Salatvielfalt im Kleingarten

 

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Edgar Schmitt - Gartenfachberater im KGV "Alt-Schönefeld" ist ein absoluter Kenner der Pflanzenwelt. Jahrzehntelang hatte er berufsbedingt mit der "Materie" zu tun und ist ein studierter Fachmann durch und durch.

Nicht nur mit den "althergebrachten" und traditionellen Gewächsen beschäftigt sich Edgar Schmitt. In seinen Fortsetzungsreihen "Neue Obstarten im Kleingarten""Gemüsevielfalt""Salatvielfalt" sowie "Beet- und Balkonpflanzen" schärft er u.a. auch - für uns Mitteleuropäer - den Blick für exotische Pflanzen.

Foto: Edgar Schmitt

201512 Chicorée RasbakChicorée ist auch unter den Namen Salatzichorie, Treibzichorie und Witloof bekannt (Cichorium intybus). Dieser Salat ist nur wenig mit allen vorher beschriebenen Salatarten vergleichbar. Als Sorten findet man „Bea“, „Faro“, Flash“ und sogar den rot-weißen „Rouge Carla“.

Im Winter sind es die verzehrfertigen Sprossen in der Gemüsetheke, sinnvollerweise meist zugedeckt.

Chicorée ist ein Korbblütler und stammt von der wilden Wegwarte ab. In Belgien entdeckte man zufällig, dass eingelagerte Zichorienwurzeln im Winter zapfenförmige Austriebe bilden, die pikant bitter schmecken.

Foto - Rasbak: Chicorée "im Dreierpack"

201511 Rucola Eric Bear Albrecht ArugulaSalatrauke – inzwischen sind mehrere andere Namen für diesen Salat bekannt. Schon im Altertum wurde diese Pflanze als Salat genutzt. Im Mittelalter auch als verdauungsförderndes und harntreibendes Mittel. Durch Urlaub in südlichen Ländern und die Werbung kennen viele Gartenfreunde auch die Bezeichnungen Rucola, Ruka, Rauke Ölrauke und Roquette.

Der Kreuzblütler (Brassica eruca) stammt aus dem Mittelmeerraum und ist wild bis Afghanistan verbreitet. Auch bei uns sind inzwischen Gartenflüchter von diesen Pflanzen in der freien Natur anzutreffen.

Foto - Eric Bear Albrecht: Rucola

201510 Rapuenzchen-Feldsalat ZyanceRapünzchen - in Sachsen nennt man den Feldsalat so. Anderswo sind weitere regionale Bezeichnungen geläufig: u.a. Rapunzel (das Märchen, in dem der Wunsch nach diesem Salat eine Tragödie auslöste). Vogerlsalat, Nüßlisalat, Ackersalat (Valerianella locusta). Das bekannte und vitaminreiche Baldriangewächs ist in Mitteleuropa und im Mittelmeerraum wild verbreitet. In Gartenmärkten sind viele, z.T. winterharte Sorten erhältlich. „Gala" und „Vit" (mehltautolerant!) von FloraSelf bei Hornbach, von Chrestensen bei Klee, „Verte de Cambrai" von Sperli, von Quedlinburger „Vally" bei Hornbach und Klee. Die anspruchslose Pflanze gedeiht im Freien auf abgeräumten Gemüsebeeten als Nachkultur, außer nach Kopfsalat. Der Anbau ist auch im Frühbeet, im Gewächshaus und im Balkonkasten möglich.

Foto - Zyance: Rapünzchen

201509 Eichblattsalat www.lebensmittellexikon.deEichblattsalat, im Mai 1997 habe ich bereits schon einmal im „Leipziger Gartenfreund" über diesen Salat berichtet. Damals eine absolute Neuheit. Natürlich wurde ich nach diesem Beitrag vor allem gefragt, wo es dafür Samen gibt. Inzwischen findet man diesen Samen im Versandhandel, jedoch auch bei Dehner als Sorte „Navara", von Kiepenkerl als „Pflücksalat/ Eichblatt" von Quedlinburger bei Hornbach als „Eichenlaubsalat" von Quedlinburger und Chrestensen bei Klee. Im Handel werden meist Mischungen aus gelbgrünen und roten Sorten angeboten.

Foto: www.lebensmittellexikon.de

201508 Roemischer-Salat unknownRömischer Salat wieder einmal ein Name, den man sehr häufig als Romanasalat, aber auch als Bindesalat, Sommerendivie oder Kochsalat findet (Lactuca sativa var. longifolia).

Der Römische Salat hat ovale, steil aufrecht stehende Blätter mit starker Mittelrippe. Je nach Sorte sind sie grün oder braunrot gefärbt. Der Salat schließt sich meist von selbst zu einem ca. 35 cm hohen, lockeren Kopf. Bei ausreichender Bewässerung ist der Salat auch im Sommer schoßfest.

Als Standort wäre sonnig bis halbschattig günstig sowie humoser, nährstoffreicher Boden. Fast immer und auch bei diesem Salat ist eine Mischkultur günstig (mit Porree, Gurken, Sellerie, Tomaten).

Foto (Auto unbekannt): Römischer Salat

201507 RadicchioChioggia GoldlockiRadicchio, der eher winterliche Salat, ist Gartenfreunden oft unbekannt. Andererseits kennen viele die roten Blätter in Mischsalaten, die man in südlichen Ländern genossen hat. Auch im „Chefsalat" der Fastfood-Ketten und in den Salatmischungen der Supermärkte findet man meist die appetitanregenden Blätter.

Radicchio ist reich an Vitaminen, vor allem Vitamin A, Mineralien (Kalium, Magnesium) und gesunden Bitterstoffen. Der auffallend rote Salat (Cichorium intybus var. foliosum) bildet faustgroße, feste Köpfe aus. Bei niedrigen Herbsttemperaturen färbt sich der Salat besonders intensiv.

Foto - Goldlocki: Radicchio

201506 Endivie Susanne-OleschWie so manche Salatart, gehört auch die Endivie zu den Zichorien-Arten (Cichorium endivia var. crispum). Der Sortenname Eskariol bezeichnet in manchen Gegenden aber auch die Endivie. Die Urform der Endivie stammt aus dem Mittelmeergebiet und deckte schon den Tisch der Römer und Griechen.

Spät gepflanzt ist die Endivie eine sehr gute Pflanzenart, die als Fruchtfolge nach frühen Möhren, nach Spinat oder Erbsen gute Erträge bringt. Unter Glas und Folie kann bereits ab Februar vorkultiviert werden.

Foto: Susanne Olesch

201505 Zuckerhut GoldlockiZuckerhut wird im Samenhandel auch Fleischkraut, Blattzichorie oder nur Zichorie genannt (Cichorium intybus, gleicher botanischer Name wie Chicorée). Den Namen Zuckerhut verdankt diese Salatart der Form ihres hellgrünen, festen Kopfes. Dieser schließt sich im Herbst und verträgt –7 °C, mit leichtem Winterschutz sogar mehr. Der späte Salat wird erst im Mai, Juni oder Juli ausgesät.

In Gartenmärkten habe ich mehrere Sorten von Zuckerhut gefunden. Die Samen aus den Supermärkten sind aber genauso gut. Bei Richter von Kiepenkerl „Jupiter", bei OBI Blattzichorie von Chrestensen, bei Dehner Zichoriensalat (Hausmarke), bei Klee von Papst „Pan di Zucchero", bei Bauhaus Zuckerhutsalat für den frühen Anbau ab Mai.

Foto: Goldlocki

201504 Eissalat-auf-dem-Feld RasbakDer Eissalat, eine Sorte des Kopfsalats (Lactuca sativa var. capitata), ist auch als Krachsalat bekannt. Diesen Namen trägt er wegen des Geräuschs beim Hineinbeißen. Bei Handel und Werbung kam dieser Name nicht so gut an. Da er in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in den USA zum Transport per Eisenbahn auf Eisblöcken gelagert wurde, hat sich der (zudem werbewirksame) Name Eis(berg)salat eingebürgert.

Uns Kunden der Gemüsetheke ist dieser Salat gut bekannt, zumal er nahezu ganzjährig in der Auslage zu finden ist. Leider enthält das Winterangebot kaum Vitamine.

Foto: Rasbak- Eissalat auf dem Feld

201503 Gartenkresse Rainer-ZenzKresse: Unter Kresse stellen sich Gartenfreunde möglicherweise verschiedene Pflanzenarten vor. Das ist nicht verwunderlich, weil es tatsächlich drei unterschiedliche Kresse-Gattungen gibt, die nachfolgend beschrieben werden.

Gartenkresse (Lepidium sativum) ist leider wenig bekannt, obwohl diese Pflanzen besonders leicht anzubauen sind. Schon im Winter, kann man auf einer hellen Fensterbank ein Schälchen dieser würzigen Rohkostpflanze aussähen. Innerhalb weniger Tage (!) ist die Pflanze erntereif. Im Garten kann unter Glas und Folie bei geeigneter Witterung im Winter ausgesät werden. Im Freien wird ab März, gestaffelt bis zum Juli, ausgesät.

Foto: Rainer Zenz - Gartenkresse

201502 frische-duo-salanova2 www.edeka.deDieser Salat ist eine Neuheit und kann für jeden Gartenfreund interessant sein. Der ungewöhnliche Salat ist ein „Hingucker" und wird auch das Interesse Ihrer Nachbarn wecken. Salanova ist frischgrün oder rot und hat eine besondere Art Herz. Er ist widerstandsfähig gegen Krankheiten und Pflanzenschutzmaßnahmen entfallen.

Foto: www.edeka.de

201501 poetschke 12296kiKnackige Salate sind ein Fest für Augen und Gaumen. Ob milder Kopfsalat mit seinen vielen Sorten, würziger Romana oder herzhafter Radiccio – alle Blattgemüsesorten haben gartenfrisch das beste Aroma und den höchsten Nährwert.

In dieser neuen Serie stelle ich Ihnen Salatarten vor, die es sich lohnt einmal im Garten auszuprobieren.

Foto: www.poetschke.de