Die Stunde der Gartenvögel startet im Mai

NABU/Marcus Bosch, iStockphoto/narcisa

Amsel, Drossel, Fink sind da?

Vom 13. bis 16. Mai werden bei der „Stunde der Gartenvögel“ deutschlandweit wieder Vögel gezählt / Hinweise auf erneutes Blaumeisensterben

Welche und wie viele Vögel  flattern in diesem Frühling durch unsere Gärten und Parks? Das soll das Himmelfahrts-Wochenende vom 13. bis 16. Mai zeigen: Denn dann ruft der NABU gemeinsam mit der Naturschutzjugend (NAJU) zur 17. „Stunde der Gartenvögel“ auf. „In den vergangenen Jahren sind unsere Teilnehmendenzahlen stets gewachsen und die Corona-Pandemie hat diesen Trend noch einmal deutlich verstärkt“, sagt Bernd Heinitz, Landesvorsitzender des NABU Sachsen. „Allein 2020 haben doppelt so viele Personen mitgezählt wie im Jahr davor. Das ist toll, denn es zeigt auch, dass immer mehr Menschen Interesse an der Natur vor der eigenen Haustür haben.“ Mehr als 9.600 Sächsinnen und Sachsen haben 2020 mitgemacht, bundesweit haben 161.000 die Vögel im Garten gezählt. Gemeinsam mit der Schwesteraktion „Stunde der Wintervögel“ handelt es sich damit um Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion.

Die große Datenmenge aus den Zählungen ergibt ein genaues Bild von Zu- und Abnahmen in der Vogelwelt unserer Gärten und Parks. Im vergangenen Jahr konnte bundesweit ein plötzlicher Bestandseinbruch der Blaumeise um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr festgestellt werden. Hauptursache dafür war eine in Deutschland neue Bakterieninfektion, die im März und April zu einem Massensterben der beliebten Gartenvögel geführt hatte. Die kommende Zählung wird Aufschluss darüber geben, ob die Blaumeisen die Verluste durch erfolgreiche Bruten ausgleichen konnten. Leider ist es ebenso möglich, dass sich der Abwärtstrend  weiter fortsetzt. Aktuelle Meldungen deuten darauf hin, dass die Epidemie auch in diesem Frühjahr wieder zuschlägt – allerdings weiter nördlich als im Vorjahr.

Wo landet der „Vogel des Jahres“?

Die Chancen stehen gut, bei der Zählung den ersten öffentlich gewählten „Vogel des Jahres“, das Rotkehlchen, zu sehen: Im langjährigen Mittel wird das Rotkehlchen innerhalb einer Stunde in fast jedem zweiten Garten entdeckt. Die Art steht damit bundesweit auf Rang sieben der zuverlässigsten Gartenvögel. Größere Gruppen wird man allerdings nicht finden, denn die Vögel sind sehr territorial und dulden außer ihrem Partner keine weiteren Artgenossen im Revier. Daher liegt das Rotkehlchen nur auf Rang 13, wenn es um die häufigsten Gartenvögel geht. Bisher sind ihre Bestände in den Gärten seit Beginn der Aktion im Jahr 2005 stabil.

Und so funktioniert die Vogelzählung: Von einem ruhigen Plätzchen im Garten, Park, auf dem Balkon oder vom Zimmerfenster aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachtet werden konnte. Die Beobachtungen können am besten online unter www.stundedergartenvoegel.de gemeldet werden, aber auch per Post oder Telefon – kostenlose Rufnummer am 15. Mai von 10 bis 18 Uhr: 0800-1157115. Gemeldet werden kann auch mit der kostenlosen NABU-Vogelwelt-App, erhältlich unter www.NABU.de/vogelwelt. Meldeschluss ist der 24. Mai.

Für kleine Vogelexperten hat die NAJU die „Schulstunde der Gartenvögel“ (17. bis 21. Mai) ins Leben gerufen. Weitere Informationen dazu unter www.NAJU.de/sdg.

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