20181122 Berlinfahrt D.Kolbe 0760Der Einladung der Bundestagsabgeordneten Daniela Kolbe (SPD) aus der Messestadt folgten 35 Gartenfreundinnen und Gartenfreunde aus den Kleingärtnervereinen (KGV) beider Leipziger Kleingärtnerverbände. Ein anspruchsvolles Programm, das nichts zu wünschen übrig lassen sollte, erwartete die insgesamt 48 Teilnehmer an den zweitägigen Reise.

Auf dem Querbahnsteig des Leipziger Hauptbahnhofes am Gleis 11 begrüßte der Vorsitzende der Leipziger Jungsozialisten Marco Rietzschel am Morgen des 22. November 2018 die Teilnehmenden und gab erste wichtige Hinweise.

SLK-Foto: Während der Diskussionsrunde mit Daniela Kolbe, MdB

Leider begann die zweitägige Reise mit einem Hindernis, denn vor der planmäßigen Abfahrt des ICE um 7.15 Uhr in die Hauptstadt verkündete eine Stimme aus dem Lautsprecher, dass der Zug 15 Minuten Verspätung haben wird. Dies steigerte sich schließlich auf 55 Minuten, ehe die Reisegruppe 8.10 Uhr Leipziger Boden verließ. So konnte der exzellente Reiseleiter Olaf Hiller vom Bundespresseamt erst gegen 9.30 Uhr die Leipziger in Empfang nehmen. Der 1. Teil der Stadtrundfahrt per Bus durch das "politische Berlin" fiel dadurch etwas kürzer aus, denn der feste Termin beim Sicherheits-Check (10.30 Uhr) vor dem Besuch der Plenarsitzung des Deutschen Bundestages war einzuhalten.

20181122 Berlinfahrt Kuppel Bundestag 0763Für eine Stunde nahm die Reisegruppe Platz auf der Besuchertribüne, just als Bundesjustitzministerin Katarina Barley die Aufmerksamkeit der Abgeordneten auf ihre Ausführungen zog. Danach ging es direkt zum Gespräch mit Daniela Kolbe, welche während der Zusammenkunft zur Wahl eines neuen Verfassungsrichters im Bundestag ihre Stimme abzugeben hatte. In der Zwischenzeit beantwortete Carolin Ahrens, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Fragen der Besucher.

SLK-Foto: Blick von der Kuppel des Deutschen Bundestages hinab in den Plenarsaal

Daniela Kolbe diskutierte mit den Gästen u.a. über die "Abschaffung" von Hartz IV bzw. der Reformierung der sozialen Leistungen. Michael Löffler, Vorsitzender des KGV "Morgensonne", würde sich freuen, wenn die Politik dem Ehrenamt zukünftig mehr Beachtung widmet und es stärkt. Er verwies darauf, dass die Vorstände heutzutage "Experten" auf den verschiedensten Gebieten sein müssen (z.B. Datenschutz, Finanzen, Recht) und dafür verantwortlich sind. Daniela Kolbe merkte hier an, dass der Freistaat Sachsen das einzige Bundesland ist, dass keinen Bildungsurlaub für das Ehrenamt gewährt. Dies wird sie so nicht stehen lassen wollen und dagegen ankämpfen.

Während der einstündigen "Visite" kamen noch die Themen Braunkohle, Leipzigs OBM Burkhard Jung und der Komplex Kinderarmut, Bildung sowie Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zur Sprache. Hier plädierte die Bundestagsabgeordnete für eine Kindergrundsicherung, die eine Ausgrenzung eines Teil des Nachwuchses in Zukunft verhindert. Zum Abschluss gab es seitens der Leipziger Kleingärtnergilde eine kleine Aufmerksamkeit für die umtriebige SPD-Politikerin sowie das obligatorische Foto der Reisegruppe gemeinsam mit Daniela Kolbe.

Am ersten Tag folgten noch ein Rundgang in der verglasten Kuppel des Bundestagsgebäudes mit Blick über die Hauptstadt, ein Mittagessen und der 2. Teil der Stadtrundfahrt durch das "politische Berlin". Mit stoischer Ruhe chauffierte Busfahrer Uwe des Gefährt durch das "Verkehrschaos" der Metropole - absolute Hochachtung - und am Ende des Tages zur Unterkunft, dem Hotel de France, im traditionsreichen Berliner Stadtteil Wedding.

Erstes Ziel am zweiten Tag war das Informationsgespräch im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV). Begrüßt wurden die Gäste von Nicole Teschke. Zuerst ging sie auf Geschichte und Architektur des Hauses ein, dann erläuterte sie anschaulich die Hauptaufgaben und die Arbeitsweise des BMJV. Zentrales Ansinnen des Ministeriums ist es, den Rechtsstaat zu sichern sowie den Verbraucherschutz zu stärken. Nicole Teschke wies auf aktuelle Publikationen des Hauses hin und empfahl, auch den Webseiten www.gesetze-im-internet.de sowie www.bmjv.de einen "Besuch abzustatten".

Es schloss sich ein Rundgang durch den Gebäudekomplex an mit dem Teil, der am 9. November 1989 in die Weltgeschichte eingegangen ist. Es ist das in seiner Form nicht mehr erhaltene Pressezentrum der DDR-Regierung, in dem in jener denkwürdigen Pressekonferenz Günter Schabowski die Öffnung der Mauer verkündete.

20181123 Berlinfahrt Kuppel Dom 0778Da man gut im Zeitplan lag, bot sich der Besuch des Berliner Doms mit der viertelstündigen Andacht um 12.00 Uhr an. Während der 15 Minuten konnte man in Ruhe seine Blicke durch das Gotteshaus mit der knapp 100 m hohen Kuppel und der beeindruckenden Sauer-Orgel mit 7.269 Pfeifen und 113 Registern schweifen lassen. Wie an vielen Berliner Sehenswürdigkeiten, so war Karl Friedrich Schinkel als Architekt an der Errichtung des Kirchengebäudes beteiligt.

SLK-Foto: Blick in die Kuppel des Berliner Doms

20181123 Berlinfahrt St.Walter 0788Gleich danach hieß es, zu Mittag in den Berliner Fernsehturm "einzurücken". Mit dem Aufzug ging es in ca. 40 Sekunden aufwärts. Das Drehrestaurant "Sphere" befindet sich 207 m über der Stadt und dreht sich ein- bis zweimal in der Stunde um 360°, je nach Tageszeit. Leider war am 23. November 2018 die Kuppel des Turms in Nebel gehüllt, so dass man keinen Ausblick über Berlin erleben konnte. An den Fensterinnenseiten waren immerhin Abbildungen vieler Sehenswürdigkeiten, so hatte man wenigstens eine Orientierung.

SLK-Foto: Im Restaurant "Sphere"

20181123 Berlinfahrt Stasi Zentrale 0795Nach der Stärkung steuerte Busfahrer Uwe das letzte Ziel, das Stasi-Museum Berlin, an. Auf dem Weg dorthin "entleerte" Reiseleiter Olaf Hiller ein Füllhorn von höchst wissenswerten geschichtlichen und städtebaulichen Details über die Millionenstadt. Im ehemaligen "Herrschaftsbereich" von Stasi-Chef Erich Mielke erwartete die Besucher ein Gespräch und eine Führung durch die Räumlichkeiten, die bei vielen Beklemmung und Bedrückung aufkommen ließen und der Gedanke "nie wieder so etwas".

Ohne Probleme gestaltete sich die Fahrt mit dem ICE von Berlin zurück nach Leipzig.

SLK-Foto: Im "Herzen" der Stasi-Zentrale

Ganz besonderer Dank für die Möglichkeit der Teilnahme an dieser sehr aufschlussreichen Reise an die Bundestagsabgeordnete Daniela Kolbe, an den Reiseleiter Olaf Hiller vom Bundespresseamt, an Co-Reiseleiter Marco Rietzschel sowie den Berliner Busfahrer Uwe im Namen aller Teilnehmer.

Lothar Kurth