1964 Goldene Hoehe Weihnachten S.RosenhainUnser Verein wurde 1898 in der Breitenfelder Straße gegründet, aber bereits 1900 ist das Gelände wegen des Wohnungsbaus gekündigt worden. Deshalb erwarb der Vorstand zwischen Virchow-, Max-Liebermann-Straße und der Nördlichen Rietzschke Pachtland und die ersten Pächter legten Gärten an. Gleichzeitig entstanden ein Spielplatz und eine Spielhalle. Ein geschulter Spielleiter ermöglichte den Kindern eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung. Die Erwachsenen trafen sich im Vereinsheim zu Familienabenden und thematischen Vorträgen.

Foto - Verein / S. Rosenhain: Weihnachten 1964    (verfasst im Februar 2018)

Zu den Sommerfesten führten die Mädchen Reigen auf, die Jungen zeigten turnerische Übungen und begleiteten mit Pfeifen und Trommeln Umzüge durch das angrenzende Wohngebiet und die Gartenanlage. Davon zeugen Aufzeichnungen und Fotos. Die Vereinsjubiläen waren besondere Höhepunkte. Dazu wurden häufig Gäste aus den Nachbarvereinen begrüßt. Das ist auch heute noch so.

Bis Anfang der 1930er Jahre gab es einen Männerchor, der eigene Konzerte gab und auch zu Veranstaltungen des Verbandes auftrat. 1923 stiftete der Chor dem Verein einen Brunnen, der zwar 2003 rekonstruiert wurde, aber einer erneuten Reparatur bedarf. Im Rahmen von Obst- und Blumenausstellungen sind die besten Kleingärtner ausgezeichnet worden.

2017 Goldene Hoehe 6297 L.KurthIn den ersten Jahrzehnten baute man das Gelände aus und gestaltete es. Wege wurden angelegt, bereits 1913 eine Trinkwasserleitung installiert und aus der Gaststätte entstand ein Vereinsheim. Immer engagierten sich Gartenfreunde und leisteten unzählige freiwillige Stunden. Das beflügelte den Gemeinschaftssinn immens.

Nach dem Zweiten Weltkrieg teilte man die Spielwiese zeitweise in Parzellen auf. Frisches Gemüse verbesserte diesen Gartenfreunden die Ernährung. Allmählich entwickelte sich das Vereinsleben wieder. Schon 1946 veranstaltete man ein Gartenfest. Im Gelände wurde gebaut und manches Mitglied als „Bester Kleingärtner“ geehrt.

Foto - SLK / Lothar Kurth: Vereinshaus mit Gaststätte 2017

Durch die Verlängerung der Straßenbahnlinie bis in Höhe der Max-Liebermann-Straße im Jahr 1960 mussten 20 Gärten für die neue Trasse gekündigt und Ersatz geschaffen werden. Die heftigen Proteste der Kleingärtner nutzten nichts. Als Ersatz entstanden einige neue Parzellen auf der ehemaligen Spielwiese. 1981 erhielten die Vereinswege Namen von Blumen. Im gleichen Jahr wurde ein Projekt zum Energieanschluss erarbeitet. 70 Parzellen bekamen nun Strom. Mehr gab das Netz nicht her. In mehreren Etappen konnten weitere Pächter von Anschlüssen profitieren, bis vor drei Jahren auch der letzte Interessent elektrischen Strom in seiner Laube bekam.

2017 Goldene Hoehe 6298 L.KurthDie neuen Reisemöglichkeiten und Freizeitangebote zu Beginn der 1990er Jahre beeinflussten auch das Kleingartenwesen. Die Nachfrage nach einem Garten ging rapide zurück. Dennoch gab es in unserer Anlage nur einen geringen Leerstand.

Heute sind fast alle 135 Parzellen verpachtet. Es erfreut uns, dass unter den Neupächtern junge Familien mit Kindern sind. Das tut unserem Verein spürbar gut, denn seit drei Jahren gibt es wieder Sommerfeste, denen ganz besonders der Nachwuchs entgegenfiebert.

Foto - SLK / Lothar Kurth: Blick in die Anlage mit dem Spielplatz 2017

Seit zwei Jahren tummeln sich die Knirpse auf dem neu gestalteten Spielplatz, der auch von Kindergartengruppen rege genutzt wird. So bleibt unser 120-jähriger Verein jung und wird dem Anliegen unserer Vorväter gerecht. Am 7. Juli 2018 wird kräftig gefeiert und in einer Chronik ist der Werdegang von Verein und Anlage nachzulesen.

Eleonore Hennig - Chronistin KGV "Goldene Höhe" e.V.