prokschRainer Proksch - Mitglied der Garten-Fachkommission (GFK) des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner (SLK) und Leiter des Fachberater-Stammtisches Südwest - hat hier ein umfassendes Beratungsmaterial zu Raritäten im Kleingarten zusammengestellt.

Auch erfahrene Kleingärtner können hier ihr Wissen aktualisieren: Sortenwahl, Kulturbedingungen, Schädlingsbekämpfung usw.

SLK-Foto: Rainer Proksch

Der Stachelmohn ist eine subtropische Pflanze und stammt aus dem karibischen Raum. Sie kann in unserem gemäßigten Klima als einjährige Zierpflanze gehalten werden. Die runden gelben Blüten und die auffällig geformten Blätter mit Stacheln machen diese Pflanze zu einem Blickfang im sommerlichen Blumenbeet. Die Blätter haben eine gewisse Ähnlichkeit mit denen der Mariendistel.

Die Haferwurzel stammt aus Südeuropa, speziell aus dem Mittelmeergebiet. Sie gehört zu den Korbblütengewächsen und war schon im Altertum als Gemüse bekannt. Eine Zeit lang wurde sie nur noch beschränkt angebaut, da die Schwarzwurzel qualitätsvoller und ergiebiger ist. Heutzutage erlebt die Haferwurzel eine Renaissance. Sie ist besonders beliebt in Frankreich und Italien, zunehmend auch auf Wochenmärkten in Deutschland anzutreffen.

Wie der Name schon hervorgeht, ist das Syrische Brandkraut in Kleinasien, vor allem in Syrien und der Türkei beheimatet. Es gehört zu den Lippenblütengewächsen. Auch im südlichen Europa ist es in der freien Natur anzutreffen. In diesen Gebieten wächst die Staude in Höhen von 300 bis 1700 Metern über dem Meeresspiegel. Der schottische Naturforscher Dr. Alexander Russell hatte diese Pflanze erstmals in seinem Werk "Die natürliche Geschichte von Aleppo" im Jahr 1756 als Zeichnung dargestellt. Verschiedene Botaniker brauchten eine gewisse Zeit, um zu erkennen, dass es sich um eine eigene Phlomis-Art handelte. Ihr wurde zu Ehren des Autors der Namen „Phlomis Russeliana“ gegeben. Auch im Deutschen findet sich gelegentlich noch die Bezeichnung Russel-Brandkraut.

Oleander gehört zu den Hundsgiftgewächsen. Er hat duftende weiße, rosa oder rote Blüten. Er wird im Sommerhalbjahr im Garten auf der Terrasse oder dem Balkon kultiviert. 

Oleander ist in vielen warmen Ländern der Welt ein häufig gepflanzter Hecken-strauch Bei uns auf Terrasse und Balkon weckt er die schönsten Urlaubs-erinnerungen. Oleander stammt aus subtropischen Gebieten, aus einer Zone, die von Marokko über Indien bis nach China reicht. In diesen Gegenden wachsen die Sträucher in Flussbetten und Senken, wie in unseren Wäldern die Weiden.

Der Rattenschwanzrettich, auch Luft-Radies oder Schotenrettich genannt, gehört zur Familie der Kreuzblütler. Dieses Gemüse wird in asiatischen Gebieten angebaut und wird hauptsächlich in Indien, Myanmar, Thailand, Indonesien und Malaysia verzehrt. Insbesondere die Thailänder lieben es. Gegessen werden die Schoten (Samenstände) nicht die Wurzeln. Diese werden im jungen Zustand geerntet werden, dann sind sie noch knackig und saftig mit etwas Schärfe.

201911 Glanzmispel Rainer Proksch 2Tithonien (tithonia rotundifolia) gehören zur Familie der Korbblütler und stammen aus Mittel- und Südamerika. Mehr als 10 Arten stammen aus allein aus Mexiko. Wegen Ihrer Ähnlichkeit mit den Sonnenblumen wurden sie früher zu dieser Pflanzenart gezählt. Immerhin werden sie unter guten Kulturbedingungen bis zu 1,8 m hoch.

Die Blütenköpfchen sind kleiner als bei Sonnenblumen. Seit die Tithonien um 1735 von Mexiko nach England gebracht wurden, traten sie von dort aus ihren Siegeszug nach ganz Europa an.

Foto - Rainer Proksch: Glanzmispel in herbstlicher Verfärbung

201905 Okra Rainer Proksch 1Okra (Abelmoschus esculentus) auch Gemüse-Eibisch, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Malvengewächse. Es sind verschiedene Namen für die Pflanze bekannt: Essbarer Eibisch, Gombobohne oder Okolo, Ägyptische Bohne, Griechenhorn, Grünschnabel, Hibiskusfrucht, Pappelrose, Rosenapfel.

Sie ist eine aus dem Hochland Ostafrikas (Äthiopien) stammende Gemüsepflanze. Okra wurde schon von den Ägyptern kultiviert und ist besonders in der afrikanischen und mediterranen Küche ein wichtiges Fruchtgemüse. Okra ist bei uns meist unter der Bezeichnung Gemüse-Eibisch bekannt und ist hierzulande einjährig. In Deutschland wird sie kaum kultiviert, was insbesondere daran liegt, das dieses wärmeliebende Gemüse in unseren Lagen noch schwerer anzubauen ist als Paprika und Aubergine.

Foto - Rainer Proksch: Blüte mit Kapselfrüchten

201904 Amaranthus Garten Amarant Wildfeuer CC BY 2.5Amaranth (Amaranthus caudatus) ist ein sogenanntes Pseudogetreide und war das Hauptnahrungsmittel der Inkas und Azteken. Biologisch betrachtet ist es kein Getreide, es gehört zu den Fuchsschwanzgewächsen, wovon es ca. 100 Arten gibt. Die Ähnlichkeit mit Getreide besteht nur darin, dass Körner ausgebildet werden die Stärke enthalten.

Im klassischen Bauerngarten war er noch häufig zu sehen, dann geriet der Garten-Fuchsschwanz, etwas in Vergessenheit. Jetzt feiert die vielseitige Pflanze aus Südamerika zu Recht ihr Comeback. Das Pseudogetreide ist ausgesprochen gesund und sieht zudem im Kleingarten gut aus. Vor allem der Eiweißgehalt ist mit 16 pro 100 Gramm höher als bei vielen Getreidesorten. Auch der Gehalt an Eisen (9 mg) und Kalzium (215 mg) ist höher als bei vergleichbaren Lebensmitteln.

Foto - Wildfeuer: Amaranthus / GDFL+CC-BY-2.5