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Rainer Proksch - Mitglied der Garten-Fachkommission (GFK) des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner (SLK) und Leiter des Fachberater-Stammtisches Südwest - hat hier ein umfassendes Beratungsmaterial zu Raritäten im Kleingarten zusammengestellt. Auch erfahrene Kleingärtner können hier ihr Wissen aktualisieren: Sortenwahl, Kulturbedingungen, Schädlingsbekämpfung usw.

201805 Muskatellersalbei 2 Rainer ProkschMuskatellersalbei (Salvia sclarea) ist im Mittelmeergebiet sowie in Südwest-Asien beheimatet. Der Anbau in Mitteleuropa, hier vor allem in Weinbauregionen, ist jedoch schon seit dem frühen Mittelalter belegt. 

Zum Beispiel ist der Muskatellersalbei u.a. Teil des „Capitulare de Villis“, einer Liste, die im Jahr 812 im Auftrag von Kaiser Karl dem Großen erstellt wurde und in der alle Nutzpflanzen aufgelistet wurden, die auf einem Landgut kultiviert werden sollten. Auch der Mönch Walahfrid Strabo (Abt des Klosters Reichenau, 838–849) widmet dem Muskatellersalbei in seinem „Hortulus“, einem Gartengedicht, eine Strophe.

Foto - Rainer Proksch: Muskatellersalbei im "Nat´l-Informationsgarten"

201804 Akanthus 1 Rainer ProkschEtwa 30 Arten gehören derzeit zur Gattung Acanthus. Nur wenige Arten sind für Kleingärten in unseren Breiten geeignet. Balkan-Akanthus (Acanthus hungaricus), auch Balkan-Bärenklau genannt, ist die am häufigsten anzutreffende Art.

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Acanthus-hungaricus ist der Balkan. Er wächst in Buschform. Sein großes Plus ist unzweifelhaft seine Winterhärte. Hat er sich erst mal im Garten etabliert, bleibt der Ungarische Bärenklau erhalten und blüht jedes Jahr zuverlässig.

Foto - Rainer Proksch: Akanthus

 

201803 Ismene 1 Rainer ProkschDer Ursprungsname ist aus dem Griechischen und bedeutet wortwörtlich Schönehaut. Seit den 1990er Jahren ist die Hymenocallis festalis mit dem Familiennamen Ismene eine eigene Gattung. Der Gattungsname hat sich inzwischen durchgesetzt und dient als Sammelbezeichnung für die verschiedenen Sorten. Ursprüngliche Heimat der Ismene ist Südamerika und die Karibik und sie gehört zu den Amaryllisgewächsen. In unseren Breiten ist sie als Zierpflanze bekannt. Die dunkelgrünen Blätter und attraktiven, überwiegend weißen, leicht duftenden großen Blüten bilden einen Anziehungspunkt in jedem Garten. Es gibt auch Hybridsorten, z.B. "Zwanenburg" und "Sulphur Queen", die farblich interessant sind. Die Blütenfarbe variiert von strahlendem Weiß bis zu zartem Gelb mit grünem Schlund.

Foto - Rainer Proksch: Ismene

201802 Colakraut Raffi Koijan CC BY SA 3.0Eine uralte Bauerngartenpflanze wurde wegen ihres eigenwilligen, kampferartigen Duftes wieder neu entdeckt. Die Eberraute erobert sich mittlerweile in vielen Gärten, insbesondere in Kräuterbeeten, einen Platz zurück.

Streift man über die graugrünen, filigranen Blätter und Triebe, steigt ein bekannter Geruch auf. Manche meinen nach Cola, andere erwidern, es riecht eher nach Spezi. Daher die Namen Cola-Kraut oder Spezi-Kraut. 

Foto - Raffi Koijan: Cola-Kraut, Form der Laubblätter

201710 Tigerblume 1 Raner ProkschDie Tigerblume (Tigridia) gehört zur Familie der Schwertliliengewächse. Mit ihren prächtigen und eindrucksvollen Blüten ist sie eine der schönsten Gartenblumen. Man zählt fünfzehn Arten, die von Chile über Peru, Mittelamerika bis nach Mexiko beheimatet sind und bis in Höhenlagen von 2000 m wachsen.

Die wichtigste Art für unsere Gärten ist Tigridia pavonia. Sie wird manchmal auch Pfauenblume genannt und weist eine entfernte Ähnlichkeit mit der Schwertlilie auf. Anders als bei den Irisgewächsen bilden die Kronblätter eine Art Schale, aus deren Mitte ein langer Griffel herausragt.

Fotos - Rainer Proksch: Tigerblumen

201709 Ananasblume 1 Rainer ProkschSchopflilien sind auch unter dem Namen Ananasblume (Eucomis) bekannt. Sie gehören zur Familie der Spargelgewächse. Alle Arten stammen aus Afrika, wo sie als ausdauernde, krautige Pflanzen wachsen. Wenn sich der einer Walze ähnelnde Blütenstand mit vielzähligen, kleinen Einzelblüten aus einem Trichter weit ausladender Laubblätter erhebt, ist die Ähnlichkeit mit einer Ananas deutlich zu erkennen. Die Blätterkrone auf dem Blütenstand verstärkt diesen Eindruck.

Die Pflanze wächst aus einer meist birnenförmigen Zwiebel, die sich regeneriert und Brutzwiebeln bildet. Ab Mai wird diese 12 bis 15 cm tief in den Gartenboden gepflanzt. Das Erdreich soll reich an Nährstoffen, gut durchlässig und frisch bis feucht beschaffen sein. Eine sandig-lehmige Struktur ist von Vorteil, die nicht allzu locker sein sollte, damit die Standfestigkeit der Blume bei starken Winden gewährleistet ist.

Foto - Rainer Proksch: Blütenstand Ananasblume

201707 Erdnuss 1 Rainer ProkschDie ursprüngliche Heimat der Erdnüsse (Arachis hypogaea) ist wahrscheinlich Brasilien. Dort findet man noch heute wildwachsende Arachis-Arten. Schon vor mehreren tausend Jahren begannen die Indianer mit dem Kultivieren der nahrhaften Pflanze. Im 16. Jahrhundert gelangte die Erdnuss durch Seefahrer in andere tropische Gebiete, wo sie sich bald als wichtiges Nahrungsmittel etablierte. Der Sprung nach Europa gelang der Erdnuss erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts. In Spanien und Frankreich erfolgten die ersten Anbauversuche, als Feldfrucht durchsetzen konnte sie sich jedoch nicht.

Foto - Rainer Proksch: Erdnuss-Pflanze

201706 Schmucklilie 1 Rainer ProkschDie Schmucklilie (Agapanthus) gehört zur Familie der Lauchgewächse. Der Name Agapanthus setzt sich aus den altgriechischen Wörtern „agape“ (Liebe) und „anthos“ (Blume) zusammen. Liebesblume ist also die wörtliche Übersetzung des botanischen Namens. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird aber der Name „Schmucklilie“ verwendet.

Die Schmucklilie ist ausschließlich an den Küsten von Südafrika beheimatet, wo sie auch als Heilpflanze genutzt wird. Ende des 17. Jahrhunderts wurde sie von der Südspitze Afrikas von holländischen Seefahren nach Mitteleuropa gebracht. Die wunderschöne und weitgehend winterharte Schmucklilie gehört schon seit vielen Jahren zu den beliebtesten Garten- und Kübelpflanzen, auch auf Balkonen und Terrassen.

Foto - Rainer Proksch: Schmucklilie