2013 Weidling Olaf 05Olaf Weidling ist Autor der monatlichen Beiträge "Garten-Olafs Kalendergedanken" bzw. "Über den Gartenzaun gefragt" in der Rubrik "Gartenfachberatung" im Mitteilungsblatt des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner e.V. (SLK) "Leipziger Gartenfreund"

An dieser Stelle gibt der passionierte Kleingärtner nützliche Tipps für all die erforderlichen Arbeiten im jeweiligen Monat, denn wer weiß schon ganz genau, wann und wie z.B. ein bestimmter Obstbaum zu schneiden ist oder wann welcher Pflanzenschutz zweckmäßig  ist.

Olaf Weidling ist Mitglied in der Gartenfach-Kommission (GFK) des Stadtverbandes Leipzig der Kleingärtner (SLK) und Leiter des Stammtisches West.

Foto: SLK

Hallo, hier ist wieder der "Garten-Olaf"

Liebe Gartenfreunde, wie versprochen, werde ich heute über „Tiere als Helfer im Kleingarten" berichten. In der Natur existiert ein ständiges Auf und Ab in den Populationen von Nützlingen und Schädlingen. Im 20. Jahrhundert verlor der „zivilisierte" Mensch zunehmend die Bindung zur Natur bzw. nahm sich nicht mehr die Zeit dafür. Schädlinge wurden nicht mehr ihren natürlichen Feinden überlassen, sondern in großangelegten Feldzügen vernichtet. Neue Mittel aus den Chemielaboren, die es bis vor rund 100 Jahren nicht gab, machten dies möglich. Die natürliche Balance zwischen „Fressen und Gefressenwerden" geriet oft außer Kontrolle. Wer hier radikal eingreift, der entzieht den Nützlingen die Lebensgrundlagen. Wer Geduld hat, der wird beobachten können, wie sich eine Vielzahl kleiner Tiere auf die „gedeckten Tische" stürzen. Allerdings sollte ein Kleingärtner seine Freunde und Helfer kennen und erkennen, wenn er erfolgreich mit ihnen zusammenarbeiten will.

2013 08 Arion vulgaris3 X.H.SvenssonHallo, hier ist wieder der "Garten-Olaf"

Liebe Gartenfreunde, jedes Jahr der gleiche Ablauf: Mitte Mai säen Hobbygärtner Blumen, Gemüse und Salat aus oder setzen Jungpflanzen in den Garten. Doch über Nacht ist der Traum von prächtigen Pflanzen dahin, weggefressen von einem Heer brauner Schnecken. Sie schädigen im Garten Samen, Stängel, Blätter, Früchte und auch Wurzeln. Gehäuseschnecken fressen nur verrottete Substanzen und sogar die Eier der Nacktschnecken. Natürliche Feinde der Schnecken sind: Amseln, Kröten, Igel und Spitzmäuse. Aber wieso kommen sie überhaupt in unseren Garten?

Foto: wikipeida - Xauxa Hakan Svensson

Hallo, hier ist wieder der "Garten-Olaf"

20130611 BrandtsAue 1349Liebe Gartenfreunde, können Obst und Gemüse aus überfluteten Gärten unbedenklich gegessen werden?  Ablagerungen in überspülten Gärten können u.a. Schwermetalle und Arsen enthalten. Wenn die Ablagerungsschicht  < 5 cm aufweist, ist durch Umgraben bereits ein deutlicher Verdünnungseffekt zu erreichen. Bei einer Höhe von > 5 cm der abgelagerten Schichten sind Untersuchungen der Sedimente (Bodensatz), wie auch des darunter liegenden Bodens nötig, um Aussagen über die Genusstauglichkeit der Ernte treffen zu können.

Foto: KGV "Brandts Aue" - Überschwemmter Kleingarten am 3. Juni 2013

Hallo, hier ist wieder der "Garten-Olaf"

2013 06 Birnengitterrost Gymnosporangium sabinae fg01Liebe Gartenfreunde, abermals war ich unterwegs, um über die Gartenzäune zu schauen. Immer wieder muss ich registrieren, dass viele Gartenfreunde die Kleingartenordnung nicht beachten bzw. einhalten. Ich bin gar der Meinung, dass einige Gärtner den Inhalt überhaupt nicht kennen. Ansonsten würden nicht so viele Ungereimtheiten im Garten entstehen. Was mich dabei sehr verärgert, ist der neue Trend, Ziergehölze jeder Art zu pflanzen. Zum Beispiel sieht man oft den Ginkgo, Eiben (sehr giftig), Fichten, Lebensbäume, Scheinzypressen und Wacholder. Es ist unbegreiflich, dass alte Bäume gerodet und dafür neue gepflanzt werden. Das sind durchgängig ungeeignete Baumformen, da sie Höhen über 20 m erreichen und herabfallende Nadeln versauern den Parzellenboden. Der Wacholder ist eine Wirtspflanze für Birnengitterrost!

Foto: wikipedia - Birnengitterrost: Blattoberseite im Juli

Hallo, hier ist wieder der "Garten-Olaf"

Liebe Gartenfreunde, den Witterungsverlauf der letzten Monate haben wir mit gemischten Gefühlen verfolgt. Jeder von uns stand im März „in den Startlöchern", um endlich in seinem Garten „loslegen" zu können. Aber die kalten Temperaturen bis minus 12 °C haben uns daran gehindert. Im gesamten meteorologischen Winter (1. Dezember – 28. Februar) schien die Sonne nur zu 55 % ihres langjährigen Solls. Der Januar war gar der dunkelste Monat seit 1951 laut den Wetteraufzeichnungen.

Meiner Meinung nach, liegen wir mit unseren Aussaatterminen drei Wochen zurück. Die Natur wird diesen zeitlichen Rückstand jedoch ausgleichen. Wie heißt es im Volksmund: "Pflanzt man im April, da kommt die Saat wann sie will. Pflanzt man im Mai, dann kommt sie glei´."

Hallo, hier ist wieder der "Garten-Olaf"

"Nur wer den Garten sorglich pflegt, weiß auch, dass er ihm Früchte trägt." Liebe Gartenfreunde, mit diesem Satz, der dem Volksmund entliehen ist, möchte ich dieses Mal starten. In diesen Monat ist der Zeitpunkt gekommen, für die Aussaat unserer beliebten Kartoffel. Bei meinen Rundgängen durch die Gartenvereine ist mir immer wieder aufgefallen, dass unsere Kleingärtner ihre Kartoffeln zu dicht in den Reihen legen. Sie sind vermutlich der Ansicht, viele dichte Reihen bringen umso mehr Ernteerfolge. Aber das ist ein Trugschluss. Die Kartoffel braucht viel Platz, um sich gut entfalten zu können. Ich bin mir auch sicher, dass in manchen Parzellen der Platz nicht ausreicht, um zu einer optimalen Ernte zu gelangen. Daher folgender Rat: „Je größer der Reihenabstand, umso optimaler die Ernteausbeute".

Hallo, hier ist wieder der "Garten-Olaf"

2013 03 Rot-u.WeissfleckenkrankheitLiebe Gartenfreunde, machen Sie einfach das Beste aus Schönwetterperioden und bereiten Sie bei den ersten Arbeiten den Boden Ihrer Gartenbeete vor. Entfernen Sie aber auf keinen Fall zu schnell Abdeckungen und schützenden Mulch, denn im März sind nachts noch Frosttemperaturen zu erwarten.

Im Obstgarten sollte im März die Pflanzzeit für Beerensträucher (Wurzelnackte)  beendet werden, da bei günstigen Witterungsbedingungen der Austrieb beginnt. Wer noch Obstbäume pflanzen möchte, sollte folgendes beachten. Nicht alle Bäume sind Selbstbefruchter, deshalb müssen wir beim Kauf die richtigen Sorten wählen, weil einige Sorten auf eine Befruchtersorte angewiesen sind.

Foto: Rot- und Weißfleckenkrankheit / www.gartenakademie.rlp.de

Hallo, hier ist wieder der "Garten-Olaf"

Liebe Gartenfreunde, bis zum Ende des Monats sollte der Obstbaumschnitt abgeschlossen sein. Ausnahmen sind Pfirsich und Aprikosen. Diese werden besser erst zur Zeit des Austriebs geschnitten, wenn Frostschäden erkennbar sind.

In vielen Kleingärten gibt es noch alte Obstbäume, die einen fachgerechten Schnitt bislang wohl noch nie erlebt haben. An diesen Bäumen wird das Fruchtholz teilweise zu dicht stehen. Die daran wachsenden Früchte bleiben klein und reifen nicht richtig aus. Hier erreicht man mit Schere und Säge – später ersichtlich – erstaunliche Veränderungen. Nach dem Herausnehmen von totem, krankem, hängendem oder schwachem Fruchtholz, erwachen die Bäume wieder zu neuem Leben!