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Rainer Proksch - Mitglied der Garten-Fachkommission (GFK) des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner (SLK) und Leiter des Fachberater-Stammtisches Südwest - hat hier ein umfassendes Beratungsmaterial zu Raritäten im Kleingarten zusammengestellt. Auch erfahrene Kleingärtner können hier ihr Wissen aktualisieren: Sortenwahl, Kulturbedingungen, Schädlingsbekämpfung usw.

201706 Schmucklilie 1 Rainer ProkschDie Schmucklilie (Agapanthus) gehört zur Familie der Lauchgewächse. Der Name Agapanthus setzt sich aus den altgriechischen Wörtern „agape“ (Liebe) und „anthos“ (Blume) zusammen. Liebesblume ist also die wörtliche Übersetzung des botanischen Namens. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird aber der Name „Schmucklilie“ verwendet.

Die Schmucklilie ist ausschließlich an den Küsten von Südafrika beheimatet, wo sie auch als Heilpflanze genutzt wird. Ende des 17. Jahrhunderts wurde sie von der Südspitze Afrikas von holländischen Seefahren nach Mitteleuropa gebracht. Die wunderschöne und weitgehend winterharte Schmucklilie gehört schon seit vielen Jahren zu den beliebtesten Garten- und Kübelpflanzen, auch auf Balkonen und Terrassen.

Foto - Rainer Proksch: Schmucklilie

201705 Topinambur 2 WikipediaTopinambur (Helianthus tuberosus) gehört zur Familie der Korbblütengewächse, ist mit der Sonnenblume verwandt und sieht dieser auch ähnlich. Die Heimat dieser Pflanze ist Nord- und Mittelamerika. Kanadische Indianer bauten die Pflanze zuerst an. Französische Siedler lernten die Knollen zu lieben und zu schätzen, als eine Hungersnot auftrat. Gegen 1800 gelangte sie nach Europa in die Gärten der Reichen als schöne Blume aus einer Knolle.

Erst später entdeckte man Topinambur auch hierzulande als Gemüse. Es galt ab sofort als wichtiges Grundnahrungsmittel, bis es von der Kartoffel verdrängt wurde.

Foto - Wikipedia: Topinambur-Knollen

201704 Spinnenpflanze Rainer ProkschSpinnenpflanzen (Cleome spinosa) gehören zu den Kapernstrauchgewächsen und stammen aus Südamerika. Sie wachsen aufrecht und bilden in langen Trauben bis zum Frostbeginn ohne Unterbrechung neue Blüten aus. Die aus jeder Einzelblüte weit hervorstehenden Staubfäden ähneln langen Spinnenbeinen, daher auch der Name. Die gesamte Oberfläche der Pflanze hat kleine Dornen und ist etwas klebrig. Die Blätter sind handförmig geteilt.

Die Blütenfarben sind violett, rot, rosa und weiß. Blütezeit ist von Juli bis zum Frostbeginn. Die in unseren Breiten einjährige Pflanze erreicht eine Höhe von 90 bis 150 cm und benötigt einen sonnigen, nährstoffreichen, mittelschweren Boden.

Foto - Rainer Proksch: Spinnenpflanze

201702 Neuseelaender Spinat1 Rainer ProkschNeuseeländer Spinat (Tetragonia tetragonioides) ist eine Pflanzenart aus der Gattung innerhalb der Familie der Mittagsblumengewächse und ist nicht verwandt mit unserem Spinat. Ihre Heimat sind geschützte Orte an den Küsten Süd- und Westaustraliens, Neuseelands und Tasmaniens. Sie gedeiht besonders gut auf salzhaltigen Böden. Nach Europa gelangte die Pflanze Ende des 18. Jahrhunderts durch Sir Joseph Banks. Er war ein englischer Naturforscher, insbesondere Botaniker, der Mitte des 18. Jahrhunderts James Cook auf seiner ersten Reise und Weltumsegelung begleitete und zahlreiche naturwissenschaftliche Entdeckungen machte. Er brachte sie in die Royal Botanic Gardens (südwestlich von London), von dort verbreitete sie sich in Europa.

Foto - Rainer Proksch: Neuseeländer Spinat

201608 Glockenrebe Michael WolfDie Glockenrebe (Cobaea scandens) , auch Glockenwinde oder Krallenwinde bezeichnet, ist in beheimatet Mexiko und gehört zur Familie der Sperrkrautgewächse. Die in ihrer Heimat ausdauernde Glockenrebe wird wegen ihrer Frostempfindlichkeit bei uns nur einjährig kultiviert. Die raschwüchsige, stark verzweigte und reichblühende Kletterpflanze mit großen violetten Glockenblüten bedeckt an sonnigen Stellen bei guter Pflege in wenigen Wochen große Flächen. Zwei- bis vierpaarig gefiederte Blätter mit endständiger Wickelranke begrünen die langen dünnen Triebe. Die Glockenrebe wird im Kleingarten an den sonnigsten Standort gepflanzt. Der Boden soll humus- und nährstoffreich sein. An Feuchtigkeit darf es nie mangeln, denn das enorme Wachstum verschlingt viel Wasser. Die Pflanze benötigt mehr Nährstoffe als andere einjährige Sommerblumen. Das Einfachste ist, man arbeitet vor der Pflanzung reichlich Hornspäne in den Boden ein.

Foto - Michael Wolf: Glockenrebe

201606 Wunderblume MiyaDie Wunderblume (Mirabilis jalapa) gehört zu den Wunderblumengewächsen und stammt ursprünglich aus dem tropischen Mittelamerika, wahrscheinlich Mexiko. Im Jahr 1525 gelangten die ersten Pflanzen nach Europa.

Heute ist sie in vielen tropischen Regionen verbreitet und wird auch in Europa als Zierpflanze geschätzt. Die ausdauernde buschige Pflanze, die bei uns nur einjährig kultiviert wird, hat gestielte herzförmige Blätter und fünfzipflige Röhrenblüten.

Foto - Miya: Wunderblume

201605 Bamberger Hoernchen R.ProkschDas Bamberger Hörnchen, auch Bamberger Hörnla oder Bamberger Hörnle genannt, ist eine der ältesten deutschen Kartoffelsorten, offiziell beurkundet in Franken seit 1854.

Seit Dezember 2005 ist das Bamberger Hörnla Passagier auf der Arche des Geschmacks der deutschen Organisation Slow Food® Deutschland e.V. und gilt als herausragend gutes, im Bestand gefährdetes, traditionelles regionales Lebensmittel.

Im Jahr 2008 wurde sie „Kartoffel des Jahres“, aufgrund ihres feinen, sehr intensiven Kartoffelgeschmacks mit einer nussigen Note. Die als festkochend geltenden Kartoffeln sind klein und haben eine ca. 50 bis 150 mm längliche, fingerförmige, krumme Form. Die Bamberger Hörnchen haben festes hellgelbes Fleisch, leicht ockerfarbene Haut, eine saftige Konsistenz und zartweiche Festigkeit im Biss.

Fotos - Rainer Proksch: Bamberger Hörnchen im eigenen Garten

201604 Gloriosa im Kuebel R.ProkschKaum zu glauben, dass diese prachtvoll blühende Kletterpflanze aus einer Art Kartoffelknolle heranwächst – und das in jedem Jahr neu. Im Sommer bekommt man auch blühende Pflanzen im Blumengeschäft. Schwierig ist die Gloriosa nicht. Feuerrot mit gelbem Rand und gelbem Schlund sind die Blüten der Gloriosa. Mit weit zurück geschlagenen sechs Blütenblättern ähneln sie einer Krone (daher auch die deutsche Bezeichnung Ruhmeskrone).

Bedeutung als Garten- und Zimmerpflanze hat in unseren Breiten meist nur eine Art, die Ruhmeskrone (Gloriosa rothschildiana). Gelegentlich trifft man noch auf G. superba, deren Blütenblätter einen stärker gekrausten Rand haben oder die überwiegend gelbe G. lutea.

Foto - Rainer Proksch: Gloriosa im Kübel auf dem Balkon