf etwas eckig erscheinen lassen. Bereits bei leichter Unruhe bilden sie eine auffällige Haube.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie bei allen Ammerarten besteht die Nahrung aus wirbellosen Tieren, Sämereien und Pflanzenteilen. Nahrungserwerb im Brutgebiet erfolgt im Gebüsch, niedrigem Gestrüpp und auf dem Boden, oft an feuchten oder nassen Stellen und direkt am Wasser. Vor allem pickend und klaubend. Verfüttert aber auch viele flugfähige Insekten bis zu großen Blattwespen und fängt diese evtl. z. T. im Fluge.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer Größe von 12–13,5 cm und einem Gewicht von 12–13 g. ist die <strong>Zwergammer </strong><em>(Emberiza pusilla)</em> die kleinste Ammer Europas und die am häufigsten in Mitteleuropa auftretende Ammer der nördlichen Regionen, die in der Taiga brütet. Das Brutgebiet liegt also noch weiter nördlich als jenes der Waldammer und umfasst auch Teile der Tundra. Auf den Britischen Inseln und in den Küstenregionen der Nordsee gilt die Zwerg-ammer inzwischen als regelmäßiger Gast.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da sie sich außerhalb der Brutzeit unauffällig verhält und leicht mit der Rohrammer ver-wechselt werden kann, wird sie wohl häufig übersehen. Der schwarzbraune Schnabel ist feiner und wirkt deshalb länger als bei der Rohrammer. Die Beine sind relativ kurz, der Schwanz wirkt kürzer als bei der Rohrammer. Zur Brutzeit sind Scheitel und Wangen kas-tanienbraun und kräftig schwarz begrenzt. Zwergammern haben eine braune Ober&#8211;seite, die schwarz gestreift ist. Die Unterseite ist weißlich und ebenfalls mit feinen schwar-zen Streifen besonders an der Vorderbrust und an den Seiten versehen. Das Weibchen ist, wie bei allen Arten, insgesamt matter gefärbt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zwergammer brütet in der Tundra am Wasser. Weidengebüsche in Flusstälern und Sümpfen sagen ihr zu. Auch in lichten Birkenwäldern brüten Zwergammern. Auf dem Zug und im Winter findet man Zwergammern auf spärlich bewachsenen offenen Flä-chen. Die Vögel brüten am Boden in Zwergweiden- und Weidengestrüpp. Sie ernähren sich vor allem von kleinen Sämereien, nehmen im Sommer aber auch Insekten auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Zugvogel liegt ihr Herbstzug in der Zeit von August–November. Die Rückkehr erfolgt wahrscheinlich im April-Mai. Den Winter verbringt sie in den Subtropen von Nordindien, Südchina und den nördlichen Teilen von Südostasien. Gelegentlich verirren sich einzel-ne Vögel auch in Westeuropa. In Deutschland scheint die Zwergammer wohl alljährlich in einzelnen Exemplaren in Helgoland aufzutauchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während es im Herbst an den Küsten möglich ist, regelmäßig rastende <strong>Spornammern</strong> <em>(Calcarius lapponicus)</em> als Durchzügler und Wintergast zu beobachten, so ist diese hochnordische Ammerart nur selten im Binnenland zu beobachten. In Deutschland ist die Spornammer am ehesten an der Küste Schleswig-Holsteins zu finden. An der Küste Niedersachsens ist die Spornammer ein seltener Gast. Sie brütet im Norden Eurasiens und Nordamerikas, in Tundren und hochalpinen Gebieten. In Europa z.B. in Skandina-vien, wo sie in hoch gelegene Gebieten, z.B. in Tundren, Heiden und Mooren brütet. Sie überwintert überwiegend in Steppengebieten Südrusslands, der Südukraine und Un-garns. Die, mit ihren bis zu 30 g wiegende, kräftig gebaute und mittelgroße Spornammer&nbsp; ist ein Charaktervogel der Tundra. Sie gehört zu den häufigsten Singvögeln in arktischen Gebieten. Die nördlichsten Brutvorkommen liegen im Nordosten von Ellesmere Island in der kanadischen Arktis im Bereich des 85. Breitengrades. Der deutsche Artname bezieht sich auf die lange, nahezu gerade Hinterkralle. Die Spornammer ist relativ farbenreich. Das Männchen hat einen schwarzen Kopf, eine schwarze Brust, einen hellen Streifen der hinter dem Auge nach unten weg läuft und einen rostfarbenen Nacken, einen weißen Bauch und einen rötlichbraun gestreiften Rücken. Im Schlichtkleid, was sie im Winter trägt, sehen sie ganz unscheinbar aus, wie die Weibchen. Die Oberseite ist auch rötlich-braun gestreift und der Bauch weißlich mit dunklen Streifen. Der Kopf ist rostbraun mit hell abgesetzten Streifen. Die Spornammer hat schwarze Beine. Der Schnabel ist dick und kurz und gelb mit schwarzer Spitze. Im Flug ähnelt sie etwas der Feldlerche, ist aber kleiner und hat am Hinterrand des Flügels kein Weiß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie ist eine vorsichtige Vogelart und flieht bei drohender Gefahr gerne laufend oder ver-steckt sich, indem sie sich auf den Boden drückt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Bestand ist gesichert und die Spornammer wird in der Roten Liste der IUCN als <strong>nicht gefährdet </strong>geführt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Spornammer ist eine arktische Art, die im Norden Skandinaviens in der Tundra und auf hohen Plateaus brütet, wo reichlich Sträucher mit unterbrochenen Krautbildungen vorkommen oder mit viel Rasen. Im Winter meist auf Salzmarschen und auf kurzem Grasland an der Küste um die Nordsee und Ostsee zu beobachten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der <em>„Naturgeschichte der Vögel Deutschlands“</em> von 1838 bezeichnet J. F. Naumann die Spornammer auch als „Lerchenammer, Sporner oder Lerchensporner“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klaus Rost</p>
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		<title>Aus der Vogelwelt: Ammern (2) Rohr-, Fichtenammer,</title>
		<link>https://www.stadtverband-leipzig.de/aus-der-vogelwelt-ammern-2-rohr-fichtenammer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2020 13:38:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Vogelwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Rost]]></category>
		<category><![CDATA[Vögel]]></category>
		<category><![CDATA[Vogelschutzlehrstätte]]></category>
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					<description><![CDATA[Die knapp sperlingsgroße Rohrammer (Emberiza schoeniclus) kann mit keiner anderen unserer einheimischen Ammern verwechselt werden. Rohrammer-Männchen haben einen schwarzen Kopf und eine schwarze Kehle, dazwischen liegt ein weißes Nacken-band, das an den Kopfseiten zu einem Bartstreifen ausläuft. Der Rücken ist schwarz mit rostroten Federsäumen. Flügel und Schwanz sind braun-schwarz gemustert, der Bauch ist grau. Das [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Die knapp sperlingsgroße Rohrammer <em>(Emberiza schoeniclus</em>) kann mit keiner anderen unserer einheimischen Ammern verwechselt werden. Rohrammer-Männchen haben einen schwarzen Kopf und eine schwarze Kehle, dazwischen liegt ein weißes Nacken-band, das an den Kopfseiten zu einem Bartstreifen ausläuft. Der Rücken ist schwarz mit rostroten Federsäumen. Flügel und Schwanz sind braun-schwarz gemustert, der Bauch ist grau. Das Gefieder vom Weibchen ist cremefarben und dunkelbraun gestreift, der Kopf ist braun gestrichelt und sie haben einen hellen Überaugenstrich. Die Backenstrei-fen sind nicht so ausgeprägt und die Unterseite ist mehr gestrichelt. Im Herbst und Win-ter verliert das Rohrammer-Männchen sein Prachtkleid und sieht dem Weibchen sehr ähnlich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rohrammer ist ein typischer Singvogel der Schilfzonen. Sie leben hauptsächlich in Feuchtgebieten mit viel Schilf und Seggen in der Nähe von offenen Wasserflächen. Ein-zelne Bäume sind als Sitzplatz sehr willkommen, in stark verbuschten Gebieten halten sie sich aber nicht auf. Seltener ist die Rohrammer entlang von Gräben mit Büschen und Röhrichtbereichen zu finden. Ihre Flexibilität im Bezug auf den Lebensraum ist wohl der Grund, wieso diese attraktive Vogelart noch nicht in den Roten Listen vertreten ist.<br>Ihre Häufigkeit in Sachsen wird mit 5.000 – 10.000 Brutpaaren angegeben. Die letzten Zahlen für den Leipziger-Raum waren mit 280 – 330 Brutpaaren angegeben. Wobei sich mit der Gestaltung der uns umgebenden Seenlandschaft und deren naturnahen Ent-wicklung auch auf neue Lebensräume für die Rohrammer hoffen lässt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Rohrammer baut ihr Nest auf oder nur wenig über dem Boden. Es ist gut im dichten Gras, Ried, Rohr und ähnlichem versteckt und liegt manchmal auch unten im Gebüsch. Es wird vom Weibchen gebaut und ruht auf einem Gewirr von Pflanzen oder klemmt zwischen Pflanzenstängeln. Der verhältnismäßig lockere Bau besteht aus Stängeln und Blättern, aus Moos und Torfmull und ist innen mir Haaren, Wolle und anderem weichem Material ausgelegt. Von April bis Juli zieht ein Rohrammern-Paar zwei, selten drei Ge-nerationen von Jungen auf. Das Weibchen legt vier bis sechs Eier ins Nest. Die Grund-farbe der Eier ist violett oder bräunlich und mit schwarzen oder violetten Kritzeln oder Klecksen dicht besetzt, die häufig etwas verwaschen sind. Vorzugsweise werden die Eier vom Weibchen etwa zwölf bis vierzehn Tage lang gewärmt. Etwa ebenso lang werden die Jungvögel im Nest von dem Männchen und dem Weibchen mit reichlich Nahrung in Form von kleinen Insekten und Larven versorgt. Junge Rohrammern können beim Verlassen des Nestes noch nicht fliegen und sind erst zwei bis drei Wochen später selbstständig. So lange werden sie noch von den Alten gefüttert. Bedroht ein Räuber das Nest, so versucht der Altvogel ihn wegzulocken. Er lässt den Flügel hängen und stellt sich lahm. Der Räuber folgt der vermeintlich leichten Beute, die, sobald die Entfernung zum Nest genug groß ist, plötzlich wieder putzmunter davonfliegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Sommerhalbjahr leben Rohrammern vorwiegend von kleinen Insekten, Schnecken und Würmern. Sie picken ihr Futter häufig vom Boden auf, klettern aber auf der Suche nach Schilfsamen auch gewandt im Röhricht herum. Sie stellen im Herbst und Winter ihre Nahrung um auf Sämereien und feine, grüne Sprösslinge. Nicht selten kann man sie im Herbst auf abgeerntete Mais- und Getreidefeldern beobachten, wo sie &#8211; oft gemein-sam mit Finken und Sperlingen &#8211; nach Nahrung suchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rohrammern sind Zugvögel und überwintern in Südeuropa. Ausgelöst durch den Klima-wandel, verändern aber in den letzten Jahren viele Vogelarten, ihr Zugverhalten. Einzelne kälteunempfindliche Rohrammern können neuerdings auch im Winter bei uns beobachtet werden. Das Brutgebiet reicht von den Küsten Westeuropas bis Kamtschat-ka, Sachalin und Nordjapan. Fehlt jedoch in Teilen des Mittelmeerraumes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Territoriale Bezeichnungen lauten auch: Rohrammerling, Rohrspatz oder Rohrsperling.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn schon wir Menschen „schimpfen wie ein Rohrspatz“, was ist dann vom Rohrspatz-Gesang zu erwarten? Tatsächlich ist der Rohrammer-Gesang, gerne von erhöhtem Pos-ten vorgetragen, eher unmelodisch und rau, zudem sehr monoton. So ließe sich diese Werdung des Gesanges erklären.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die nur auf wenige Gegenden Deutschlands beschränkte<strong> Zippammer</strong> ( Emberitza cia) unterscheidet sich von den anderen bei uns vorkommenden Ammernarten durch fol-gende Merkmale:&nbsp; Beim Männchen sind Kopf und Hals blassgrau, die Ohrgegend ist durch einen schwarzen Überaugenstreif und einen schwarzen Bartstreif, der am Hin-terkopf mit dem Überaugenstreif zusammen trifft, eingefasst. Die Oberseite ist schwarz-braun mit breiten rostroten Federsäumen, die Unterseite ist hell roströtlich. Beim ähnlich gezeichneten Weibchen ist die Kopfzeichnung verwaschener, Kopf, Brust und Flanken sind schwarzbraun längs gefleckt. In Deutschland kommt sie nur in wenigen wärmebe-günstigten Gegenden vor. Die Zippammer ist vom Mittelmeerraum bis in die Weinbau-gebiete an Mosel, Nahe, Rhein, Lahn, Ahr und Main vorgedrungen. Ihr bevorzugter Lebensraum sind Weinberge, sonnige Berghänge, an deren Felsen und Geröllhalden, die abwechseln mit lockeren Baum- und Buschbestand durchzogen sind. In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands wird sie zu den vom <strong>Aussterben bedrohten</strong> Arten ge-zählt. Der Brutbestand in Deutschland wird mit 350-400 Brutpaare angegeben, wobei davon allein 250-300 Brutpaare für Reinland-Pfalz angegeben werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im 19. Jahrhundert war die Zippammer in Mitteleuropa noch viel weiter verbreitet, doch vermutlich klimabedingt erloschen viele Brutvorkommen. Der Bestandsrückgang hielt bis in jüngerer Zeit an. Wobei der Klimawandel evt. dazu beitragen könnte, dass sich die Bestände in Zukunft erholen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zippammer ist Brutvogel in der gemäßigten, mediterranen und Steppenzone sowie in Gebirgsregionen der Süd-Paläarktis von Nordwest-Afrika bis Südwest-Sibirien, Afgha-nistan, Indien und Tibet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Mitteleuropa sind Zippammern Standvögel oder Teilzieher, wobei der Anteil von Über-winterungen im Brutgebiet stark schwankt. Überwinterungsgebiete deutscher Zippam-mern liegen in Süd- und Südwestfrankreich, aber auch in Rheinland-Pfalz gelingen Winterbeobachtungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&nbsp;Klaus Rost</p>
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		<title>Aus der Vogelwelt: Ammern (1) – Allgemein, Goldammer</title>
		<link>https://www.stadtverband-leipzig.de/aus-der-vogelwelt-ammern-1-allgemein-goldammer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2020 13:37:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aus der Vogelwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Rost]]></category>
		<category><![CDATA[Vögel]]></category>
		<category><![CDATA[Vogelschutzlehrstätte]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit Vogelarten, die nicht unmittelbar unsere Gärten als ihren Lebensraum nutzen – die Ammern, sollen Sie in den folgenden Beiträgen bekanntgemacht werden. Im außerstädtischen Umfeld der Gärten mitunter jedoch beobachtet werden können. In der Familie der Ammern sind 197 Arten vereint, davon sind 6 Arten Brutvogel in Deutschland. In Sachsen selbst sind die Gold-, Rohr-, [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Mit Vogelarten, die nicht unmittelbar unsere Gärten als ihren Lebensraum nutzen – die <strong>Ammern</strong>, sollen Sie in den folgenden Beiträgen bekanntgemacht werden. Im außerstädtischen Umfeld der Gärten mitunter jedoch beobachtet werden können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Familie der Ammern sind 197 Arten vereint, davon sind 6 Arten Brutvogel in Deutschland. In Sachsen selbst sind die <strong>Gold-, Rohr-, Grau-</strong> und <strong>Gartenammer</strong> in unterschiedlicher Häufigkeit als Brutvogel anzutreffen. Wobei die Gartenammer auch unter dem Namen <strong>Ortolan</strong> bekannt ist. Im Südwesten Deutschlands treten die <strong>Zaun-</strong> und <strong>Zippammer</strong> als Brutvogel auf. Weitere 9 Arten, die später genannt werden, haben im übrigen Teil Europas ihre Brutheimat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Familie der Ammern zeichnet sich durch einen langgestreckten Körperbau aus, die bevorzugt im offenen Gelände mit Büschen, Bäumen und exponierten Singwarten nisten. Ihre Nester befinden sich meistens am Boden in niedriger Vegetation. Sie haben einen kürzeren und dickeren Schnabel als Finken, ernähren sich aber auch hauptsächlich von Sämereien, die quer zum Schnabel aufgequetscht werden. Insekten sind, insbesondere zur Brutzeit, eine wichtige Zusatznahrung. Jungvögel werden zunächst vorwiegend mit Insekten und deren Entwicklungsstadien, später in zunehmendem Maße mit Körnernahrung aus dem nicht sehr entwickelten Kropf gefüttert. Bereits in der „Allgemeinen Jägerzeitung für Deutschland“ vom November 1840 ist zu lesen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Ammernarten gehören unbedingt eher zu den nützlichen, als zu den schädlichen Tieren, indem ihre Herbst- und Winternahrung, allerhand Gesäm, und hier einige Getreidearten, die sie ja auch erst von abgeernteten Feldern oder dem Abfall vor den Scheunen suchen, reichlich durch ihre Sommernahrung, allerhand lästige kleine Tierchen vergüten.“&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <strong>Goldammer </strong><em>(Emberitza citrinella)</em> ist mit 35.000 bis 70.000 Brutpaaren in Sachsen unsere häufigste Ammer. Für den Leipziger Raum dürften 400 bis 500 Brutpaare kaum -eben-so gelben Unterseite zu erkennen. Das Weibchen ist trüber gefärbt, und das Gelb tritt nicht so in Erscheinung. Die Oberseite beider Geschlechter ist rötlichbraun mit schwarzbrauner Längszeichnung. Im Flug fallen die weißen Schwanzaußenfedern auf. Der rostrote Bürzel, den Männchen und Weibchen gemeinsam haben, ist ein weiteres Erkennungsmerkmal. Je älter die Männchen sind, desto intensiver gelb ist der Kopf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer Körpergröße von 16,5 Zentimeter ist sie etwas größer als ein Sperling. Aufgrund dieses eindrucksvollen Gefieders wird der Vogel im Volksmund auch Bauernkanari genannt. Die Goldammer ist ein Bewohner der offenen, aber reich strukturierten Kulturlandschaft. Ihre Hauptverbreitung hat sie in Wiesen- und Ackerlandschaften, die reich mit Hecken, Büschen und kleinen Feldgehölzen durchsetzt sind, sowie an Waldrändern gegen die Feldflur. Ebenso findet man sie an Grabenböschungen und Ufern mit vereinzelten Büschen, auf Sukzessionsflächen in Sand- und Kiesabbaugebieten und selbst in Straßenrandpflanzungen. Größere Kahlschläge und Windwurfflächen im Hochwald werden rasch, aber nur bis zur Bildung eines geschlossenen Bestandes besiedelt. Die Nistplatzwahl erfolgt durch das Weibchen. Das Nest wird auf dem Boden in der Vegetation versteckt, bevorzugt an Böschungen. Auch in niedrigen Büschen, meist unter 1 Meter Höhe. Das Weibchen baut das Nest alleine. Das Nest besteht aus trockenen Halmen und feinen Wurzeln. Die Nestmulde ist mit Haaren und feinen Hälmchen ausgelegt. Die Eier des aus 3 – 5 Eiern bestehenden Geleges sind sehr variabel. Auf trübweißer, bläulich-weißer, rötlichweißer oder licht rötlichbrauner Grundfarbe mit schwarzbraunen Flecken, Haarlinien und aschgrauen Unterflecken gezeichnet. Die Brutdauer beträgt ca. 14 Tage. Das Weibchen brütet alleine und wird während der Zeit vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die Fütterung der Jungen übernehmen beide Elternteile. Durchgeführte Untersuchungen über die Nestlingsnahrung ergaben, dass der tierische Anteil mit 86,3 % überwiegt und der pflanzliche Anteil 13.7 % ausmacht. Dabei stehen 29,3 % Schmetterlinge an der Spitze der tierischen Nahrung, gefolgt von rd. 22 % Käfer. Darunter befanden sich: Blatt-, Rüssel-, Aas-, Lauf-, Schild-, Blatthorn-, Gartenlaub-, Mai-, Stolper-, Dung-, Diebs-, Weich- und Bockkäfer sowie Liebstöckelrüßler. Der Anteil der Zweiflügler betrug 10.75%. Darunter Schmuckfliegen, Schnaken, Schnepfen- und Schwebfliegen, Zuckmücken Schmarotzer-, Aas-, Voll-, Blumen-, Stilett-, Waffen- und Fruchtfliegen. Ohrwürmer, Feld- und Laubheuschrecken sowie Spinnen ergänzen den tierischen Anteil. Das Nahrungsspektrum für die Jungvögel ist also sehr umfangreich. Erwachsene Goldammern fressen größtenteils Samen. Die jungen Goldammern gehören zu den Nesthockern. Sie werden ca. 13 Tage von beiden Eltern mit Nahrung im Nest versorgt, bis sie flügge sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es werden zwei, gelegentlich sogar drei Bruten durchgeführt. Die ersten Gelege findet man im April, die der zweiten und dritten Brut bis in den Juli hinein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Lied der Goldammer, welches von einem etwas erhöhten Platz im Revier aus, der Fachmann spricht von einer &#8222;Singwarte&#8220;, vorgetragen wird, ist oft bis in den Spätsommer zu hören. Der Eselsbrücken textende Volksmund gibt hierzulande die Melodie des Goldammer-Gesangs oft als <em>&#8222;wie, wie, wie hab ich Dich lieb&#8220;</em> wieder.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den schlimmsten Feinden gehört der Mensch, denn er zerstört ihren Lebensraum. In einigen Ländern nimmt der Bestand immer mehr ab, wie z.B. in Holland. Häufig fällt die erste Brut, durch zu frühe Mäharbeiten auf Wiesen und an Grabenböschungen, aus. Singvögel, so wie die Goldammer, stehen sehr weit unten in der Nahrungskette. Das Wiesel, die Katzen, der Fuchs, die Wildschweine, der Waschbär und der Marderhund zerstören das Gelege, in dem sie die Eier oder die Jungvögel fressen. Greifvögel und Katzen haben es auf die Jungvögel und die Altvögel abgesehen. Rabenvögel (Elster, Eichelhäher, Krähen) holen sich die Eier und die Jungen aus dem Nest. Goldammern können 8 Jahre alt werden. In der Literatur wird eine im Oktober 1969 in Hessen beringte Goldammer mit einem Alter von 12 Jahren und 8 ½ Monaten genannt, die später im franz. Departement Hérault erbeutet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Goldammern sind sowohl Standvögel, Strichvögel und Kurzstreckenzieher, wobei ihr<br>Winterquartier dann im Mittelmeerraum liegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Brutareal erstreckt sich von Westeuropa bis Mittelsibirien in der borealen und gemäßigten Zone. Der Mittelmeerraum wird nur noch am Nordrand erreicht und nach Norden reicht es bis ins nördliche Fennoskandien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Klaus Rost </p>
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