2007 SLK 00012007 SLK 0832Das Kalenderjahr geht nun unverkennbar zur Neige und die Pflanzen haben sich schon zur Winterruhe „zurückgezogen“.

Für die Gewächse war es durch Hitze und Trockenheit ein stressiges Wachstumsjahr, geprägt durch extremen Wassermangel über Monate hinweg.

SLK-Fotos: Winter in der Kleingartenanlage "Dr. Schreber"

Günstig waren diese Bedingungen für die Schädlinge, die die Gewächse befallen haben, insbesondere der Buchsbaumzünsler. Ich hoffe, dass dieser ungewöhnliche Sommer ein statistischer Ausreißer war und sich 2019 nicht wiederholt.

Schaue ich mir die untersten Bodenschichten an, sind diese nach wie vor sehr trocken. Daher benötigen die immergrünen Gewächse, wie z.B. Kirschlorbeer, Buchs etc., bei frostfreier Witterung, wenn vorhanden, unbedingt Regenwasser. Auch Rosen benötigen hin und wieder eine kleine Wässerung.

Sind die Gewächse versorgt, widmet man sich seinen Gartengeräten und dem „Maschinenpark“. Da der Kleingärtner auch handwerklich beschlagen sein sollte, sind die kleinen Helfer zu reinigen und bei Bedarf auch zu reparieren. Dies dient der eigenen und der Sicherheit der Familie. Denn Unfälle sollten in der neuen Gartensaison vermieden werden.

Ist es draußen ungemütlich und kalt, ist die beste Gelegenheit, sich mit dem Erstellen von Anbauplänen für zu pflanzende Kulturen (Obst und Gemüse) unter Beachtung der Fruchtfolge (Vorfrucht, Nachfrucht) zu beschäftigen. Beachten Sie bitte, dass bei der Fruchtfolge eine Pflanzenfamilie die andere ablöst – dies kann jährlich, jedoch auch innerhalb eines Jahres sein. Über Zuordnung der einzelnen Obst- und Gemüsesorten zu den jeweiligen Pflanzenfamilien gibt es im Internet aussagekräftige Übersichtstabellen oder Sie nehmen ein Fachbuch zur Hand. Auch die Mitglieder der Garten-Fachkommission und die Fachberater in den Vereinen geben gern darüber Auskunft.

Wichtig ist auch, sich einen Überblick über vorhandenes Saatgut zu verschaffen, ob dieses noch nutzbar ist oder ob Neuanschaffungen unumgänglich sind. Ratsam ist es immer, Keimproben anzusetzen, da mitunter die Qualität des Saatguts auf dem Markt recht dürftig ist!

Die zu hoch gewachsenen Hecken können durch einen Gehölzschnitt auf das gewünschte Maß herabgesetzt werden. Man sagt auch dazu „auf Stock setzen“. Maximal bis zu einem Drittel von der Gesamthöhe her darf die Hecke abgesetzt werden, da diese ansonsten durch den zu starken Rückschnitt geschwächt werden könnte. Sollte die gewünschte Höhe der Hecken mit einem Schnitt nicht erreicht werden, wiederholen Sie diese Prozedur in der nächsten Wintersaison.

Hecken, die das lt. Kleingartenordnung (KGO) vorgegebene Maß (Wuchshöhe) erreicht oder überschritten haben, sind auf 10 cm unter Bezugsmaß (Schnitthöhe) zurück zu schneiden, denn die Gehölze treiben in der neuen Gartensaison unweigerlich in die Höhe.

201812 Yvonne Weis Fotolia.com Kohlrabi vorziehen201812 Tatiana Orel Fotolia.com Gemuese vorziehen auf FensterbankAb Mitte Februar kann mit dem Vorziehen von Tomaten, Kohlrabi, Paprika etc. begonnen werden.

Beachten Sie jedoch die erforderlichen und unterschiedlichen Aufzuchttemperaturen und Lichtverhältnisse.

Fotos: Yvonne Weis - Kohlrabi vorziehen (l.) Tatiana Orel - Gemüse auf Fensterbank

Wärme- und Lichtverhältnisse aufzuziehender Pflanzen müssen ausgeglichen sein. Je wärmer es ist, umso mehr Licht benötigen sie, da die Assimilation mit zunehmender Wärme ansteigt und bei zu wenig Licht sowie falscher Lichtzusammensetzung die Pflanzen zu schnell wachsen. Man sagt auch, sie fangen an zu „vergeilen“ und fallen schließlich um.

Übrigens, haben Sie schon über Ihr zukünftiges Regenwassermanagement nachgedacht? Darüber habe ich im „Leipziger Gartenfreund“, Ausgabe Juli 2017, Seite 24 unter dem Titel „Wenn die Wasseruhr rast“ berichtet.

Sicher haben Sie aus den Medien vernommen, dass viele Talsperren nur noch unterdurchschnittlich gefüllt sind. Sollte sich der seit dem Frühjahr 2018 anhaltende Trend keiner oder kaum ergiebiger Niederschläge fortsetzen, wäre es denkbar, dass es zu Rationierungen beim Trinkwasser 2019 kommen kann. Jedoch bleiben Sie positiv gestimmt und schauen guten Mutes auf die neue Gartensaison. 

Jörg Pieper – Gartenfachberater der Fachkommission des SLK