Der Boden im Kleingarten

2013 Weidling Olaf 04 

Das wichtigste Gut in unseren Kleingärten ist der Boden, der eigentlich stiefmütterlich behandelt wird - soll heißen, man schenkt ihm zu wenig bewußte Beachtung.

In der Serie „Der Boden im Kleingarten " erläutert Autor Olaf Weidling ausführlich Wissenswertes über den Mutterboden von A bis Z, das jeder Kleingärtner in die Tat umsetzen kann.

Foto: SLK

 

 

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2015 Merkblatt BL S.12015 Merkblatt BL S.2Bodenproben aus Ihrer Parzelle werden beim Stadtverband Leipzig der Kleingärtner entgegengenommen und fachberecht beurteilt.

Annahme von Bodenproben !          Abb.: SLK-Merkblatt, Charlene Kempa

Das Merkblatt gibt Ihnen Hinweise für die Abgabe Ihrer Proben. Als pdf-Datei ist es auch unter "Fachberatung / Downloads Gartenthemen" herunterladbar.

Bodenverbesserungsmaßnahmen (organische und biologische): Als organische Substanzen werden jene Bestandteile des Bodens bezeichnet, die eines belebten Ursprungs sind. Dazu gehören lebende Pflanzenwurzeln, Bodenorganismen sowie abgestorbene und umgewandelte Reste von Tieren und Pflanzen. Die Gesamtheit dieser abgestorbenen, umgewandelten und neu synthetisierten organischen Substanzen ist unter dem Begriff Humus bekannt und ist Hauptanteil der organischen Substanz des Bodens (ca. 85 %).

Bodenverbesserungsmaßnahmen (mechanische und anorganische): Darunter sind Aktivitäten zu verstehen, die entweder der Urbarmachung des Bodens oder der Beseitigung der Bodenmüdigkeit dienen und die in zwei Gruppen eingeteilt werden. Ein Erfolg stellt sich oftmals jedoch erst aus einer Kombination mehrerer, sich ergänzender Maßnahmen ein.

Zur ersten Gruppe zählen mechanische sowie anorganische Maßnahmen und zur zweiten organische und biologische [in "Der Boden im Kleingarten (7)"].

Bodenmüdigkeit: Die verminderte Fruchtbarkeit eines Bodens wird als Bodenmüdigkeit bezeichnet. Dieser ertragsmindernde Zustand kann so weit gehen, dass Kulturpflanzen und Wildkräuter einen regelrechten Kümmerwuchs aufweisen. Die Ursachen hierfür können sehr unterschiedlich sein und werden nicht unbedingt nur durch einen Faktor verursacht.

Bodenmüdigkeit ist zu registrieren, wenn am betreffenden Standort über Jahre hinweg nur eine Pflanzengattung bzw. –famile angebaut wird. Auch zu enge Fruchtfolgen sind abträglich. Dem Boden werden immer die gleichen Nährstoffe über die Wurzeln entzogen, er verarmt. Die Wurzeln ihrerseits tragen wachstumshemmende Wurzelausscheidungen in den Boden ein.

Bodenschichten: Der Geologe teilt die Böden in Schichten ein, die er als Horizonte bezeichnet. Das Wissen um die einzelnen Horizonte und deren Vorkommen würde in unserem Falle zu weit führen.

Für unsere Zwecke reicht folgende Einteilung: Oberboden (Mutterboden) ca. 20 bis 30 cm. Darunter liegen die Übergangsschicht, ca. 40 cm bis 50 cm und der Unterboden, ca. 60 bis 80 cm sowie der Rohboden (eventuell anstehendes Gestein; oft auch grundwasserführende Schicht).

Bodenstruktur: Die Struktur des Bodens ist durch die räumliche Anordnung der festen Bodenbestandteile zueinander definiert. Diese sind voneinander getrennt durch Zwischenräume, die entweder mit Luft und oder Wasser gefüllt sind. Man unterscheidet sogenannte Einzelkorn- und Krümelstruktur. Bei Einzelkornstruktur liegen die Mineralbestandteile mehr oder weniger stark ineinander zusammengefügt vor. Je höher der Feinanteil, umso stärker die Neigung zur Verdichtung. Bei der Krümelstruktur dagegen ist der Lebensraum von mineralischen und organischen Substanzen zu Bodenkrümeln mit genügend Hohlräumen für Luft und Wasser durchsetzt.

Bodenarten: Die Bodenarten werden nach den Korngrößenverhältnissen eingeteilt in grobkörnige und feinkörnige Böden. Grobkörnige weisen eine große Porung auf, jedoch eine kleine innere Oberfläche. Dadurch sind die Nährstoffionenbindung und das Wasserspeichervermögen gering. Sie sind aber luftig, beweglich und wasserdurchlässig (z.B. Geröll und Sandböden). Feinkörnigen Böden dagegen besitzen eine minimale Porung, große innere Oberfläche und somit auch eine starke Nährstoffionen- und Wasserbindung. Sie sind gering oder nicht wasserdurchlässig (z.B. Ton Böden, Lehmböden).

Was ist „Boden"?  Diese Frage lässt sich am einfachsten klären, wenn wir uns die vielfältigen Funktionen des Bodens einmal genauer anschauen.

Dieser ist der Ausdehnungsraum für die Wurzeln der Pflanzen, bringt Halt und Standfestigkeit für die Pflanzen. Speichert den Niederschlag in Regenzeiten und schafft somit Vorräte bei Trockenperioden. Ein wichtiger Faktor ist, der Boden speichert zugeführte Nährstoffe sowie regt die Produktion von Nährstoffen aus organischen Substanzen an. Weiterhin ist er ein Wärmeregulator und ein Aufnahmespeicher für sommerliche Wärme- und Hitzeschübe. In der Übergangszeit strahlt er die Wärme kontinuierlich bei sinkenden Lufttemperaturen ab und ebenso im Tag-Nacht-Rhythmus mildert er die Temperaturdifferenzen in der Luftschicht unmittelbar über ihm. Außerdem ist er ein Luft- und Gasaustauscher, denn er nimmt Stickstoff aus der Luft auf und belüftet den Bereich der Wurzeln. Sein Lebensraum ist von unzähligen Klein- und Kleinstlebewesen bevölkert.

Liebe Gartenfreunde, in den nächsten Folgen erfahren Sie, was unter der Bezeichnung „Boden" eigentlich zu verstehen ist und wie man diesen behandeln soll.

Jeder von uns kennt den Begriff „Mutterboden", der bei vielen Völkern mit einem tieferen Sinn einhergeht. Wenn wir einmal genauer darüber nachdecken, werden wir feststellen, dass der Boden wirklich die Mutter des Lebens auf den Kontinenten ist. Höchst erschreckend ist allerdings, wie sorglos und frevelhaft häufig mit dem wertvollem Gut „Boden" umgegangen wird, sei es durch Unwissenheit oder Fahrlässigkeit. Unser Ziel muss sein, dies zu ändern, denn nur ein gesunder Boden bringt gesunde Früchte für gesunde Menschen. Eine logische Kette. Als „Mutterboden" wird der oberste und fruchtbarste sogenannte Horizont im Boden bezeichnet, dessen Hauptbestandteile ein Gemenge von Sand, Kies und Ton sowie von Humus und Kleinlebewesen ist.