prokschRainer Proksch - Mitglied der Garten-Fachkommission (GFK) des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner (SLK) und Leiter des Fachberater-Stammtisches Südwest - hat hier ein umfassendes Beratungsmaterial zu Raritäten im Kleingarten zusammengestellt.

Auch erfahrene Kleingärtner können hier ihr Wissen aktualisieren: Sortenwahl, Kulturbedingungen, Schädlingsbekämpfung usw.

SLK-Foto: Rainer Proksch

Oleander gehört zu den Hundsgiftgewächsen. Er hat duftende weiße, rosa oder rote Blüten. Er wird im Sommerhalbjahr im Garten auf der Terrasse oder dem Balkon kultiviert. 

Oleander ist in vielen warmen Ländern der Welt ein häufig gepflanzter Hecken-strauch Bei uns auf Terrasse und Balkon weckt er die schönsten Urlaubs-erinnerungen. Oleander stammt aus subtropischen Gebieten, aus einer Zone, die von Marokko über Indien bis nach China reicht. In diesen Gegenden wachsen die Sträucher in Flussbetten und Senken, wie in unseren Wäldern die Weiden.

Der Rattenschwanzrettich, auch Luft-Radies oder Schotenrettich genannt, gehört zur Familie der Kreuzblütler. Dieses Gemüse wird in asiatischen Gebieten angebaut und wird hauptsächlich in Indien, Myanmar, Thailand, Indonesien und Malaysia verzehrt. Insbesondere die Thailänder lieben es. Gegessen werden die Schoten (Samenstände) nicht die Wurzeln. Diese werden im jungen Zustand geerntet werden, dann sind sie noch knackig und saftig mit etwas Schärfe.

201911 Glanzmispel Rainer Proksch 2Tithonien (tithonia rotundifolia) gehören zur Familie der Korbblütler und stammen aus Mittel- und Südamerika. Mehr als 10 Arten stammen aus allein aus Mexiko. Wegen Ihrer Ähnlichkeit mit den Sonnenblumen wurden sie früher zu dieser Pflanzenart gezählt. Immerhin werden sie unter guten Kulturbedingungen bis zu 1,8 m hoch.

Die Blütenköpfchen sind kleiner als bei Sonnenblumen. Seit die Tithonien um 1735 von Mexiko nach England gebracht wurden, traten sie von dort aus ihren Siegeszug nach ganz Europa an.

Foto - Rainer Proksch: Glanzmispel in herbstlicher Verfärbung

201905 Okra Rainer Proksch 1Okra (Abelmoschus esculentus) auch Gemüse-Eibisch, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Malvengewächse. Es sind verschiedene Namen für die Pflanze bekannt: Essbarer Eibisch, Gombobohne oder Okolo, Ägyptische Bohne, Griechenhorn, Grünschnabel, Hibiskusfrucht, Pappelrose, Rosenapfel.

Sie ist eine aus dem Hochland Ostafrikas (Äthiopien) stammende Gemüsepflanze. Okra wurde schon von den Ägyptern kultiviert und ist besonders in der afrikanischen und mediterranen Küche ein wichtiges Fruchtgemüse. Okra ist bei uns meist unter der Bezeichnung Gemüse-Eibisch bekannt und ist hierzulande einjährig. In Deutschland wird sie kaum kultiviert, was insbesondere daran liegt, das dieses wärmeliebende Gemüse in unseren Lagen noch schwerer anzubauen ist als Paprika und Aubergine.

Foto - Rainer Proksch: Blüte mit Kapselfrüchten

201904 Amaranthus Garten Amarant Wildfeuer CC BY 2.5Amaranth (Amaranthus caudatus) ist ein sogenanntes Pseudogetreide und war das Hauptnahrungsmittel der Inkas und Azteken. Biologisch betrachtet ist es kein Getreide, es gehört zu den Fuchsschwanzgewächsen, wovon es ca. 100 Arten gibt. Die Ähnlichkeit mit Getreide besteht nur darin, dass Körner ausgebildet werden die Stärke enthalten.

Im klassischen Bauerngarten war er noch häufig zu sehen, dann geriet der Garten-Fuchsschwanz, etwas in Vergessenheit. Jetzt feiert die vielseitige Pflanze aus Südamerika zu Recht ihr Comeback. Das Pseudogetreide ist ausgesprochen gesund und sieht zudem im Kleingarten gut aus. Vor allem der Eiweißgehalt ist mit 16 pro 100 Gramm höher als bei vielen Getreidesorten. Auch der Gehalt an Eisen (9 mg) und Kalzium (215 mg) ist höher als bei vergleichbaren Lebensmitteln.

Foto - Wildfeuer: Amaranthus / GDFL+CC-BY-2.5

201903 Walzen Wolfsmilch Rainer Proksch 1Eine südosteuropäische Steppenpflanze ist mittlerweile auch in deutschen Gärten heimisch geworden, sie ist anspruchslos und schön. Die Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites) begeistert mit ihren blaugrünen, zungenförmigen, matt bereiften, kleinen Blättern. Sie sind eng und walzenförmig um den Stängel angeordnet. Diese sehen aus wie kleine Walzen und gaben der Pflanze ihren Namen. Von Mai bis Juli erfreut die Walzen-Wolfsmilch den Betrachter mit einer Vielzahl kleiner Blüten in gelber Farbe. Diese stehen wie kleine Blumensträuße dicht beieinander an der Spitze der Stängel.

Foto - Rainer Proksch: Walzen-Wolfsmilch

201902 Ballonblume Kikyo CC BY SA 3.0Die Ballonblume (Platycon grandiflorus) ist eine Staude. Sie wächst nur langsam und dehnt sich nicht viel aus. Ballonblumen sind bis –15 °C winterhart und sollten die meisten unserer Winter überleben. Ihren Namen hat die Ballonblume, die auch Chinesische Glockenblume genannt wird, von den aufgeblähten Blütenknospen, bevor diese sich öffnen.

Die ganze Erscheinung gleicht einem Ballon, Blüte für Blüte. Es gibt nur eine Art mit mehreren verschiedenen Züchtungen. Die Pflanze besitzt Pfahlwurzeln, die tief ins Erdreich wandern. Die auffälligen Kronblätter sind meist blau, es gibt aber auch weiße und pinkfarbene. Die Blütezeit ist im Hochsommer, manchmal auch etwas später. Beheimatet ist die Ballonblume ursprünglich in Nordostasien, meist in China, Ostsibirien, Korea und Japan.

Foto - Kikyo: Ballonblume / CC-BY-SA-3.0

201805 Muskatellersalbei 2 Rainer ProkschMuskatellersalbei (Salvia sclarea) ist im Mittelmeergebiet sowie in Südwest-Asien beheimatet. Der Anbau in Mitteleuropa, hier vor allem in Weinbauregionen, ist jedoch schon seit dem frühen Mittelalter belegt. 

Zum Beispiel ist der Muskatellersalbei u.a. Teil des „Capitulare de Villis“, einer Liste, die im Jahr 812 im Auftrag von Kaiser Karl dem Großen erstellt wurde und in der alle Nutzpflanzen aufgelistet wurden, die auf einem Landgut kultiviert werden sollten. Auch der Mönch Walahfrid Strabo (Abt des Klosters Reichenau, 838–849) widmet dem Muskatellersalbei in seinem „Hortulus“, einem Gartengedicht, eine Strophe.

Foto - Rainer Proksch: Muskatellersalbei im "Nat´l-Informationsgarten"