Beet- und Balkonpflanzen

 

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Edgar Schmitt - Gartenfachberater im KGV "Alt-Schönefeld" ist ein absoluter Kenner der Pflanzenwelt. Jahrzehntelang hatte er berufsbedingt mit der "Materie" zu tun und ist ein studierter Fachmann durch und durch.

Nicht nur mit den "althergebrachten" und traditionellen Gewächsen beschäftigt sich Edgar Schmitt. In seinen Fortsetzungsreihen "Neue Obstarten im Kleingarten""Gemüsevielfalt""Salatvielfalt" sowie "Beet- und Balkonpflanzen" schärft er u.a. auch - für uns Mitteleuropäer - den Blick für exotische Pflanzen.

Foto: Edgar Schmitt

201612 Schizanthus wisetonensis Magnus Manske CC BY SA 3.0Wiedermal eine Pflanze mit vielen Namen: Neben Schmetterlingsblume auch Spaltblume, Bauernorchidee und botanisch Schizanthus-Wisetonensis-Hybriden. Die Urformen der Pflanze sind im Hochland von Chile beheimatet und gehören wie Tomaten und Kartoffeln zu den Nachtschattengewächsen.

Von Juli bis September erscheinen Blüten in weiß, gelb, lachs, rot, purpur oder violett. Bei mehrfarbigen Sorten ist das Weiß mit einem lebhaften Rot, einem tiefen Violett oder einem kräftigen Pink, sowie einem gelb-schwarz gefärbten Blütenauge kombiniert. Es gibt auch Schizanthus mit gefleckten Blüten. Ihr Kronensaum ist tief eingeschnitten, deshalb der Name Spaltblume.

Foto - Magnus Manske: Schmetterlingsblume

201611 Leberbalsam Franz Xaver CC BY SA 3.0Leberbalsam wird schon seit vielen Jahren als Pflanze für Garten, Balkon sowie Friedhof angeboten und ist sogar als Schnittblume geeignet. Vielen Gartenfreunden wird deshalb auch der botanische Name Ageratum bekannt sein. Das griechische ageratos bedeutet ewige Jugend und bezieht sich auf die relativ lange Blütendauer des Leberbalsams. Ageratum houstonianum ist im tropischen Mittel- und Südamerika beheimatet und gehört zu den Korbblütlern. Die hauptsächlich vorkommende Blütenfarbe ist blau, aber auch violett, rosa und weiß.

Die Pflanzen haben herzförmige bis runde Blätter. Ihre feinblättrigen Blüten bilden dichte Doldentrauben. Eigentlich ist Leberbalsam ein Halbstrauch, der am Stängelgrund verholzt und in der Heimat viele Jahre alt werden kann. In unserer kalten Jahreszeit könnte die Pflanze nur im warmen Gewächshaus überwintern und wird deshalb nur einjährig kultiviert.

Foto - Franz Xaver: Leberbalsam

201610 Elfenspiegel StickpenWieder mal ein schöner deutscher Name für eine Zierpflanze. Leider führt der oft zu Verwechslungen mit dem Elfensporn, über den ich in Folge 8 dieser Serie geschrieben habe. Hier soll es aber diesmal um die Nemesie gehen. Unter diesem Namen finden Sie die Pflanze und den Samen in Gartenmärkten.

Nemesien gehören zu den Rachenblütlern und sind in Südafrika beheimatet. Diese Pflanzen blühen in den Farben weiß, gelb, scharlach, karminrot, blau und orange. An geeigneten Standorten blühen Nemesien von Mai bis September. Sie erreichen eine Höhe von 20 bis 50 cm, wobei längere Pflanzen über das Pflanzgefäß hängen. Nemesia-Hybriden lieben ein sonniges Plätzchen. Mit nährstoffarmen Boden kommen sie gut zurecht - also kaum düngen!

Foto - Stickpen: Elfenspiegel

201609 Calibrachoa Matthew FieldÄltere Gartenfreunde wundern sich sicher, dass ich in dieser Serie über die allseits bekannte Petunie schreibe. Inzwischen gibt es aber sehr viele neue Gattungen, Arten und Sorten, die aus Neuzüchtungen der bekannten Petunien stammen. Es lohnt sich also, die große Familie dieser Pflanzengruppe zu betrachten. Petunien gehören wie Tomaten, Kartoffeln und Tabak zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae). Alle diese Gattungen sind in Südamerika beheimatet. Petunien und ihre Verwandten gibt es in weiß, gelb, rosa, lachs, rot, purpur, blau, violett und Mischungen aus diesen Farben in einer Blüte (gesternt, mit Auge, mit Rand oder geadert), gefüllt oder trichterförmig, hängend oder stehend. Aus dieser Fülle der Formen und Farben ließen sich unüberschaubar viele neue Petunien züchten.

Foto - Matthew Field: Calibrachoa / Petunie

201608 Elfensporn Dr.K.D.ZinnertElfensporn hat diesen schönen Namen sicher von den zwei spornartigen Fortsätzen an den Blüten. Von dieser Pflanzengattung gibt es nur zwei Arten (Diascia barberae und D. rigescens) und wenige Sorten. Das Braunwurzgewächs ist, wie viele Pflanzenneuheiten, in Südafrika beheimatet. Die Schönheiten haben nur Blütenfarben in Weiß, Rosa, Aprikot und Rosaviolett. Weil die kriechende Staude D. rigescens für unser Klima wenig geeignet ist, wird im Weiteren nur Diascia barberae beschrieben. Der Elfensporn blüht von April bis Oktober und erreicht eine Pflanzenhöhe von 25 bis 30 cm. Als Standort sind Balkonkästen, Pflanzschalen, Rabatten, Böschungen und Steingärten in voller Sonne geeignet. In zusagenden Standorten entwickelt Elfensporn einen wunderschönen und reichen Blütenflor.

Foto - Dr. K. D. Zinnert: Elfensporn

201607 Studentenblume André KarwathStudentenblumen kennt sicher jeder Gartenfreund. Sogar der botanische Name Tagetes ist allseits bekannt. Früher wurde der Korbblütler auch Sammetblume oder Samtblume genannt. Die Urformen dieser Pflanzen waren in Mittelamerika beheimatet.

Weil die Hauptformen der Studentenblumen so bekannt sind, möchte ich diese hier nur erwähnen. Dabei werden fast nur noch Kreuzungen (Hybride) gehandelt. Deshalb findet man die botanischen Bezeichnungen Tagetes-Erekta-Hybriden für hochwachsende Studentenblumen und Tagetes-Patula-Hybriden für niedrige Studentenblumen.

Foto - André Karwath: Studentenblume

201606 Gundermann Agnieszka Kwiecien Den Gundermann oder auch Gundelrebe genannt, kennt man als blauviolett blühende Wiesenblume mit grünen Blättern. Seit einigen Jahren findet man eine Kulturform dieser Pflanze mit weißbunten Blättern in Gartenmärkten auch unter dem Namen Glechoma (Glechoma hederacea ) als getopfte Ware.

Zunehmend gestalten viele Balkongärtner und Gartenfreunde nicht nur mit einer Pflanzenart, sondern schön bunt. Für das Auflockern strenger Pflanzungen - von z.B. nur Pelargonien oder Petunien - wird oft der etwas streng riechende Mottenkönig genommen. Aber auch Bataten oder in schattigen Lagen wird Efeu verwendet.

Der hängende Gundermann ist für solche gemischten Pflanzungen besonders gut geeignet, weil er nur 5 cm hoch wird, aber ihn in der Länge andere Balkonpflanzen kaum übertreffen. Glechoma hängt dann wie eine Gardine aus dem Kasten und schafft bei entsprechender Pflege einen Meter in die Tiefe (regelmäßig gießen, wöchentlich düngen).

Foto - Agnieszka Kwiecien: Weißbunter Gundermann

201605 Haengendes Loewenmaul E.BehrensIn dieser Serie versuche ich Blumen vorzustellen, die noch wenig bekannt sind. Löwenmaul werden natürlich die meisten Gartenfreunde kennen und schon in ihrer Parzelle kultiviert haben. Unsere kleinen Gartenfreunde haben sicher von ihren Eltern oder Großeltern gelernt, wie man mit den Rachenblütlern spielen kann (drückt man die Einzelblüte des Löwenmauls leicht zusammen, öffnet sich die Blüte wie ein Mäulchen).

Auch für die Vase ist Löwenmaul gut geeignet. Es ist im südlichen Europa und in Nordafrika beheimatet. Neuerdings gibt es die Pflanzen auch in Mini (Antirrhinum pumilum) („Floral Showers“) als Mischung in acht Farben und rundblütig, gefüllt blühend („Little Darling“).

Foto - Erik Behrens: Hängendes Löwenmaul

201604 Schneeflockenblume OlbertzWie so oft, diese Pflanze findet man unter verschiedenen Namen. In diesem Fall gibt es sogar unterschiedliche botanische Namen: Chaenostoma cordatum, Bacoba scopia, neuerdings auch Sutera cordata. Egal wie man diese Pflanze nun nennen möchte, dem Charme der Schneeflockenblume kann sich kaum ein Gartenfreund entziehen.

Ich hatte in der vergangenen Balkonsaison viel Freude an den weißen und blauen Schönheiten und war besonders von ihrer Langlebigkeit beeindruckt. Erst Anfang Januar haben -6°C die Pflanzen hinweggerafft. Den deutschen Namen Schneeflockenblume hat die Bacoba zu Recht.

Foto - Olbertz: Schneeflockenblume

201603 Zinnien Pan krzyzowkaZinnien sind als Blumen für den Garten schon lange bekannt. Man verwendete den selbst geernteten Samen Jahr für Jahr immer wieder. Die Pflanzen wurden langweilig und verschwanden fast vollständig aus unseren Gärten.

Diese Zinnienart (Zinnia elegans) wurde vor allem als Schnittblume genutzt und deshalb hier nicht beschrieben. Sicher entdeckten Reisende in Mexiko und Mittelamerika die große Artenvielfalt dieser Korbblütler, die man dort bewundern kann.

Mancher Gartenfreund wird dort auch Samen für den eigenen Garten „weggefunden“ und entdeckt haben, dass diese Schönheiten auch in unseren Gärten gut wachsen.

Foto - Pan krzyzowka: Zinie

201602 Eisenkraut Konrad LackerbeckVielen Gartenfreunden ist auch der Name Verbene, Taubenkraut oder Wunschkraut bekannt. In Amerika kommen etwa 200 Arten dieses Eisenkrautgewächses vor. Bei der Kreuzung dieser Arten entstehen immer neue Hybriden (Kreuzungen), die für uns Gartenfreunde zunehmend von Interesse sind. Es handelt sich meist um Arten und Sorten, die als Sommerblumen bezeichnet werden, die als Balkon- und Rabattenblumen sehr gut geeignet und nicht winterhart sind.

Eine inzwischen verbreitete Art ist das Argentinische Eisenkraut (Verbena bonariensis), die im Staudenbeet überwintern kann, sich etwas selbst aussät und bis 150 cm hoch werden kann. Mit ihrer Standfestigkeit und langer Blütezeit bereichert diese Art den sommer- bzw. herbstlichen Garten. Samen wird von Gärtner Pötschke und von Kiepenkerl bei Richter in Delitzsch angeboten.

Foto - Konrad Lackerbeck: Eisenkraut

201601 Goldkosmos www.kgv esparsette.atGeht man durch unsere Kleingartenanlagen, aber auch durch die Wohngebiete spazieren, sieht man sehr schön bepflanzte Rabatten, Pflanzgefäße und Balkonkästen. Was dabei auffällt, nur wenige Pflanzenarten werden verwendet.

Besonders häufig sind Pelargonien und Petunien anzutreffen. Von Artenvielfalt ist da leider nichts zu sehen. Das liegt nicht etwa an den Gartenmärkten, denn diese bieten eine große Vielfalt an Beet- und Balkonpflanzen an. Offensichtlich ist aber nur wenig über solche Pflanzen bekannt.

Foto - KGV "Esparsette", Wien: Goldkosmos