proksch

 

Rainer Proksch - Mitglied der Garten-Fachkommission (GFK) des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner (SLK) und Leiter des Fachberater-Stammtisches Südwest - hat hier ein umfassendes Beratungsmaterial zu Raritäten im Kleingarten zusammengestellt. Auch erfahrene Kleingärtner können hier ihr Wissen aktualisieren: Sortenwahl, Kulturbedingungen, Schädlingsbekämpfung usw.

201606 Wunderblume MiyaDie Wunderblume (Mirabilis jalapa) gehört zu den Wunderblumengewächsen und stammt ursprünglich aus dem tropischen Mittelamerika, wahrscheinlich Mexiko. Im Jahr 1525 gelangten die ersten Pflanzen nach Europa.

Heute ist sie in vielen tropischen Regionen verbreitet und wird auch in Europa als Zierpflanze geschätzt. Die ausdauernde buschige Pflanze, die bei uns nur einjährig kultiviert wird, hat gestielte herzförmige Blätter und fünfzipflige Röhrenblüten.

Foto - Miya: Wunderblume

201605 Bamberger Hoernchen R.ProkschDas Bamberger Hörnchen, auch Bamberger Hörnla oder Bamberger Hörnle genannt, ist eine der ältesten deutschen Kartoffelsorten, offiziell beurkundet in Franken seit 1854.

Seit Dezember 2005 ist das Bamberger Hörnla Passagier auf der Arche des Geschmacks der deutschen Organisation Slow Food® Deutschland e.V. und gilt als herausragend gutes, im Bestand gefährdetes, traditionelles regionales Lebensmittel.

Im Jahr 2008 wurde sie „Kartoffel des Jahres“, aufgrund ihres feinen, sehr intensiven Kartoffelgeschmacks mit einer nussigen Note. Die als festkochend geltenden Kartoffeln sind klein und haben eine ca. 50 bis 150 mm längliche, fingerförmige, krumme Form. Die Bamberger Hörnchen haben festes hellgelbes Fleisch, leicht ockerfarbene Haut, eine saftige Konsistenz und zartweiche Festigkeit im Biss.

Fotos - Rainer Proksch: Bamberger Hörnchen im eigenen Garten

201604 Gloriosa im Kuebel R.ProkschKaum zu glauben, dass diese prachtvoll blühende Kletterpflanze aus einer Art Kartoffelknolle heranwächst – und das in jedem Jahr neu. Im Sommer bekommt man auch blühende Pflanzen im Blumengeschäft. Schwierig ist die Gloriosa nicht. Feuerrot mit gelbem Rand und gelbem Schlund sind die Blüten der Gloriosa. Mit weit zurück geschlagenen sechs Blütenblättern ähneln sie einer Krone (daher auch die deutsche Bezeichnung Ruhmeskrone).

Bedeutung als Garten- und Zimmerpflanze hat in unseren Breiten meist nur eine Art, die Ruhmeskrone (Gloriosa rothschildiana). Gelegentlich trifft man noch auf G. superba, deren Blütenblätter einen stärker gekrausten Rand haben oder die überwiegend gelbe G. lutea.

Foto - Rainer Proksch: Gloriosa im Kübel auf dem Balkon

201603 Melonenbirne R.Proksch 1586Die mehrjährige Melonenbirne (oder Birnenmelone) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Ihre ursprüngliche Heimat ist Südamerika. Sie wird heute in Kolumbien, Peru, Chile, Kalifornien, Florida, der Schweiz und Südspanien angebaut. Die Melonenpflanzen sind buschig, wachsen bis zu einem Meter hoch und eignen sich ideal als Topfkultur für den Kleingarten, Balkon oder Terrasse.

Die Frucht der Pepino, die je nach Art 10 bis 20 cm groß und 150 bis 400 Gramm schwer wird, schmeckt etwa wie eine Mischung aus Birnen und Melonen. Ähnlich wie sie schmeckt, sieht die Frucht auch aus. Die Früchte sind goldgelb mit lila Streifen, in Größe einer Birne und die Form ähnelt einer Melone.

Foto - Rainer Proksch: Melonenbirnen "geschlossen" ...

201602 Rosettendickblatt R.Proksch 6525Das Rosettendickblatt (Aeonium arboreum) stammt von Nordafrika und den Kanaren. Es gehört zu den Dickblattgewächsen und ist überwiegend grün.

Im Gartencenter erhalten wir jedoch auch die Varietät Aeonium arboreum „Atropurpureum“. Sie besitzt im Sommer dunkelrotbraun gefärbte Blätter, die aber im Winter durch mangelndes Sonnenlicht grün werden. Bei etwas älteren Exemplaren kann man zum Ende des Winters auch mit den vielblütigen gelben Blütenständen rechnen.

Beide Spezies bewurzeln recht schnell und wachsen rasch. Man kann sie zerlegen. Auch größere Pflanzenteile bewurzeln sich ohne Probleme. Einiges zur Pflege:

Foto - Rainer Proksch: Rosettendickblatt

201507 Litschi-Tomate R.Proksch 1118Die einjährige Litchi-Tomate (Solanum sisymbriifolia) kommt aus Mittelamerika und ist - wie Kartoffel, Tomate und Paprika - ein Nachtschattengewächs. Ihr Geschmack ist etwas sonderbar. Genießbar sind nur die reifen, orange- bis knallroten Früchte.

Obwohl es sich um eine Tomate handelt, die wie eine Litschi aussieht, schmeckt sie wie eine Kirsche. Deshalb eigenen sich die reifen Früchte auch prima zur Herstellung von Marmelade, Fruchtsaft oder Likör.

Das Besondere an den Litchi-Tomaten ist sicherlich ihr für Tomaten ungewöhnlicher Stachelwuchs an Blättern, Stängeln und Fruchtkapseln. Dies hat aber den Vorteil, dass sich Katzen und Vögel von den Pflanzen fernhalten. Litchi-Tomaten haben attraktiv weiße, teilweise auch zart fliederfarbene Blüten wie Kartoffeln und Früchte wie Kirschen, eingehüllt in eine stachelige Hülle. Sie wachsen an kräftigen Pflanzen, die den Tomaten ähneln.

Foto: Rainer Proksch

201506 Artischocke R.ProkschSchon die alten Ägypter im 8. Jahrhundert v.u.Z. und später auch die Griechen und Römer verzehrten mit Vorliebe die verdickten Blütenkörbe verschiedener Distelarten sowie auch Artischocken (Cynara cardunculus, Syn. Cynara scolymus). Die Artischocken waren lange Zeit ein Delikatessgemüse nur für die Reichen. Als ihre Heimat wird meistens Nordafrika angesehen.

Im 15. Jahrhundert tauchte sie in Italien auf. In Frankreich, England und Belgien weitete sich ihr Anbau erst im 16. Jahrhundert aus. Später gelangte die Artischocke nach Mitteleuropa. Heute ist sie am beliebtesten in Frankreich, wo auch die Sorten mit der besten Qualität entstanden, sowie in Südeuropa. In rauen Lagen gedeihen die abgehärteten französischen Sorten besser als die italienischen.

Foto: Rainer Proksch

201505 Zieringwer R.Proksch 3154Zieringwer (hedychium gardnerianum), auch Schmetterlingsingwer oder Kahili-Ingwer genannt, ist sehr robust. Er hat alle Vorzüge, die eine Zierpflanze haben sollte. Sein Aussehen ist tropisch, die duftenden Blüten riesig und die Früchte auffällig orange-rot gefärbt. Er stammt aus Nepal, Pakistan und dem Ost-Himalaya. Bei aller Exotik ist der Zieringwer ausgesprochen hart im Nehmen. Ein paar Frostgrade können ihm deshalb nichts anhaben.

Zieringwer bringt seine maximal mannshohen Triebe aus dicken Wurzelstöcken. Diese werden im warmen Raum vorgetrieben und mit nur wenig Erde bedeckt ab Mitte Mai in den Boden gelegt. Geeignet sind mittelschwere humose Erdmischungen. Nach ca. drei Wochen zeigt sich der Austrieb.

Foto: Rainer Proksch