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Rainer Proksch - Mitglied der Garten-Fachkommission (GFK) des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner (SLK) und Leiter des Fachberater-Stammtisches Südwest - hat hier ein umfassendes Beratungsmaterial zu Raritäten im Kleingarten zusammengestellt. Auch erfahrene Kleingärtner können hier ihr Wissen aktualisieren: Sortenwahl, Kulturbedingungen, Schädlingsbekämpfung usw.

201710 Tigerblume 1 Raner ProkschDie Tigerblume (Tigridia) gehört zur Familie der Schwertliliengewächse. Mit ihren prächtigen und eindrucksvollen Blüten ist sie eine der schönsten Gartenblumen. Man zählt fünfzehn Arten, die von Chile über Peru, Mittelamerika bis nach Mexiko beheimatet sind und bis in Höhenlagen von 2000 m wachsen.

Die wichtigste Art für unsere Gärten ist Tigridia pavonia. Sie wird manchmal auch Pfauenblume genannt und weist eine entfernte Ähnlichkeit mit der Schwertlilie auf. Anders als bei den Irisgewächsen bilden die Kronblätter eine Art Schale, aus deren Mitte ein langer Griffel herausragt.

Fotos - Rainer Proksch: Tigerblumen

201709 Ananasblume 1 Rainer ProkschSchopflilien sind auch unter dem Namen Ananasblume (Eucomis) bekannt. Sie gehören zur Familie der Spargelgewächse. Alle Arten stammen aus Afrika, wo sie als ausdauernde, krautige Pflanzen wachsen. Wenn sich der einer Walze ähnelnde Blütenstand mit vielzähligen, kleinen Einzelblüten aus einem Trichter weit ausladender Laubblätter erhebt, ist die Ähnlichkeit mit einer Ananas deutlich zu erkennen. Die Blätterkrone auf dem Blütenstand verstärkt diesen Eindruck.

Die Pflanze wächst aus einer meist birnenförmigen Zwiebel, die sich regeneriert und Brutzwiebeln bildet. Ab Mai wird diese 12 bis 15 cm tief in den Gartenboden gepflanzt. Das Erdreich soll reich an Nährstoffen, gut durchlässig und frisch bis feucht beschaffen sein. Eine sandig-lehmige Struktur ist von Vorteil, die nicht allzu locker sein sollte, damit die Standfestigkeit der Blume bei starken Winden gewährleistet ist.

Foto - Rainer Proksch: Blütenstand Ananasblume

201707 Erdnuss 1 Rainer ProkschDie ursprüngliche Heimat der Erdnüsse (Arachis hypogaea) ist wahrscheinlich Brasilien. Dort findet man noch heute wildwachsende Arachis-Arten. Schon vor mehreren tausend Jahren begannen die Indianer mit dem Kultivieren der nahrhaften Pflanze. Im 16. Jahrhundert gelangte die Erdnuss durch Seefahrer in andere tropische Gebiete, wo sie sich bald als wichtiges Nahrungsmittel etablierte. Der Sprung nach Europa gelang der Erdnuss erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts. In Spanien und Frankreich erfolgten die ersten Anbauversuche, als Feldfrucht durchsetzen konnte sie sich jedoch nicht.

Foto - Rainer Proksch: Erdnuss-Pflanze

201706 Schmucklilie 1 Rainer ProkschDie Schmucklilie (Agapanthus) gehört zur Familie der Lauchgewächse. Der Name Agapanthus setzt sich aus den altgriechischen Wörtern „agape“ (Liebe) und „anthos“ (Blume) zusammen. Liebesblume ist also die wörtliche Übersetzung des botanischen Namens. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird aber der Name „Schmucklilie“ verwendet.

Die Schmucklilie ist ausschließlich an den Küsten von Südafrika beheimatet, wo sie auch als Heilpflanze genutzt wird. Ende des 17. Jahrhunderts wurde sie von der Südspitze Afrikas von holländischen Seefahren nach Mitteleuropa gebracht. Die wunderschöne und weitgehend winterharte Schmucklilie gehört schon seit vielen Jahren zu den beliebtesten Garten- und Kübelpflanzen, auch auf Balkonen und Terrassen.

Foto - Rainer Proksch: Schmucklilie

201705 Topinambur 2 WikipediaTopinambur (Helianthus tuberosus) gehört zur Familie der Korbblütengewächse, ist mit der Sonnenblume verwandt und sieht dieser auch ähnlich. Die Heimat dieser Pflanze ist Nord- und Mittelamerika. Kanadische Indianer bauten die Pflanze zuerst an. Französische Siedler lernten die Knollen zu lieben und zu schätzen, als eine Hungersnot auftrat. Gegen 1800 gelangte sie nach Europa in die Gärten der Reichen als schöne Blume aus einer Knolle.

Erst später entdeckte man Topinambur auch hierzulande als Gemüse. Es galt ab sofort als wichtiges Grundnahrungsmittel, bis es von der Kartoffel verdrängt wurde.

Foto - Wikipedia: Topinambur-Knollen

201704 Spinnenpflanze Rainer ProkschSpinnenpflanzen (Cleome spinosa) gehören zu den Kapernstrauchgewächsen und stammen aus Südamerika. Sie wachsen aufrecht und bilden in langen Trauben bis zum Frostbeginn ohne Unterbrechung neue Blüten aus. Die aus jeder Einzelblüte weit hervorstehenden Staubfäden ähneln langen Spinnenbeinen, daher auch der Name. Die gesamte Oberfläche der Pflanze hat kleine Dornen und ist etwas klebrig. Die Blätter sind handförmig geteilt.

Die Blütenfarben sind violett, rot, rosa und weiß. Blütezeit ist von Juli bis zum Frostbeginn. Die in unseren Breiten einjährige Pflanze erreicht eine Höhe von 90 bis 150 cm und benötigt einen sonnigen, nährstoffreichen, mittelschweren Boden.

Foto - Rainer Proksch: Spinnenpflanze

201702 Neuseelaender Spinat1 Rainer ProkschNeuseeländer Spinat (Tetragonia tetragonioides) ist eine Pflanzenart aus der Gattung innerhalb der Familie der Mittagsblumengewächse und ist nicht verwandt mit unserem Spinat. Ihre Heimat sind geschützte Orte an den Küsten Süd- und Westaustraliens, Neuseelands und Tasmaniens. Sie gedeiht besonders gut auf salzhaltigen Böden. Nach Europa gelangte die Pflanze Ende des 18. Jahrhunderts durch Sir Joseph Banks. Er war ein englischer Naturforscher, insbesondere Botaniker, der Mitte des 18. Jahrhunderts James Cook auf seiner ersten Reise und Weltumsegelung begleitete und zahlreiche naturwissenschaftliche Entdeckungen machte. Er brachte sie in die Royal Botanic Gardens (südwestlich von London), von dort verbreitete sie sich in Europa.

Foto - Rainer Proksch: Neuseeländer Spinat

201608 Glockenrebe Michael WolfDie Glockenrebe (Cobaea scandens) , auch Glockenwinde oder Krallenwinde bezeichnet, ist in beheimatet Mexiko und gehört zur Familie der Sperrkrautgewächse. Die in ihrer Heimat ausdauernde Glockenrebe wird wegen ihrer Frostempfindlichkeit bei uns nur einjährig kultiviert. Die raschwüchsige, stark verzweigte und reichblühende Kletterpflanze mit großen violetten Glockenblüten bedeckt an sonnigen Stellen bei guter Pflege in wenigen Wochen große Flächen. Zwei- bis vierpaarig gefiederte Blätter mit endständiger Wickelranke begrünen die langen dünnen Triebe. Die Glockenrebe wird im Kleingarten an den sonnigsten Standort gepflanzt. Der Boden soll humus- und nährstoffreich sein. An Feuchtigkeit darf es nie mangeln, denn das enorme Wachstum verschlingt viel Wasser. Die Pflanze benötigt mehr Nährstoffe als andere einjährige Sommerblumen. Das Einfachste ist, man arbeitet vor der Pflanzung reichlich Hornspäne in den Boden ein.

Foto - Michael Wolf: Glockenrebe