20161027 1794 Erfahr.austauschBei solchen Veranstaltungen werden immer Erfahrungen zu einem festgelegten Thema ausgetauscht. So war das auch am 27. Oktober 2016 im Saal des Schrebervereins „Leipzig-Lindenau“, der mit 85 Teilnehmern bis auf den letzten Stuhl besetzt war. Der Erfahrungsfluss war allerdings etwas einseitig, aber dafür eine Extraklasse.

Die Garten-Fachkommission des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner hatte Helma Bartholomay, bekannt aus den Gartensprechstunden des MDR, eingeladen. Sie ist auch Fachberaterin beim Landesverband Sachsen der Kleingärtner e.V. LSK und hat ca. zwei Stunden zum Thema „Aussaat, Stecklinge und andere Methoden der Vermehrung“ gesprochen.

SLK-Foto: Helma Bartholomay zeigt anschaulich die praktische Umsetzung der theoretischen Grundlagen

20161027 1790 Erfahr.austauschDa ging es z.B. um verschiedene Vermehrungsarten, über Samen (geschlechtlich) und über Stecklinge (vegetativ). Es gab viele Hinweise, worauf grundsätzlich zu achten ist. Das ging von der Qualität des Samens bis hin zu evtl. Ursachen wenn es nicht wie gewünscht funktioniert. Auch die Erfahrungen bei der Vermehrung mit Stecklingen waren interessant. Dabei wurde deutlich, dass die Kleingärtner die Stecklinge oft nicht richtig vorbereiten und der Erfolg natürlich dann eher mäßig ist. Bei der Behandlung der Stecklinge muss zwischen den weichen, krautigen Exemplaren und dem Steckholz unterschieden werden. Bei richtiger Vorbereitung der Stecklinge und der passenden Anzuchterde sind schon gute Grundlagen für eine erfolgreiche Vermehrung vorhanden.

SLK-Foto: Der große Saal in den "Friesengärten" ist bis auf den letzten Platz gefüllt

Die Referentin ging auch auf die verschiedenen Formen und Methoden der Veredlung ein und betonte in diesem Zusammenhang, dass es besonders auf die Förderung bestimmter Eigenschaften ankommt. Die richtigen und gut funktionierenden Werkzeuge sind eine wesentliche Voraussetzung zum Gelingen der Veredlungsmaßnahmen.

Der Vortrag war deshalb sehr interessant, weil Helma Bartholomay nicht nur mit Bildern arbeitete, sondern auch praktisch vorgeführt hat, wie z.B. Stecklinge vorbereitet und Schnitte bei verschiedenen Formen der Veredlung gesetzt werden müssen. Sie machte u.a. darauf aufmerksam, dass zu allen Arten, Formen und Methoden der Vermehrung zwar bewährte Erfahrungen vermittelt werden können, die aber für sich genommen, nicht immer eine Erfolgsgarantie sein müssen. Denn es sollten auch stets die Umfeldbedingungen beachtet werden. So gibt es z.B. verschiedenen klimatische Verhältnisse und unterschiedliche Bodenbeschaffenheit. Auch die territoriale Lage der Parzelle kann den Erfolg der Maßnahme beeinflussen. Deswegen ist es gut, wenn der Kleingärtner neben den theoretischen Kenntnissen vor allen eigene Erfahrungen bei ihrer Anwendung sammelt. Dazu gehört etwas Mut und ein Quantum Experimentierfreudigkeit, denn der Garten ist auch ein „Testfeld“ auf dem der Kleingärtner seine Wünsche realisieren und Erfahrungen sammeln kann. Sie müssen allerdings der vertraglichen Nutzung des Pachtlandes entsprechen.

Die Fachberater hatten natürlich viele Fragen und nützten die Gelegenheit sie von einer Expertin beantworten zu lassen. Damit wurde der vorgesehen Zeitplan weit überzogen, aber es hatte sich gelohnt.

Stadtverbandsvorsitzender Robby Müller informierte, dass es auch im kommenden Jahr solche Veranstaltungen geben wird. Sie werden im „Leipziger Gartenfreund“ längerfristig angekündigt.